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Weder Toiletten noch Mülleimer

Ein anderes Beispiel, diesmal aus dem Norden: Bei Ionity Quickborn an der A7 biegt man in eine Sackgasse und dann auf einen eingezäunten Schotterplatz ab. Nach dem Einparken steht man immerhin auf gepflasterter Fläche. Der Blick schweift über den Schotterplatz, an dessen Ende einige Menschen auf Campingstühlen sitzen. Ob sie Gäste des Hotels sind, auf dessen Rückwand man blickt, erschließt sich nicht.

Es gibt weder Toiletten noch Mülleimer. Entsprechend sehen die Büsche hinter den Ladesäulen aus. Tote Insekten müssen auf der Frontscheibe bleiben, Wassereimer werden nicht angeboten.

Warum müssen E-Auto-Fahrer rangieren?

Auch ein Dach gibt es nicht – anders als bei den meisten Tankstellen. Immerhin regnet es hierzulande an vielen Tagen im Jahr (laut Wetter.de in Westdeutschland durchschnittlich an 132 Tagen). An Tankstellen findet man außerdem Staubsauger und Wischwasser, zudem hält man in Fahrrichtung neben einer Zapfsäule und kann nach dem Tanken in gleicher Richtung weiterfahren.

An Ladesäulen geht das häufig nicht, hier muss rangiert werden. Außerdem sind die Lücken oft eng, der Nachbar steht dicht. Ein Fahrradträger oder Anhänger kann das Einparken zudem erschweren. Manchmal benötigt man einen zweiten Anlauf, weil die Position des Ladeanschlusses zu weit vom Kabel entfernt liegt.

Im Kreis fahren

Wie es besser geht, zeigen ausländische Ladeanbieter. Das niederländische Unternehmen Fastned gestaltet fast alle seine Stationen mit einer Durchfahrtslösung. Im dänischen Aabenraa stehen bei Clever 15 Ladesäulen im Kreis – jeweils unter einem Holzdach. Man fährt im äußeren Ring an eine freie Säule, lädt und fährt über den inneren Kreis wieder vom Gelände. Die Verkehrsströme kommen einander nicht ins Gehege.

Außerdem steht neben jeder Ladesäule ein Mülleimer, es gibt Wischwasser und saubere Toiletten. Tagsüber hat ein Café mit Erfrischungen geöffnet. Das gesamte Gelände ist begrünt, bietet Sitzgelegenheiten und einen Spielplatz.

Der französische Anbieter Electra hat gerade seinen ersten deutschen Standort in Pforzheim eröffnet. Das Konzept von Electra umfasst Anzeigen, die eine Reservierung, den aktuellen Ladestand beziehungsweise die verbleibende Zeit bis 80 Prozent sichtbar machen. Den aktuellen Preis pro Kilowattstunde kann die LED-Anzeige natürlich auch zeigen.

Immerhin: Erste praktische Schritte gehen auch deutsche Ladeanbieter.


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