Elektromobilität: E.Go verkauft weniger Autos als geplant

Der Autohersteller E.Go hat 2019 nur 540 statt der geplanten 600 Autos verkauft. 2020 sollen es 5.100 Fahrzeuge werden.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden
E.Go
E.Go (Bild: e.Go)

Der Aachener Elektroautobauer E.Go hat seine Ziele 2019 nicht erreicht und nur 540 statt wie geplant 600 Fahrzeuge verkauft. Für 2020 erwartet Firmengründer Günther Schuh einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa zufolge einen Verkauf von etwa 5.100 Autos. Bei der Vorstellung der Serienversion des E.Go im März 2019 kündigte Schuh an, dass die 3.400 Vorbestellungen im Laufe dieses Jahres gebaut werden sollten.

Zum Vergleich: Volkswagen konnte nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes den E-Up, einen Konkurrenten des E.Go, rund 8.200 Mal verkaufen. Bei beiden Fahrzeugen handelt es sich um Einsteigermodelle in die Elektromobilität, wobei der E-Up eine WLTP-Reichweite von 260 km aufweisen kann.

Der E.Go wird in drei Varianten angeboten, die alle eine geringere Reichweite haben. Sie heißen E.Go Life 20, 40 und 60, benannt nach der Höchstleistung des Antriebs. Neben dem Antrieb unterscheiden sich die Autos in der Reichweite: Der Akku der kleinsten Ausführung hat eine Kapazität von 14,5 kWh und ermöglicht eine Reichweite von 100 km nach WLTP. Die mittlere Variante mit 17,5-kWh-Akku schafft 113 km. Das Modell 60 mit einer Akkukapazität von 23,5 kWh soll mit einer Ladung etwa 145 km weit kommen.

Ein weiteres Problem sind die Ladezeiten des E.Go: Die maximale Ladeleistung des Akkus ist auf 3,7 kW (230 V, 16 A, einphasig) beschränkt. Der Volkswagen E-Up wird in der Grundkonfiguration auch nur mit 3,6 kW aufgeladen, doch für knapp 600 Euro Aufpreis kann er mit CCS-Anschluss mit 40 kW geladen werden.

Der Elektroautohersteller aus Aachen soll durch eine kurzfristige Finanzierung seiner Aktionäre gerettet worden sein, als das Unternehmen laut einem Bericht im Oktober 2019 kurz vor der Insolvenz stand. Die Zwischenfinanzierung beträgt 100 Millionen Euro und muss bis März 2020 zurückgezahlt werden. Gelingt das nicht, können die Aktionäre ihre Darlehensanteile in Stammaktien umtauschen. E.Go soll laut dpa jedoch eine Beteiligung aus China aufgetan haben. Wer der neue Teilhaber ist, wurde noch nicht bekanntgegeben.

Das Unternehmen hat weitere Schwierigkeiten. Der Preis der Fahrzeuge muss wegen der womöglich steigenden Umweltprämie und höherer Kosten bei Bauteilen anderer Hersteller erhöht werden. Sonst würde der Gewinn zu sehr geschmälert, gab e.Go an.

Die drei Varianten E.Go Life 20, 40 und 60 sind deshalb seit Januar 2020 jeweils 2.000 Euro teurer. Der E.Go Life 20 kostet demnach 17.900 Euro. Der E.Go Life 40 mit 23,5-kWh-Akku wird für 20.600 Euro angeboten und voraussichtlich ab März 2020 ausgeliefert. Der neue Preis des E.Go Life 60 liegt bei 21.900 Euro.

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FrankKnarf 27. Jan 2020

Liest sich wie der Tesla-Businessplan! Was fehlt ist, jedes Jahr eine Fabrik für 500k...

mainframe 27. Jan 2020

Vielleicht kann der eGo in Sachen Wartung und Unterhalt punkten. Ich finde, er hat...

chmbs 27. Jan 2020

Die Sono-Probleme haben aber wohl nichts mit dem eUP und Geschwistern zu tun, da sind...

bplhkp 27. Jan 2020

Fahrspaß ist (außerhalb der USA) nicht nur Beschleunigung von 0-100. Das ist auch...



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