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Elektromobilität: Goodyear-Reifen soll Autoakku laden

Kein Serienprodukt, aber vielleicht eine gute Idee: Goodyear stellt das Konzept eines Reifens für Elektroautos vor. Er soll die Reichweitenangst lindern.
/ Werner Pluta
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Reifen BH03: ultraschwarze Textur (Bild: Goodyear)
Reifen BH03: ultraschwarze Textur Bild: Goodyear

Laden beim Fahren: Der US-Reifenhersteller Goodyear Tire & Rubber(öffnet im neuen Fenster) hat eine neue Möglichkeit gefunden, den Akku eines Elektroautos unterwegs zu laden: Die Reifen erzeugen Strom.

Konzeptreifen BH03 – Goodyear
Konzeptreifen BH03 – Goodyear (01:42)

BH03 heißt der Generatorreifen, den Goodyear auf der Automesse in Genf vorgestellt hat. Er macht sich zwei Effekte zunutze: den piezoelektrischen(öffnet im neuen Fenster) und den thermoelektrischen(öffnet im neuen Fenster) . Letzterer ist beim Fahren und beim Stehen wirksam, Ersterer nur unterwegs.

Der Reifen ist ultraschwarz

Das Material, aus dem der Reifen besteht, ist besonders dunkel – Goodyear sagt, es habe eine "ultraschwarze Textur" , damit es besonders gut aufheizt. Allerdings wird es nicht nur durch das Sonnenlicht aufgeheizt, sondern auch während der Fahrt durch die Reibung. Ein piezoelektrisches Material wandelt die durch Druck entstehenden Verformungen in elektrischen Strom.

Wie viel Leistung die Reifen produzieren oder wie die elektrische Energie in den Autoakku gespeist werden soll, verschweigt Goodyear. Allerdings handelt es sich bei dem BH03 lediglich um ein Konzept. Eine Serienfertigung ist nicht geplant.

Entwickler gewannen wichtige Erkenntnisse

"Wir haben diesen stromproduzierenden Konzeptreifen aus Überlegungen zu Energie- und Umweltfragen heraus entwickelt" , sagt Jean-Pierre Jeusette(öffnet im neuen Fenster) . Auch wenn der Reifen nicht als Produkt auf den Markt kommen soll, hätten sie in dem Projekt Erkenntnisse gewonnen, die "in zukünftige Entwicklungen einfließen werden."

Die sogenannte Reichweitenangst ist ein wichtiges Argument gegen Elektroautos: Fahrer befürchten, mit leerem Akku liegenzubleiben und ihn dann gar oder nur sehr langsam wieder laden zu können. Entwickler suchen deshalb nach Möglichkeiten, die Reichweite von Elektroautos zu erhöhen.

Dazu gehört, die Akkus zu verbessern, so dass sie mehr elektrische Energie speichern können und sich schneller wieder laden lassen. Außerdem suchen die nach Wegen, um unterwegs die Akkus wieder zu laden: In der südenglischen Stadt Milton Keynes etwa sind an den Endhaltestellen einer Elektrobuslinie Induktionsspulen in den Boden eingelassen . Sie laden den Akku während der Fahrtpause. US-Wissenschaftler hatten sogar schon die Idee, solche Spulen in den Fahrbahnbelag zu integrieren .


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