Elektromobilität: Großbritannien plant O-Lkw-Projekt

Ab 2040 dürfen in Großbritannien keine Verbrenner-Lkw mehr verkauft werden. Die Regierung testet elektrische Alternativen.

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O-Lkw auf der Teststrecke in Schleswig-Holstein (Symbolbild): Kosten sollen sich in 15 Jahren amortisieren.
O-Lkw auf der Teststrecke in Schleswig-Holstein (Symbolbild): Kosten sollen sich in 15 Jahren amortisieren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die britische Regierung will Oberleitungs-Lkw (O-Lkw) testen. In Nordostengland soll ein Autobahnabschnitt mit einer Stromleitung für den Schwerverkehr ausgestattet werden.

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Die Teststrecke wird auf der M180 bei Scunthorpe in der Grafschaft Lincolnshire errichtet. Auf einem Teilstück von 20 Kilometern sollen Oberleitungsmasten aufgestellt werden. Die Regierung will das Projekt mit 2 Millionen britischen Pfund, umgerechnet 2,34 Millionen Euro, fördern. 2024 könnte der Testbetrieb starten.

Die Projektleitung übernimmt das Bauunternehmen Costain, das auch einige Autobahnen im Vereinigten Königreich betreibt. Wie in den Pilotprojekten in Schweden und Deutschland werden auch in England Fahrzeuge der schwedischen Volkswagen-Tochter Scania zum Einsatz kommen.

Der Lkw kann auch mit Diesel fahren

Der O-Lkw basiert auf einem Hybrid-Lkw von Scania. Er hat einen 264 Kilowatt (kW) starken Dieselantrieb und dazu einen 139-kW-Elektromotor. Auch ein Akku mit einer Kapazität von 18 Kilowattstunden ist an Bord. Siemens stattet die Fahrzeuge dann jeweils mit einem Stromabnehmer aus. An der Stromleitung fahren die Fahrzeuge elektrisch und laden den Akku. Ohne Oberleitung kann das Fahrzeug elektrisch fahren oder, wenn der Akku leer ist, mit Diesel.

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Die Regierung in London hat kürzlich beschlossen, dass in Großbritannien ab 2040 keine neuen Lkw mit Verbrennungsmotor verkauft werden dürfen. Bis 2050 soll der Verkehr dort kohlendioxidneutral sein.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Jetzt werden Alternativen für den Schwerverkehr gesucht. Eine davon ist die Oberleitung. Daneben werden auch andere saubere Lkw getestet: Der britische Lkw-Hersteller Leyland Trucks, der zum amerikanischen Konzern Paccar gehört, wird 20 akkuelektrische Lkw der Konzernschwester DAF bei staatlichen Einrichtungen, darunter beim Gesundheitsdienst NHS , testen. Das Londoner Unternehmen Arcola Energy plant ein Pilotprojekt mit Brennstoffzellen-Lkw in Schottland.

Das Oberleitungsprojekt wird wissenschaftlich begleitet vom Centre for Sustainable Road Freight, einem Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und der Heriot-Watt University in Edinburgh. Die Forscher haben errechnet, dass es möglich ist, das Straßennetz des Vereinigten Königreichs bis Ende der 2030er Jahre bis auf die entlegensten Gebiete mit Oberleitungen auszustatten. Die Kosten sollen sich auf 19 Milliarden britische Pfund, umgerechnet 22,3 Milliarden Euro, belaufen. Sie könnten sich in 15 Jahren amortisieren.

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