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Elektromobilität: DLR prognostiziert schleppenden Start ins Elektrozeitalter

Eine aktuelle Studie des DLR sagt voraus, dass entgegen dem Ziel der Bundesregierung 2020 nur 40.000 Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren werden. Die Millionengrenze soll erst rund 20 Jahre später erreicht sein.
/ Werner Pluta
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Elektromobilität: Einbußen bei der Mineralölsteuer durch sparsame Motoren (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Elektromobilität: Einbußen bei der Mineralölsteuer durch sparsame Motoren Bild: Werner Pluta/Golem.de

Eine Million Elektrofahrzeuge soll bis zum Jahr 2020 auf deutschen Straßen unterwegs sei. Dieses Ziel hat die Bundesregierung 2008 festgelegt und daran hält sie eisern fest. Die Realität könnte indes anders aussehen.

Gerade mal 40.000 Elektroautos würden 2020 hierzulande unterwegs sein, erklärt eine aktuelle Studie, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführt hat. Erst 20 Jahre später soll die Millionengrenze überwunden sein: Für 2040 sagt die Studie 1,4 Millionen Elektroautos voraus.

Mehrheit mit Verbrennungsmotor

Doch selbst dann hätten immer noch 85 Prozent der Neuwagen sowie 95 Prozent aller Autos einen Verbrennungsmotor, berichtet das Magazin Focus unter Berufung auf die Studie(öffnet im neuen Fenster) . Immerhin würden dann allerdings 13 Millionen reine Verbrennungsfahrzeuge immerhin 12 Millionen mit Hybridantrieb gegenüberstehen.

Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt zeigen derzeit einige Hersteller serienreife Elektroautos, darunter der US-Hersteller Tesla Motors, der nach einen Angaben kaum hinterherkommt, die Nachfrage nach dem Model S zu bedienen, oder BMW: Die Bayern präsentieren auf der IAA das Serienfahrzeug i3 , das im November ausgeliefert werden soll.

Zweigleisige Entwicklung

BMW werde "zweigleisig in die Zukunft gehen" , sagte Manuel Sattig, Projektmanager von BMWi, im Gespräch mit Golem.de. Das bedeutet, die Münchner setzen zum einen auf alternative Antriebe wie Brennstoffzelle, Hybrid- und Elektromotoren. Zum anderen wollen sie aber auch die Verbrennungsmotoren effizienter gestalten, um den Schadstoffausstoß zu verringern.

Das sagt auch die DLR-Studie voraus: Die Autos der Zukunft würden deutlich weniger Benzin oder Diesel verbrauchen, prognostizieren die DLR-Forscher. Unter anderem auch deshalb, weil sie davon ausgehen, dass die Europäische Union die Grenzwerte für die Kohlendioxidemissionen der Autos in den kommenden Jahren weiter absenken wird.

Was der Umwelt nutzt, könnte den Staat durch die Einbußen bei der Mineralölsteuer viel Geld kosten. Die könnte allerdings durch andersartige Mehreinnahmen kompensiert werden. Die Studie "Der Pkw-Markt bis 2040: Was das Auto von morgen antreibt" hatte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) beim DLR in Auftrag gegeben.


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