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Elektromobilität: Florida baut Autobahn mit drahtloser Ladefunktion

Ein Teilstück der State Road 516 in Florida soll Elektroautos während der Fahrt aufladen. Das Pilotprojekt nutzt hierfür Induktionstechnik.
/ Nils Matthiesen
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Florida baut eine Autobahn für E-Autos. (Bild: Enrx)
Florida baut eine Autobahn für E-Autos. Bild: Enrx

In Florida entsteht derzeit ein Straßenabschnitt(öffnet im neuen Fenster) , der Elektrofahrzeuge während der Fahrt mit Energie versorgen kann. Die Central Florida Expressway Authority (CFX) realisiert das Projekt auf einem neuen Teilstück der State Road 516 nahe Orlando. Ziel der Infrastrukturmaßnahme ist es, die sogenannte Reichweitenangst zu minimieren und die Abhängigkeit von zeitintensiven Stopps an stationären Ladesäulen zu verringern.

Drahtlose Energieübertragung im Asphalt

Die technische Grundlage des Vorhabens bildet dem Bericht zufolge die induktive Kopplung. Unter der Fahrbahnoberfläche werden spezielle Kupferspulen installiert, die ein elektromagnetisches Feld erzeugen, sobald ein dafür ausgerüstetes Fahrzeug den Abschnitt passiert. Ein am Unterboden des Autos montierter Empfänger wandelt dieses Feld wieder in elektrischen Strom um und speist ihn direkt in das Batteriesystem ein. Als Partner für die technologische Umsetzung fungiert das norwegische Unternehmen Enrx, das sich auf drahtlose Energieübertragung spezialisiert hat. Zudem ist das Forschungszentrum Aspire der National Science Foundation maßgeblich an der Entwicklung beteiligt.

Der Bauabschnitt der State Road 516 soll als Reallabor für künftige Mobilitätskonzepte dienen. Die Ingenieure stehen dabei vor der Herausforderung, die Ladehardware so in den Straßenbelag zu integrieren, dass sie sowohl den hohen mechanischen Belastungen durch den Schwerlastverkehr als auch den extremen Witterungsbedingungen Floridas langfristig standhält.

Potenzial für kleinere Batterien

Sollte sich das System im Regelbetrieb bewähren, könnte dies die Fahrzeugentwicklung nachhaltig beeinflussen. Wenn Hauptverkehrsadern kontinuierlich Energie liefern, benötigen Elektroautos keine massiven und schweren Akkupakete mehr, um praxistaugliche Reichweiten für Langstrecken zu erzielen. Eine Reduktion der Batteriekapazität würde das Fahrzeuggewicht signifikant senken und damit die Gesamteffizienz steigern. Gleichzeitig könnten die Anschaffungskosten für Endkunden sinken, da die Batterie derzeit den teuersten Faktor in der Produktion darstellt.

Ähnliche Teststrecken wurden bereits in Ländern wie Schweden oder Deutschland erprobt, doch das Projekt in Florida gilt aufgrund seiner Integration in ein öffentliches Schnellstraßennetz als eines der bisher ambitioniertesten Vorhaben in den USA. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Teststrecke Fahrzeughersteller dazu bewegt, die notwendige Empfängertechnik künftig ab Werk in Serienfahrzeuge zu integrieren.


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