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Elektromobilität: Kabeldiebstähle legen Ladepunkte im Norden lahm

Der Diebstahl von Kupfer nimmt bundesweit zu. Im Norden führt er aktuell besonders häufig zu Ausfällen an Ladesäulen .
/ Przemyslaw Szymanski
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Kabel einer Ladestation für Elektroautos (Symbolbild) (Bild: Christopher Furlong/Getty Images)
Kabel einer Ladestation für Elektroautos (Symbolbild) Bild: Christopher Furlong/Getty Images

Kupferdiebstähle setzen in Norddeutschland zunehmend öffentliche Ladesäulen für Elektroautos außer Betrieb. Wie aus übereinstimmenden(öffnet im neuen Fenster) Medienberichten(öffnet im neuen Fenster) auf Basis von Informationen der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht, häufen sich in Hamburg und Schleswig-Holstein Fälle, bei denen Täter gezielt Ladekabel entwenden.

Die Folgen solcher Taten reichen dabei weit über den Verlust des Kupfers hinaus. Der wirtschaftliche Schaden entsteht vor allem durch Reparaturen, den Austausch kompletter Komponenten und teils längere Ausfallzeiten. In einzelnen Fällen summieren sich die Kosten pro Standort auf mehrere Zehntausend Euro.

Für Betreiber größerer Netze wachsen die Belastungen so schnell auf Millionenbeträge an, was wiederum Investitionen verteuert und den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur bremst.

Für Fahrer von Elektroautos sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar. Defekte oder gesperrte Ladesäulen schränken die Verfügbarkeit öffentlicher Ladepunkte ein und können insbesondere an abgelegenen Standorten oder entlang stark frequentierter Strecken zu Engpässen führen. Was als punktuelles Delikt beginnt, wird damit zu einem praktischen Hindernis im Alltag der Elektromobilität.

Regionale Unterschiede

Die Ermittlungsbehörden beobachten das Geschehen aufmerksam, kommen regional jedoch zu unterschiedlichen Einschätzungen. Während beim Landeskriminalamt Schleswig-Holstein seit Jahresbeginn Fälle im unteren zweistelligen Bereich bekannt wurden, sieht die Hamburger Polizei derzeit keine besonderen Auffälligkeiten bei Diebstählen von Ladekabeln.

Zahlen einzelner Betreiber zeichnen allerdings ein anderes Bild: Nach Angaben des Energieunternehmens EnBW mussten in diesem Jahr in Schleswig-Holstein 24 und in Hamburg 68 Ladekabel ersetzt werden, auch wenn zuletzt keine neuen Fälle an den eigenen Stationen registriert wurden.

Hohe Rohstoffpreise als Treiber

Ein zentraler Hintergrund der Entwicklung sind die gestiegenen Rohstoffpreise. Kupfer wird an den internationalen Märkten seit Monaten auf hohem Niveau gehandelt. Der Preis lag zuletzt zeitweise bei über 10.000 US-Dollar pro Tonne und damit knapp 30 Prozent über dem Niveau, das noch vor einem Jahr für eine Tonne Kupfer bezahlt werden musste. Getrieben wird diese Entwicklung durch eine anhaltend hohe Nachfrage aus Industrie, Energiewirtschaft und Elektromobilität sowie durch begrenzte Förderkapazitäten.

Ermittler gehen davon aus, dass gestohlene Kabel häufig wieder in den Rohstoffkreislauf gelangen. Um dem entgegenzuwirken, setzen Polizei und Behörden neben Ermittlungen auch auf die Sensibilisierung von Schrotthändlern sowie auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Parallel dazu werden technische Gegenmaßnahmen erprobt, bei denen Ladekabel mit Ortungstechnik ausgestattet sind. Verlässt ein Kabel den definierten Bereich einer Ladesäule, löst das System einen Alarm aus und übermittelt den Standort. Das soll die Chancen für eine erfolgreiche Aufklärung der Fälle erhöhen.


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