Rohstoffe: Kobalt-Kleinbergbau im Kongo soll besser werden

Der Kleinbergbau im Kongo wird künftig zertifiziert. Dadurch sollen sich die Bedingungen in den Minen für Mensch und Umwelt verbessern.

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Arbeiter in einer artisanalen Kobalt-Mine im Kongo: "Das Hauptproblem sind unsichere Arbeitsbedingungen."
Arbeiter in einer artisanalen Kobalt-Mine im Kongo: "Das Hauptproblem sind unsichere Arbeitsbedingungen." (Bild: Kenny Katombe/Reuters)

Kein Kobaltabbau mehr unter menschenunwürdigen und umweltschädlichen Bedingungen: In der Demokratischen Republik Kongo soll das Zertifizierungssystem für mehr Nachhaltigkeit in den Rohstofflieferketten auch für Kobalt gelten, der im Kleinbergbau gewonnen wird.

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Die Demokratische Republik Kongo ist weltweit der größte Kobaltlieferant. Knapp zwei Drittel der Produktion des Übergangsmetalls, das für die Herstellung elektronischer Geräte benötigt wird, kommt aus dem zentralafrikanischen Staat. Davon werden 15 bis 20 Prozent im artisanalen oder Kleinbergbau gewonnen. Die Minen werden von kleinen Kooperativen betrieben. Dort wird das Kobalt unter schwierigen Bedingungen meist per Hand abgebaut.

"Das Hauptproblem sind unsichere Arbeitsbedingungen", sagte Uwe Näher von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) vor einiger Zeit im Gespräch mit Golem.de. Die Arbeiter seien gar nicht oder nur schlecht ausgebildet, es fehle an Ausrüstung, die Stollen seien nicht sicher, so dass es öfter zu Unfällen komme. Medizinische Versorgung gebe es dann kaum für die Verunglückten. Offizielle Statistiken, etwa über die Unfälle, gibt es nicht. Zum Teil arbeiten Kinder in den Minen. Auf den Schutz der Umwelt wird kaum geachtet.

Lieferketten sollen transparent sein

Das Zertifizierungssystem für die Handelsketten der Rohstoffe (Certified Trading Chains, CTC) wurde von der BGR entwickelt. Ziel ist es, verantwortungsvolle und transparente Rohstofflieferketten im Kleinbergbau zu fördern. So sollen auch im Kobalt-Kleinbergbau die international geforderten Sorgfaltspflichten für einen verantwortungsvollen Bergbau erfüllt werden. So prüfen beispielsweise unabhängige Auditoren vor Ort, ob Auflagen zur Arbeitssicherheit und zum Umweltschutz eingehalten werden oder ein wirtschaftlicher Beitrag zur Entwicklung der Region im Umfeld der Bergbaubetriebe geleistet wird.

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Seit 2009 kümmert sich die BGR darum, den Abbau von Konfliktmineralien zu zertifizieren. "Wir machen Mineninspektionen und Audits und versuchen durch diese Audits in Kombination mit Schulungen zu erreichen, dass die Minen Mindeststandards bei der Produktion einhalten. Wenn das geschieht und Verbesserungen nachweisbar sind, werden diese von uns zertifiziert", sagte Näher.

Konfliktmineralien werden seit längerem zertifiziert

Bei den Konfliktmineralien gelingt das inzwischen recht gut: 80 Prozent dieser Rohstoffe stammen aus zertifizierten Minen. Zu den Konfliktmineralien zählen Gold und die drei Ts: Tin, Tungsten und Tantal (Zinn, Wolfram und Coltan). Kobalt hingegen gehört nicht zu den Konfliktmineralien. Deshalb gab es bisher kein System für eine Zertifizierung.

Das wird sich jetzt ändern: Bis Ende des Jahres sollen zehn Kleinbergbaubetriebe nach dem aktualisierten und erweiterten System auditiert und im Erfolgsfall vom Bergbauministerium zertifiziert werden, teilte die BGR mit. Darunter werde auch eine Kobaltmine sein.

Einige Hersteller reduzieren die Menge an Kobalt in ihren Akkus. BMW etwa verbaut in seinem Sport Utility Vehicle iX3 Akkuzellen mit einem deutlich geringeren Anteil an Kobalt. Eingesetzt wird eine NMC-811-Technik - das bedeutet, der Akku enthält acht Teile Nickel und je einen Teil Kobalt und Mangan. Das chinesische Unternehmen Svolt hat kürzlich Akkus ohne Kobalt angekündigt .

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