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Günstig nur mit Vertrag

In der Smartphone-App von Ionity etwa sieht man für die Stationen nicht nur die Belegung sowie die maximale Ladeleistung, sondern mitunter auch den Ladestand eines anderen Fahrzeugs. Man kann also entscheiden, ob sich das Warten bei 91 Prozent lohnt.

Bleibt noch der Preis. Aktuell herrscht Preischaos an den Schnellladern. Den sogenannten Ad-hoc-Preis, also ohne vertragliche Bindung oder Ladekarte des Stationsbetreibers, erfährt man erst nach Scannen eines QR-Codes. Laut Untersuchung des ADAC bestehen im Sommer 2025 große Preisunterschiede.

Bei EnBW ist Ad-hoc-Laden 123 Prozent teurer als mit dem günstigsten Vertragsstrompreis von 0,39 Euro. Wählt man den Monatstarif mit 0,59 Euro pro kWh sind es noch 47 Prozent Preisunterschied. Bei EWE Go beträgt der Preisunterschied 62 Prozent. Immerhin wird hier für den günstigen Ladetarif nur eine Anmelde-, aber keine monatliche Grundgebühr fällig. EnBW hat Preissenkungen ab Dezember 2025 angekündigt.

Ein Vertrag reicht nicht aus

EnBW berechnet monatlich 17,99 Euro Grundgebühr, wenn man für 0,39 Euro pro kWh laden möchte. Bei Ionity bekommt man diesen Preis für eine Grundgebühr von 11,99 Euro pro Monat.

Auf einer Langstreckenfahrt sieht es dann so aus: Man fährt an der ersten Vertragsladestation vorbei, weil die Batterie noch 30 Prozent Restenergie hat. Die nächste Station ist vollständig belegt und man möchte keine Zeit mit Warten verlieren. Die übernächste Station ist zu weit weg. Also muss man bei einem anderen Anbieter laden. Mit einem einzelnen Vertragsladetarif kommt man also nicht weit.

Marktbereinigung kommt

Den Anbietern geht es um Marktanteile und mit Grundgebühren binden sie Kunden an sich. Allen ist klar, dass eine Marktbereinigung unausweichlich ist, langfristig wird es nicht mehr Anbietermarken beim Laden geben als Anbieter im Tankstellengeschäft.

Zudem drängen Mineralölgesellschaften wie Shell und Aral mit Druck ins Ladegeschäft. Beispiel Köln: Zwei der drei Säulenreihen bei einer Aral-Tankstelle an der Aachener Straße direkt an der Auffahrt zur A1 sind mit Schnellladern ausgestattet.


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