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Elektromobilität: Autoindustrie sorgt sich um Ökostrom-Produktion

Die Autoindustrie will Elektroautos nur mit Ökostrom laden lassen. Dennoch soll die EEG-Umlage fallen.
/ Friedhelm Greis
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Der Strom an Schnellladesäulen kann ganz schön teuer sein. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der Strom an Schnellladesäulen kann ganz schön teuer sein. Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Die Autoindustrie verlangt von der Politik bessere Konzepte für die Transformation der Branche hin zur Elektromobilität. "Die Parteien müssen die Komplexität der industriellen Transformation eines ganzen Kontinents erkennen. All die verschiedenen Themen müssen nach der Wahl in einem Koalitionsvertrag dargestellt werden, und zwar so, dass es funktionieren kann" , sagte die Präsidentin des Verbandes der Autoindustrie (VDA), Hildegard Müller, der Neuen Osnabrücker Zeitung laut Vorabbericht(öffnet im neuen Fenster) .

Nach Ansicht Müllers muss bei den Themen Energieerzeugung, Ladeinfrastruktur und Elektromobilität branchenübergreifender gedacht werden. Deutschland stehe dabei in einer globalen Verantwortung. "Klimaschutz muss ein wirtschaftliches und soziales Erfolgsmodell sein. Nur wenn unser Weg weltweit kopiert wird, ist dem Klima tatsächlich geholfen" , sagte Müller.

Es reiche dabei nicht aus, "ein paar Ladesäulen" hinzustellen. "Die müssen auch ans Stromnetz angeschlossen werden, und das Stromnetz muss auch stabil sein, wenn die ganze Straße ihre E-Autos lädt. Und all dieser Strom muss Ökostrom sein, denn niemand will Braunkohle-Strom tanken." Zudem müsse der Preis stimmen, "weshalb ich sage: Ladestrom raus aus der EEG-Umlage" .

Derzeit liegt diese Umlage zur Förderung von Ökostrom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bei 6,5 Cent pro Kilowattstunde. Ein Verzicht auf die Umlage würde das Laden an der heimischen Wallbox um rund 20 Prozent billiger machen. Beim Laden an Gleichstromsäulen entlang von Autobahnen läge die Ersparnis bei etwa 10 Prozent. Entsprechende Forderungen der Autoindustrie gibt es schon seit einigen Jahren .

Ökostrom aus Afrika?

Die VDA-Chefin fordert in diesem Zusammen internationale Kooperationen, da Deutschland den Bedarf an Ökostrom nicht national decken könne. "Hier geht es ganz banal um Flächen, zum Beispiel in Afrika, in Lateinamerika. Diese Märkte werden jetzt verteilt. Deutschland und Europa müssen bei dieser Verteilung jetzt Interesse anmelden und sich dringend intensiver um Partnerschaften und Handelsabkommen bemühen" , sagte Müller.

Inwieweit Deutschland Strom aus Afrika oder Lateinamerika importieren kann, ist jedoch unklar. So ist das Projekt Desertec, das Strom aus Nordafrika per Kabel nach Deutschland bringen wollte, inzwischen gescheitert. Stattdessen gibt es nun Überlegungen, in sonnen- und windreichen Regionen Energieträger wie Wasserstoff oder synthetische Treibstoffe zu gewinnen(öffnet im neuen Fenster) .


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