Elektromobilität: Erste Lithiumhydroxid-Raffinerie in Deutschland geplant

Lithiumhydroxid ist ein wichtiger Bestandteil von Akkus für Elektroautos. Bisher kommt das Material fast ausschließlich aus China. Das will der niederländische Metallurgiekonzern AMG ändern; er plant eine Produktionsanlage für den Werkstoff in Sachsen-Anhalt.

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Lithiumhaltiges Mineral aus Thüringen: Abnehmer und Zulieferer sind vorhanden.
Lithiumhaltiges Mineral aus Thüringen: Abnehmer und Zulieferer sind vorhanden. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Lithiumhydroxid für Elektroauto-Akkus aus Sachsen-Anhalt: Der niederländische Metallurgiekonzern Advanced Metallurgical Group (AMG) will in Zeitz eine Raffinierie für Lithiumhydroxid bauen. Dort soll Lithiumhydroxid in einem Reinheitsgrad aufbereitet werden, der für Akkus ausreicht.

AMG hat für den Bau eine staatliche Förderung beantragt. Das Unternehmen hat bereits in Frankfurt am Main ein Labor eingerichtet, in dem Materialforschung für die Akkufertigung betrieben wird. Insgesamt will der Konzern für Labor und Raffinerie in Deutschland nach eigenen Angaben zwischen 50 und 60 Millionen Euro investieren. Die Raffinierie soll in etwa zwei bis drei Jahren fertig sein.

Das Lithiumhydroxid wird für die Herstellung von Kathoden der Akkus benötigt. Bislang kommt das Material in der nötigen Reinheit fast ausschließlich aus China. Das außerhalb Chinas erzeugte Lithiumhydroxid sei meist nicht für die Akkuherstellung geeignet, sagte Andrew Miller, Lithium-Experte beim auf Akku-Rohstoffe spezialisierten Marktforschungsunternehmen Benchmark Minerals, dem Handelsblatt. Wegen der Dominanz Chinas in der Wertschöpfungskette suchten viele Endkunden nach einem Weg, ihren Nachschub langfristig zu diversifizieren.

In Deutschland gibt es laut AMG bisher keine derartige Anlage. Der Bedarf ist durchaus vorhanden: So baut der chinesische Akkuhersteller CATL eine Akkuzellfabrik in Arnstadt bei Erfurt. Northvolt und Volkswagen wollen eine solche Fabrik in Salzgitter errichten. In dieser Woche hat der US-Elektroautohersteller Tesla mit der Nachricht überrascht, eine Gigafactory südlich von Berlin zu planen. Tesla baut seine Akkuzellen selbst, zusammen mit einem Partner.

Es gibt aber nicht nur Abnehmer für das Lithiumhydroxid, sondern auch Zulieferer: So plant das Bergbauunternehmen Deutsche Lithium, in alten Bergwerken im Erzgebirge nach Lithiumkarbonat zu schürfen. Der wachsende Bedarf und die dadurch gestiegenen Preise für den Rohstoff machen den Abbau rentabel.

Daneben planen mehrere Unternehmen eine Lithium-Gewinnung in der Oberrheinischen Tiefebene. Dort wurde im Tiefengrundwasser eine relativ hohe Lithium-Konzentration festgestellt. Die Anlagen zur Gewinnung könnten an vorhandene Geothermieanlagen zur Wärme- oder Stromerzeugung angebaut werden.

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