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Elektromobilität: Elektroautos sind etwas fürs Land

Junge, hippe Metropolbewohner fahren Elektroauto, und Großunternehmen treiben die Elektromobilität voran - so lautet das Klischee. Falsch! Eine aktuelle Studie des DLR zeigt, dass andere zuerst umsteigen.

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Nicht typisch: Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen in Paris
Nicht typisch: Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen in Paris (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Gebildete, männliche Kleinstadtbewohner über 50 und kleine Unternehmen: Das sind laut einer aktuellen Studie die Besitzer eines Autos mit alternativem Antrieb. Forscher vom Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wollten wissen, wer Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb kauft, und wie die Fahrzeuge genutzt werden.

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Die Forscher um Projektleiter Stefan Trommer hatten dazu im vergangenen Jahr 9.217 Halter angefragt, auf die mindestens ein Elektroauto oder ein Plugin-Hybrid-Fahrzeug zugelassen ist. 3.111 beteiligten sich an der Studie. "Eine Befragung zu diesem Thema ist in einem solchen Umfang bisher einzigartig", sagt Trommer. Die Zahl der Teilnehmer erlaube "einen repräsentativen Einblick in Einstellungen zum Elektroauto und seiner Nutzung".

Wer kauft ein Elektroauto?

Es überrascht etwas, wer ein solches Auto kauft: Es sind nämlich nicht die Jüngeren. Wer ein E-Auto kauft, ist meist schon etwas älter: Das Durchschnittsalter der E-Auto-Käufer liegt bei 51 Jahren - und damit über dem der Käufer von Autos mit Verbrennungsmotor. Es sind vorwiegend Männer mit gutem Bildungsgrad und höherem Einkommen.

Elektroautos werden auch nicht in den großen Städten gefahren, wo es inzwischen eine recht gut ausgebaute Infrastruktur mit öffentlichen Ladestationen gibt. Nur jeder fünfte Elektroautofahrer lebt in einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern. Über die Hälfte wohnt in Kleinstädten und Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern. Entsprechend laden die meisten ihr Auto täglich zuhause, etwa ein Drittel (36 Prozent) zusätzlich am Arbeitsplatz. Nur jeder fünfte Befragte nutzt mindestens einmal pro Woche eine öffentliche Ladesäule.

Elektroauto? Gern. Aber nicht nur.

Wer ein Hybrid- oder Elektroauto haben will, macht sich über die Umwelt Gedanken. Daneben sind das Interesse an der Technik sowie die geringeren Fahrtkosten Motive zum Kauf. Und natürlich der Spaß am Fahren. Die Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer oder kostenloses Parken und Aufladen waren weniger wichtig. Allerdings ist das Elektroauto kein Erstfahrzeug: Vier von fünf Haltern haben noch ein weiteres Auto. Aber die Hälfte der Elektroautobesitzer hatte vorher zwei herkömmliche Autos und hat eines für das elektrische abgeschafft.

Elektroautos mit einem Akku als Energiespeicher machen dabei mit 87 Prozent den größten Anteil der Autos mit alternativem Antrieb aus. Der Rest sind Autos mit einem Plugin-Hybridantrieb. Fahrzeuge mit einer Brennstoffzelle spielen demnach keine Rolle. Die meisten Fahrzeuge sind weniger als zwei Jahre alt.

Elektroautos fahren 10.300 Kilometer pro Jahr

Die DLR-Forscher interessierte auch, wie die Elektroautos genutzt werden. Das Ergebnis ist wenig erstaunlich: weitgehend so wie konventionelle Autos auch. 43 Kilometer fährt ein Elektroauto im Schnitt an einem Werktag, ein Auto mit Hybridantrieb bemerkenswerterweise einen Kilometer weniger - davon aber 30 Kilometer elektrisch.

Den Unterschied machen die Langstreckenfahrten, für die sich Elektroautos wegen der eingeschränkten Reichweite und der relativ langen Ladezeiten nicht so gut eignen. Entsprechend fährt mehr als die Hälfte der privaten Eigentümer nicht mit dem Elektroauto in den Urlaub oder über das Wochenende weg. Längere Strecken absolvieren 72 Prozent der Befragten mit dem Verbrennungsauto. Daher kommen Unterschiede in der Fahrleistung: Elektroautos legen im Jahr 10.300 Kilometer zurück, Hybridfahrzeuge 13.600 Kilometer und Verbrennungsautos 15.400 Kilometer.

Elektroautos in Betrieben

Auch bei den gewerblichen Nutzern entspricht die Realität nicht der Erwartung: So setzen zwar große Konzerne wie die Post oder UPS Elektroautos zum Ausliefern ein. Das ist aber nicht die Regel. Es sind meist kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern und einer Flotte von höchstens neun Fahrzeugen, die elektrisch unterwegs sind - die Hälfte davon in großen und mittleren Städten.

Die meisten gewerblichen Halter laden ihre Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände. Knapp ein Drittel (29 Prozent) werden zudem daheim geladen. Die gewerblichen Nutzer stört ebenfalls die Reichweite. Die Mehrheit hätte für eine größere Reichweite einen höheren Kaufpreis bezahlt. Jeder fünfte Unternehmer (21 Prozent) sagte, die E-Fahrzeuge seien nur begrenzt zum Transport geeignet, weil es an Zulademöglichkeiten fehle.

Trotz der Einschränkungen: Der Umstieg auf den anderen Antrieb macht offenbar Spaß. 84 Prozent der privaten Besitzer empfiehlt anderen den Kauf eines Elektroautos. Die Mehrheit der Unternehmen plant, weitere Elektrofahrzeuge anzuschaffen.

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broeps 28. Mai 2015

Wo ist der Bus?

RvdtG 28. Mai 2015

Aber wir können uns darauf einigen, dass beim gegenwärtigem technischem Stand ist die...

neocron 28. Mai 2015

aha, erst versucht sich jemand einen halbgaren Vergleich aus den Rippen zu saugen, und...

Sysiphos 27. Mai 2015

Ich wohne in einer kleinen aber beschaulichen "Metropole" namens Nürnberg. Habe keine...

Sebbi 27. Mai 2015

Natürlich kann niemand ganz genau die Preise vorhersagen, aber da Elektroautos am Anfang...


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