Elektromobilität:Formel-E-Teams dürfen eigenen Antriebsstrang entwickeln
Neue Saison, neue Möglichkeiten: Die Teams der Elektrorennserie Formel E dürfen künftig eigene Komponenten für ihre Boliden entwickeln. Die Motorsportbehörde FIA gesteht ihnen Saison für Saison mehr Entwicklungsmöglichkeiten zu. Das Starterfeld wird allerdings schrumpfen.
Formel-E-Rennwagen (bei Testfahrten in Donington Park, 2014): ab der fünften Saison kein Autowechsel mehrBild:
Werner Pluta/Golem.de
Die Elektrorennserie Formel E(öffnet im neuen Fenster) etabliert sich: Die erste Saison ist noch nicht einmal zur Hälfte um, da stehen schon die Teilnehmer der zweiten fest. In der Saison 2015/16 werden zwei Teams weniger als in der aktuellen antreten. Außerdem erlaubt das Reglement den Teams eigene Komponenten.
Acht Teams sind auf der Liste, die der Weltauto- und Motorsportverband Fédération Internationale de l'Automobile (FIA) veröffentlicht hat(öffnet im neuen Fenster). Danach stehen die Autos von Abt Sportsline, Andretti, Mahindra, Renault Sport, Venturi und Virgin auch in der zweiten Saison wieder in der Startaufstellung. Mit Motomatica und Nextev TCR gibt es zwei Neueinsteiger. Dafür treten Amlin Aguri, China Racing, Dragon Racing sowie der Rennstall des ehemaligen Formel-1-Piloten Jarno Trulli nicht mehr an.
Sind die Autos in der aktuellen Saison noch alle identisch, dürfen die Teams in der kommenden Saison mit eigenen Entwicklungen antreten. Äußerlich werden die Autos aber auch in der kommenden Saison wieder einheitlich sein: Die FIA erlaubt den Teams nur, eigene Antriebsstränge – das bedeutet Motor, Wechselrichter, Getriebe und Kühlsystem – zu bauen.
Bild 1/37: Motorsport wird elektrisch: der Rennwagen Spark-Renault SRT_01E bei der Testfahrt... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 2/37: Motorsport wird elektrisch: der Rennwagen Spark-Renault SRT_01E bei der Testfahrt ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 3/37: ... der neuen Rennsportserie Formel E in Donington Park in England (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 4/37: Das Interesse war groß: Über 5.000 Zuschauer kamen laut Veranstalter zu der Rennstrecke. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 5/37: Dort wurde einiges geboten: Die Teams waren angereist, um möglichst viel Erfahrung zu sammeln. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 6/37: Auch wenn die Autos viel leiser sind als solche mit Verbrennungsmotoren: (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 7/37: Es bleibt Racing. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 8/37: Das sehen offensichtlich auch die Fans so. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 9/37: Die Fahrer bewegten ihre Autos am Limit. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 10/37: Wie etwa Nick Heidfeld, der für Venturi fährt, am Eingang der Haarnadelkurve Goddards (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 11/37: Wie etwa Nick Heidfeld, der für Venturi fährt, am Eingang der Haarnadelkurve Goddards. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 12/37: Über das Limit hinaus: Franck Montagny im Andretti Racing nahm die Auslaufzone von Goddards zu Hilfe. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 13/37: Nelson Piquet junior konnte am Ausgang der Kurve sein Auto gerade noch abfangen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 14/37: Dieser Bolide des US-Teams Dragon Racing blieb auf der Geraden Starkey's Bridge liegen... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 15/37: Dieser Bolide des US-Teams Dragon Racing blieb auf der Geraden Starkey's Bridge liegen ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 16/37: ... und musste in die Box zurückgeschleppt werden. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 17/37: Während der Bergung war die Strecke gesperrt, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 18/37: ... die anderen Autos mussten in die Box. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 19/37: Kurze Verschnaufpause für die Fahrer: Nelson Piquet junior, der für China Racing startet, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 20/37: ... oder Lucas di Grassi aus dem deutschen Team Abt Audi Sport. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 21/37: Überhaupt wimmelt es in der Formel E von großen Namen: Vierfach-Weltmeister Alain Prost, genannt der Professor, etwa hat ein eigenes Team gegründet. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 22/37: Das hat auch Formel-1-Veteran Jarno Trulli, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 23/37: .. der aber - anders als Prost - auch selbst fährt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 24/37: Noch ein bekannter Name: Virgin tritt ebenfalls in der Serie an. