Elektromobilität: BMW plant 160 Hektar große Akkumontagefabrik

Akkus für elektrische BMWs: Der bayerische Autohersteller BMW plant eine Fabrik, in der die Akkus für die neuen Elektroautos montiert werden sollen. Diese wird voraussichtlich in Niederbayern gebaut.
Den Zuschlag für das riesige Werk werde voraussichtlich Irlbach erhalten, berichtet die Süddeutsche Zeitung (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) , ein kleiner Ort mit 1.200 Einwohnern an der Donau zwischen Regensburg und Passau. "Wir sind im Rennen" , sagte Bürgermeister Armin Soller, "auch wenn noch nichts unterschrieben ist."
BMW wird in dem Werk keine eigenen Zellen fertigen, sondern Hochvoltakkus montieren. Die Zellen bezieht BMW von dem chinesischen Hersteller Eve Energy . Diese sind vor allem für die elektrische Neue Klasse gedacht. Deren Vorproduktion soll im Herbst 2024 starten, das erste Modell soll 2025 auf den Markt kommen.
Irlbach liegt verkehrsgünstig
BMW bevorzugt einen Standort in Niederbayern wegen der verkehrsgünstigen Lage: Das Werk soll die Produktionsstätten in Dingolfing, Landshut und München beliefern. "Eine gute logistische Anbindung an die bayerischen Werke ist somit ein wichtiges Auswahlkriterium für das Grundstück" , sagte ein BMW-Sprecher der Süddeutschen Zeitung. Irlbach liegt an einer Bundesstraße, über die die anderen BMW-Standorte entweder direkt oder weiter über eine Autobahn erreichbar sind.
Das Werk wird riesig: Laut einer Ausschreibung aus dem vergangenen Jahr suchte der Automobilhersteller eine Fläche von 50 bis 100 Hektar. In den aktuellen Verhandlungen geht es nach dem Bericht der Zeitung aber um 160 Hektar. Zum Vergleich: Das BMW-Werk in Dingolfing ist der größte BMW-Produktionsstandort in Europa und hat eine Fläche von 280 Hektar.
Der designierte Baugrund wird bisher als Ackerland genutzt. Darum kritisiert der Bund Naturschutz (BN) die mögliche Auswahl. "Wir sagen klar Nein, so nicht, zu einem Neubau auf bisher nicht genutzter Fläche - egal ob hier oder anderswo" , sagte BN-Chef Richard Mergner. Das sei kein Votum gegen Elektromobilität. Aber neue Produktionsstätten müssten ressourcenschonend und auf bereits vorhandenen Gewerbeflächen errichtet werden.
Der Betrieb in der Akkumontagefabrik soll 2026 starten. Dafür müssten die Bauarbeiten Anfang 2024 beginnen.



