Elektromobilität: Fraunhofer-Forscher wollen Autoakkus recyceln

Aus alt mach neu: Das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC) hat ein Projekt zum Recycling von Lithium-Ionen-Akkus initiiert. Ziel ist, umweltfreundlich und wirtschaftlich die wertvollen Rohstoffe aus den Autoakkus zurückzugewinnen und wiederzuverwerten.
Die Forscher wollen die gesamte Prozesskette des Akku-Recyclings analysieren: vom Sammeln der Altakkus über die unterschiedlichen Verfahren, sie aufzutrennen, bis hin zur Aufbereitung der Materialien und zur Wiederverwendung in neuen Akkus. Für jeden Schritt soll ein Verfahren gefunden werden, das effizient und wirtschaftlich, aber auch nachhaltig ist.
Ein wichtiger Schritt ist das Zerlegen des Altakkus. Das soll künftig automatisiert und nicht mehr von Hand geschehen. Dabei sollen neben mechanischen Verfahren wie dem Schreddern auch neue untersucht werden, etwa die elektrohydraulische Zerkleinerung. Zusammen mit weiterentwickelter Sortiertechnik soll es möglich sein, die verschiedenen Materialien aus den Akkus zu gewinnen. "Darüber hinaus entwickeln wir Konzepte für die Wiederverwendung von ganzen Batteriekomponenten - nicht nur den Materialbestandteilen - z. B. für stationäre Anwendungen, um effiziente und rentable Wertstoffkreisläufe zu ermöglichen" , sagt Andreas Bittner vom Fraunhofer ISC(öffnet im neuen Fenster) .
Viele Akkutypen - wenig Informationen
Ein großes Problem beim Recycling ist, dass es auf dem Markt viele verschiedene Akkutypen gibt, die sich vom Aufbau her sowie den eingesetzten Rohstoffen stark unterscheiden. Informationen darüber sind meist rar. Das macht das Zerlegen der Akkus riskant. In dem Projekt sollen Konzepte entwickelt werden, um diese Risiken zu identifizieren und so weit wie möglich zu verringern.
Das Projekt Automotive Battery Recycling 2020 (Autobatrec2020) ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Europäischen Union gefördert. Koordiniert wird das Projekt vom Fraunhofer ISC in Würzburg. Beteiligt sind acht Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland, Frankreich und Österreich. Darunter ist auch der Automobilkonzern Daimler.