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 25/37: Nick Heidfeld dürfte den bekanntesten Arbeitsgeber haben: Mitinhaber des Venturi-Teams ist Leonard DiCaprio. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 26/37: Nick Heidfeld dürfte den bekanntesten Arbeitgeber haben: Mitinhaber des Venturi-Teams ist Leonard DiCaprio. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 27/37: Indien ist mit dem Team Mahindra Racing vertreten. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 28/37: Blick in die Venturi-Box, wo an Heidfelds Autos gearbeitet wird (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 29/37: Blick in die Venturi-Box, wo an Heidfelds Autos gearbeitet wird. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 30/37: Jeder Fahrer hat zwei Autos: Etwa zur Rennhälfte, wenn der Akku des einen leer ist, steigt er in das andere um. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 31/37: Betrieb in der Boxengase: Die Besucher durften einen Blick in die Garagen werfen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 32/37: Betrieb in der Boxengasse: Die Besucher durften einen Blick in die Garagen werfen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 33/37: Für den Nachwuchs ist auch schon gesorgt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 34/37: Als Safety Car wird der BMW-Hybridsportwagen i8 eingesetzt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 35/37: Das Medical Car ist das Elektroauto i3, ebenfalls von BMW. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 36/37: Die Fahrzeuge werden mit dem drahtlosen Ladesystem von Qualcomm geladen, damit sie jederzeit einsatzbereit sind. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Bild 37/37: Der Test in Donington war der letzte vor dem Saisonstart der Formel E am 13. September 2014 in Peking. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Grund für diese Beschränkung ist, eine Kostenexplosion wie in der Formel 1 zu verhindern. "Die schrittweise Öffnung des Reglements wird Innovationen fördern und dabei gleichzeitig die Kosten unter Kontrolle halten", sagt FIA-Chef Jean Todt. Die Organisatoren hatten schon vor dem Start der ersten Saison erklärt, dass das Einheitsauto Spark-Renault SRT_01E nur eine Saison lang gefahren wird.
Jeder soll Chancen haben
Kleinere Teams, die sich keine Eigenentwicklungen leisten könnten, sollen von den größeren Teams deren selbst entwickelte Komponenten kaufen können, sagt Alejandro Agag(öffnet im neuen Fenster), Chef der Formula E Holdings (FEH), die die Rennserie vermarktet. Die Komponenten sollen zum geringst möglichen Preis weitergegeben werden. Das soll die Chancengleichheit ermöglichen und damit den Wettbewerb fördern.
Die Organisatoren sind offensichtlich bemüht, eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, wie sie in der Formel 1 herrscht, zu verhindern. Dort gibt es die reichen Teams, die sich eine große Mannschaft und gute Fahrer leisten können und deshalb erfolgreich sind. Die Teams mit einem vergleichsweise geringen Budget hingegen fahren hinterher.
Der Autowechsel soll wegfallen
Ab der dritten Saison können auch die Akkus weiterentwickelt werden. Ziel ist, dass in der fünften Saison, die 2018 beginnt, der Autowechsel zur Rennmitte wegfällt. Derzeit müssen die Fahrer einmal das Auto wechseln, da die Akkus nicht genug Strom für die komplette Distanz speichern.
Der Autowechsel eröffnet zwar Möglichkeiten zu taktischen Spielereien – und die sind in der Formel E wegen des Einheitsautos rar. Der Umstieg ist aber aus Sicherheitsgründen streng reglementiert: Er hat eine Mindestdauer, um sicherzustellen, dass der Fahrer im neuen Auto auch wieder sicher angegurtet ist. Weil sie diese Zeitvorgabe unterschritten, bekamen einige Fahrer schon Durchfahrts- oder Zeitstrafen.
Bild 1/1: Layout der Strecke für den Berliner E-Prix am 23. Mai 2015 (Bild: FIA)
Das Rennen wurde kürzlich um eine Woche auf den 23. Mai 2015 vorverlegt. Grund ist, dass zwischen dem Rennen in Berlin und dem Saisonabschluss in London am 27. Juni noch ein Rennen eingeschoben wurde: Am 6. Juni startet die Formel E in der russischen Hauptstadt Moskau. Das Rennen ist der Ersatz für den Lauf in Rio de Janeiro, der zwar geplant war, aber ausgefallen ist.
Der nächste E-Prix findet am 14. März in Miami im US-Bundesstaat Florida statt. Nach vier von zehn Läufen führt Lucas di Grassi(öffnet im neuen Fenster), der für das deutsche Abt-Team fährt, vor Sam Bird, Virgin, und Sebastian Buemi, E-Dams Renault.