Ehrgeizige Zukunftspläne

Seit Ende 2008 fertigt Hyundai Autos in Nošovice. Somit zählt das Werk zu den modernsten Autofabriken auf dem Kontinent. Einen höheren Automatisierungsgrad dürfte nur die derzeit entstehende Tesla Gigafactory in Berlin/Brandenburg erreichen. Das Gelände in Grünheide ist mit 300 Hektar größer und in der endgültigen Ausbaustufe sollen jährlich 500.000 Elektroautos gebaut werden.

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In Nošovice rollten im vergangenen Jahr rund 310.000 Fahrzeuge aus den Hallen. Mit 50.000 Stück ging die meisten nach Deutschland, gefolgt von Großbritannien, Spanien und Russland. In diesem Jahr will Hyundai rund 30.000 Kona Elektro hier bauen. Die jährliche Kapazität ist auf 35.000 Stück ausgelegt.


Das koreanische Unternehmen hat ehrgeizige Pläne: 2020 plant man 80.000 emissionsfreie Fahrzeuge an Kunden in Europa zu liefern. Neben dem Kona gibt es noch den elektrischen Ioniq sowie den Nexo mit Brennstoffzelle. "Unser Konzern investiert 50 Milliarden Euro in den Ausbau alternativer Antriebe", sagt Keller. "Bis 2025 wollen wir weltweit zu den Top 3 Elektroautoherstellern zählen."

Das koreanische Unternehmen ist eine der wenigen Automarken, die Technologieoffenheit umsetzt. Es gibt alle denkbaren Hybrid-Versionen, reine Elektroautos sowie ein Serienfahrzeug mit Brennstoffzelle. Für das kommende Jahr sind ein weiteres Elektroauto sowie ein neuer Crossover geplant. In fünf Jahren sollen Kunden zwischen 44 Modellen mit alternativen Antrieben wählen können.

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Mit einem Marktanteil von 3,6 Prozent ist Hyundai nach eigener Aussage die stärkste asiatische Automarke in Deutschland. Jürgen Keller will den Absatz des Kona nicht nur durch kürzere Lieferzeiten ankurbeln. So verlängert der Hersteller die Fahrzeuggarantie für den Kona Elektro von fünf auf acht Jahre. Auch auf den Akku gibt es acht Jahre Garantie bis 160.000 Kilometer. In Sachen Umweltbonus gewährt Hyundai statt der üblichen 6.000 nun 8.000 Euro Prämie, wovon 3.000 Euro aus dem Bundeshaushalt kommen. Die Preise für den Kona Elektro starten bei 34.850 Euro. Die Version mit großer Batterie, stärkerem Motor und Premium-Paket liegt bei 48.450 Euro.

Geringerer Rollwiderstand schafft mehr Reichweite

Mit dem Modelljahr 2020 hat der Hersteller seinen City-SUV technisch verbessert. Reifen mit weniger Rollwiderstand und eine verbesserte Hinterradaufhängung sorgen für 35 Kilometer mehr Reichweite. Laut WLTP schafft der Wagen jetzt 484 Kilometer bei einem Verbrauch von 14,7 kWh pro 100 Kilometer. Käufer erhalten eine EnBW-Ladekarte ohne monatliche Grundgebühr, mit der sie für 0,29 Euro an Wechselstrom- und für 0,39 Euro an Schnellladesäulen des Anbieters laden können. Der überarbeitete Kona lädt dreiphasig an Wechselstromanschlüssen mit bis zu 11 kW. An Schnellladeanschlüssen sind 70 kW Leistung möglich.

  • Das Hyundai-Werk in Nosovice ist seit zwölf Jahren in Betrieb und ist somit eine der modernsten Autofabriken in Europa. (Bild: Dirk Kunde)
  • Der Kona Elektro (von rechts) und Akku (von unten) bewegen sich in der Montagelinie aufeinander zu.  (Bild: Hyundai / Angelika Emmerling)
  • Die Akkus werden im Lager für den Transport an die Montagelinie vorbereitet. (Bild: Hyundai / Angelika Emmerling)
  • Zwei Arbeiter fixieren mit Schrauben den 64-kWh-Akku im Fahrzeugboden. (Bild: Hyundai)
  • Nach dem Festschrauben wird der zur Hälfte geladene Akku über eine Steckverbindung mit dem Fahrzeug verbunden. (Bild: Hyundai / Angelika Emmerling)
  • Endkontrolle für einen der ersten in Europa gefertigten Kona Elektro (Bild: Hyundai)
  • Auf dem Außengelände in Nosovice werden die ersten Modelle verladen und machen sich auf den Weg zu den Händlern. (Bild: Hyundai)
  • Der Kona Elektro ist ein Kompakt-SUV. Mit seinem 64-kWh-Akku schafft er bis zu 484 km (WLTP).(Bild: Hyundai / Angelika Emmerling)
  • Die Diagonale des Displays ist in der Modellversion 2020 sechs Zentimeter größer. Per Blue Link gibt es eine Verbindung zu einer Smartphone-App. (Bild: Hyundai / Angelika Emmerling)
  • Ladestopp an einer Ionity-Säule in Tschechien. Der Kona lud hier mit bis zu 74 kW.(Bild: Dirk Kunde)
Ladestopp an einer Ionity-Säule in Tschechien. Der Kona lud hier mit bis zu 74 kW.(Bild: Dirk Kunde)

Mit Blue Link gibt es endlich eine Online-Verbindung des Autos zu Telematik-Diensten (Staus, Parkplätze etc.) sowie zu einer Smartphone-App. So kann man aus der Ferne den Ladezustand abrufen, vorheizen oder Routen ans Navi schicken. Die Kartendarstellung und die Medienauswahl im Fahrzeug profitieren vom größeren Display, dessen Diagonale um 6 auf 26 cm gewachsen ist (10,25 Zoll).

Die knapp 900 Kilometer von Frankfurt ins Werk nach Tschechien waren mit einer Übernachtung eine angenehme Autoreise. Doch im Vergleich zur Vorgängerversion, die wir im Sommer 2019 getestet haben, ist leider eines in der neuen Modellversion unverändert geblieben: Das Lautsprecher-System des US-Herstellers Krell klingt immer noch viel zu dumpf. Daran ändert leider auch der Equalizer nichts.

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 Elektromobilität: Ein Besuch im tschechischen Grünheide
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