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Elektromobilität: Energieschub für Londoner Busse

Mit einem neuen Schnellladesystem können die ersten Fahrzeuge jetzt ganztags eingesetzt werden.
/ Wolfgang Kempkens
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Schnellladestation in London (Bild: TfL)
Schnellladestation in London Bild: TfL

Die ersten batterieelektrischen Busse, die ganztags eingesetzt werden können, notfalls auch 24 Stunden am Stück, rollen jetzt durch London. Sie sind auf der Route 132 zwischen North Greenwich Station und Bexleyheath Shopping Centre unterwegs. Nachts werden die Batterien wie die der anderen gut 850 batterieelektrischen Busse der britischen Hauptstadt sanft geladen. Doch in Bexleyheath geht es mit mehr als 200 Kilowatt zur Sache. Der Strom fließt aus zwei Kontakten über eine ausfahrbare Brücke in die Stromspeicher. Nach zehn Minuten ist in den Batterien wieder genügend Strom für die nächste Fahrt. Die Busse wurden vom schottischen Unternehmen Alexander Dennis Limited gemeinsam mit seinem chinesischen Partner BYD gebaut. Ladestation und Übertragungstechnik hat das britische Unternehmen EO Charging in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Energiespezialisten ABB errichtet.

Bedarf an Bussen reduziert

Die kurze Aufladezeit und die daraus resultierende größere Entfernung, die jeder Bus täglich zurücklegen kann, reduzieren den Bedarf an Bussen, so dass finanzielle Ressourcen in andere Bereiche des Nahverkehrs investiert werden können. Batterieelektrische Busse sind um etwa 40 Prozent teurer als Dieselfahrzeuge. Ein Teil der Mehrkosten wird wettgemacht, weil Strom bezogen auf die Länge der Fahrstrecke deutlich billiger ist als Diesel.

Im kommenden Jahr wird eine weitere Linie umgerüstet

Vom kommenden Jahr an wird das "Opportunity Charging", wie das Schnellladen mit Stromabnehmern in London heißt, auf die gut 24 Kilometer lange Linie 358 zwischen Crystal Palace und Orpington ausgeweitet, eine der längsten Routen Londons. Ohne Zwischenladung könnten die lokal emissionsfreien Busse nicht den ganzen Tag fahren, deshalb werden an jeder Endhaltestelle Schnellladepunkte installiert. Auf der Linie 358 werden dann neue Busse eingesetzt, die Straßenbahnen ähneln.

Emissionsfrei in zwölf Jahren

Spätestens im Jahr 2034 sollen alle Londoner Busse emissionsfrei fahren. Die meisten davon werden ihren Strom aus Batterien beziehen, einige auch aus Brennstoffzellen, die Wasserstoff benötigen, der umweltneutral hergestellt werden soll. Bereits jetzt sind in der britischen Hauptstadt 20 Busse mit dieser Technik unterwegs.


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