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Elektromobilität: Im hessischen E-Highway-Projekt fehlen die Fahrzeuge

Die VW-Tochter Scania kann offensichtlich nicht genug Elektro-Lkw mit Stromabnehmer bauen. Zum Projektstart von Elisa im Mai sollten fünf Fahrzeuge bereitstehen. Ein halbes Jahr später sind in Hessen erst zwei im Einsatz.

Artikel veröffentlicht am ,
E-Highway in Schleswig-Holstein (Symbolbild): Die fehlenden Lkw kommen 2022.
E-Highway in Schleswig-Holstein (Symbolbild): Die fehlenden Lkw kommen 2022. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Oberleitung steht, aber die Fahrzeuge fehlen: Für das Pilotprojekt Elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen (Elisa) in Hessen gibt es nicht genug Lkw, die mit einer Oberleitung ausgestattet sind. Die geplante Flotte wird voraussichtlich Mitte kommenden Jahres vollständig sein.

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Die Oberleitung auf der Autobahn A5 zwischen den Anschlussstellen Langen/Mörfelden und Darmstadt/Weiterstadt war Ende vergangenen Jahres fertiggestellt worden. Offizieller Start von Elisa war im Mai dieses Jahres. Zu diesem Zeitpunkt sollten fünf Oberleitungs-Hybrid-Lkw (OH-Lkw) bereitstehen, die an fünf Speditionen verleast werden sollten. Verfügbar war jedoch nur einer. Ein zweiter ist seit einigen Tagen unterwegs.

Die hessische Landesregierung sei davon ausgegangen, "dass zum Zeitpunkt der Fertigstellung der E-Highway-Versuchsanlage in Hessen auch die OH-Lkw ausgeliefert sind und der Feldversuch unmittelbar nach Fertigstellung in vollem Umfang starten kann", heißt es in der Antwort des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir (Grüne) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im hessischen Landtag. Der Bau der Sattelschlepper sei aber nicht Bestandteil von Elisa, sondern ein eigenes Industrieprojekt, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert werde.

Bei diesem Projekt sei der Zeitplan nicht eingehalten worden. Die Liefertermine der Fahrzeuge seien erst bekanntgegeben worden, als "die E-Highway-Versuchsanlage in Hessen bereits fertiggestellt war", schreibt die Landesregierung weiter. "Durch die Verzögerung des gesonderten Industrieprojekts zur Fahrzeugbereitstellung kommt es nunmehr zu der späteren, gestaffelten Auslieferung der OH-Lkw". Die noch fehlenden drei OH-Lkw würden erst im kommenden Jahr ausgeliefert, im Februar, im März 2020 und der letzte im Juni. Das Projekt Elisa läuft bis Ende 2022.

Die mit einem Stromabnehmer ausgestatteten Sattelschlepper werden von Scania gebaut. Die schwedische Volkswagen-Tochter liefert insgesamt 15 OH-Lkw, die unter den drei deutschen Pilotprojekten aufgeteilt werden - neben Elisa ist ein E-Highway in Schleswig-Holstein auf der A1 zwischen Reinfeld und Lübeck im Bau. Ein weiteres in Baden-Württemberg auf der Bundesstraße 462 bei Rastatt nahe Karlsruhe ist ausgeschrieben. Von Scania stammen auch die OH-Lkw in einem Pilotprojekt in Mittelschweden, das bereits seit 2016 läuft.

  • Elektro-Lkw mit Stromabnehmer auf dem E-Highway in  Schweden. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Oberleitung liefert genug Strom zum Fahren und um den Akku zu laden. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Masten stehen im Abstand von etwa 60 Metern (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Oberleitung ähnelt der einer Straßenbahn, hat aber zwei Drähte. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Fahrzeug ist ein Hybrid-Lkw von Scania,... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... den Siemens mit einem Stromabnehmer ausgestattet hat. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Außerhalb des E-Highway fährt der Lkw elektrisch über den Akku oder mit dem Dieselantrieb. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Stromabnehmer im inaktiven Zustand (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Derzeit sind nur zwei Fahrzeuge mit Stromabnehmern ausgestattet. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Elektro-Lkw mit Stromabnehmer auf dem E-Highway in Schweden. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Ziel des Projekts ist, den Straßenverkehr sauberer zu machen und Betriebskosten zu sparen. Die OH-Lkw haben einen doppelten Antrieb: einen elektrischen und einen konventionellen Dieselantrieb. Auf Strecken, die mit einer Oberleitung ausgestattet sind, fahren sie elektrisch und laden zudem ihren vergleichsweise kleinen Akku. Verlassen sie die Strecke mit Oberleitung, übernimmt zunächst der Akku. Ist dieser leer, schaltet das Fahrzeug um auf Dieselbetrieb. Vorteil gegenüber einem Akku-elektrischen Antriebsstrang soll eine größere Reichweite sein. Stammt der Strom aus erneuerbaren Energiequellen, könnte der Schadstoffausstoß der Lkw um 95 Prozent gesenkt werden.

In den drei Pilotprojekten sollen Daten und Erfahrungen gesammelt werden, um, eine solche Infrastruktur möglicherweise auszubauen.

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Mavy 06. Dez 2019

wenn die kohle die aktuell in die Straßenreparatur und Erneuerung gesteckt wird in das...

Jossele 01. Okt 2019

Alles gute Fragen die das gleichartige schwedische Projekt um Jahre früher beantworten...

KnightofCode 30. Sep 2019

Mit dem Bund operierende Unternehmen haben halt gelernt, dass man es mit einem zahnlosen...

ZarkRud 30. Sep 2019

.. eine eRakete zum Mond zu senden. Manch mal fragt man sich "wieso das Rad nochmals...

gamesartDE 30. Sep 2019

Wenn ich die Strecke Mal fahren muss und die unbenutzten Leitungen sehe wird mir...


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