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Elektromobilität: Ladesäulenhersteller Compleo ist insolvent

Obwohl die Nachfrage nach Ladesäulen derzeit recht groß sein dürfte, muss der Dortmunder Hersteller Compleo Insolvenz anmelden.
/ Friedhelm Greis
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Zu den Kunden von Compleo gehört auch der Ladenetzbetreiber Allego. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Zu den Kunden von Compleo gehört auch der Ladenetzbetreiber Allego. Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Der Ladesäulenanbieter Compleo ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beim zuständigen Amtsgericht stellen. Als Grund für die Zahlungsprobleme gab Compleo in einer Mitteilung vom 20. Dezember 2022(öffnet im neuen Fenster) an, dass "Gespräche mit potenziellen Investoren und Stakeholdern über die kurzfristige Bereitstellung zusätzlicher Finanzierungsmittel nicht mehr mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit zu einem erfolgreichen Abschluss führen werden" .

Der Aktienkurs brach nach Bekanntgabe der Nachricht um rund 80 Prozent von zuvor 6,13 Euro auf weniger als 1 Euro ein. Noch im August 2021 lag der Kurs bei 108,50 Euro. Compleo Charging Solutions war erst im Oktober 2020 an die Börse gegangen. Damals lag der Einstiegskurs bei 47,80 Euro.

Das Dortmunder Unternehmen hat derzeit rund 600 Mitarbeiter. Bei einem erwarteten Umsatz von rund 110 Millionen Euro im Jahr 2022(öffnet im neuen Fenster) rechnet Compleo mit Verlusten in Höhe von 25 bis 30 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr (öffnet im neuen Fenster) machte das Unternehmen bei einem Umsatz von 54 Millionen Euro einen Verlust von mehr als 14 Millionen Euro.

Compleo produziert unter anderem Wechselstromladesäulen und hat beispielsweise die Ladeinfrastruktur in Berlin mit aufgebaut. Dabei hat das Unternehmen auch eine eichrechtskonforme Nachrüstlösung entwickelt, die sich nach Recherchen von Golem.de allerdings als nicht sicher herausgestellt hat . Das Unternehmen bietet auch Gleichstromsäulen an.

Compleo soll während des Insolvenzverfahrens unverändert von CEO Jörg Lohr und CFO Peter Hamela fortgeführt werden. "Die Produktion von Ladestationen läuft wie geplant weiter. Wir zielen darauf ab, die seit Wochen angeschobenen Restrukturierungsprozesse weiter voranzutreiben, um den Fortbestand des Unternehmens sowie den Erhalt der Arbeitsplätze abzusichern" , sagte Lohr. Nach Angaben Hamelas wurde bereits damit begonnen, "Prozesse sowie das Produktportfolio zu verschlanken und die Organisation zu restrukturieren" .


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