Elektromobilität: BYD soll ab 2023 Natrium-Ionen-Akkus herstellen

Laut dem Bericht einer chinesischen Nachrichtenseite(öffnet im neuen Fenster) wird BYD im zweiten Quartal 2023 mit der Massenproduktion von Natrium-Ionen-Akkus für die Modelle Qin, Dolphin und Seagull beginnen. Es handelt sich um kleinere Modelle des Herstellers, die umgerechnet für rund 10.000 bis 20.000 Euro verkauft werden. BYD ist drittgrößter Akkuhersteller und einer der größten Elektroautohersteller der Welt.
Seit 2020 stellt die Firma die sogenannte Blade Battery her, ein kostengünstiges LFP-Akkupack mit hoher Volumeneffizienz. Ein hypothetisches Blade Battery Pack käme mit Natrium-Ionen-Akkus auf eine Energiedichte von 150 bis 175 Wh/l, wenn lediglich die LPF-Akkus durch Zellen mit der derzeit verfügbaren Natrium-Ionen-Akkutechnik ausgetauscht würden, die eine Energiedichte von 240 bis 280 Wh/l erreichen. Im Vergleich liegt die Energiedichte der Akkupacks von Teslas Modellen 3 und Y mit Standardreichweite zwischen 156 und 188 Wh/l.
BYD dementierte den Bericht aber,(öffnet im neuen Fenster) obwohl die Pläne sowohl technisch als auch wirtschaftlich plausibel sind. Seit der weltgrößte Akkuhersteller, CATL, im Jahr 2021 die Massenproduktion von Natrium-Ionen-Akkus für das Jahr 2023 ankündigte, folgten eine Vielzahl anderer Akkuhersteller mit ähnlichen Plänen. Ein wichtiger Grund ist der enorme Anstieg der Preise für Lithiumcarbonat in den letzten zwei Jahren um rund das Fünfzehnfache auf umgerechnet 80 Euro pro Kilogramm, oder mehr als 50 Euro pro Kilowattstunde.
Es liegt im Interesse jedes Herstellers, die offizielle Ankündigung kostengünstiger Modelle so weit wie möglich hinauszuzögern, um der Nachfrage nach aktuell verfügbaren teureren Modellen nicht zu schaden. Das Phänomen ist als Osborne Effekt,(öffnet im neuen Fenster) bekannt, demzufolge die Ankündigung des günstigeren Computers Osborne 2 zum Einbruch der Verkaufszahlen von Osborne 1 geführt haben soll.
Nach dem Start der Massenproduktion der Akkuzellen werden die entsprechenden Automodelle nicht sofort verfügbar sein, zumal es bei der Einführung zu Verzögerungen kommen kann. Natrium-Ionen-Akkus zeichnen sich im Vergleich zu LFP neben dem niedrigeren Preis durch die bessere Kälteresistenz aus. Damit sind sie besser für Regionen außerhalb der Subtropen und Tropen geeignet, sollen auch noch bei -20 Grad Celsius 90 Prozent der Energie liefern und somit den Verlust an Reichweite reduzieren.



