Elektromobilität: Japanisches Konsortium baut Tanker mit Elektroantrieb

Ein Schiff ohne Emissionen: Vier japanische Unternehmen bauen zusammen einen Tanker mit Elektroantrieb. Das Schiff soll in zwei Jahren in der Bucht von Tokio im Einsatz sein.
Beteiligt sind die Reedereien Mitsui O.S.K. Lines (MOL) und Asahi Tanker, das Maklerunternehmen Exeno Yamamizu sowie der Mischkonzern Mitsubishi. Die vier haben für das Projekt das Joint Venture E5 gegründet – der Name steht für Elektrifizierung, Evolution, Effizienz, Umwelt (environment) und Wirtschaftlichkeit (economics).
Der Tanker wird einen Akku-elektrischen Antrieb haben und soll Mitte 2021 fertig sein. Sein Einsatzgebiet wird die Bucht von Tokio(öffnet im neuen Fenster) sein. Über die technische Ausstattung wie Leistung der Maschine oder Kapazität der Akkus gibt es noch keine Informationen.
Das Küstentankschiff soll aber nur der Anfang sein. E5 werde in den darauffolgenden Jahren weitere Schiffe mit Elektroantrieb bauen, hat das Unternehmen angekündigt(öffnet im neuen Fenster) . Hintergrund ist, dass die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organization, IMO) der Vereinten Nationen im April vergangenen Jahres beschlossen hat, dass die Emissionen von Seeschiffen bis 2050 um mindestens die Hälfte gegenüber den Werten aus dem Jahr 2008 gesenkt werden müssen.

Zudem gibt es lokale Vorgaben, Emissionen zu senken, etwa von einigen Hafenstädten, die die Luft für ihre Bewohner verbessern wollen. Norwegen verlangt, dass ab 2026 zwei Fjorde nur noch von emissionsfreien Schiffen befahren werden dürfen.
Das skandinavische Land ist bei sauberen Schiffen ohnehin führend: Seit 2015 ist dort die die elektrisch betriebene Fähre Ampere im Einsatz, weitere sind im Bau , ebenso der erste Frachter mit Elektroantrieb . Kürzlich haben die Reedereien Color Line und Hurtigruten die ersten großen Passagierschiffe mit Hybridantrieb in Dienst gestellt.