Elektromobilität: Auslastung von Ladesäulen nimmt deutlich zu
In Zeiten hoher Kraftstoffpreise nimmt die Auslastung von öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos nach Betreiberangaben zu. Der Energiekonzern Vattenfall teilte mit, dass an seinen Ladesäulen in Deutschland seit Jahresbeginn rund zwei Drittel mehr Strom geladen worden sei als im gesamten Vorjahr. Das schwedische Unternehmen erklärte den Trend mit einer höheren Auslastung infolge gestiegener Kraftstoffpreise und mit dem Ausbau der Infrastruktur.
Die größten Anbieter hierzulande teilen die Einschätzung zur Auslastung. EnBW, der nach Ladepunkten mit Abstand größte Betreiber, berichtete, die Auslastung sei insgesamt gering, weil es viele Lademöglichkeiten gebe. Auf diesem niedrigen Niveau entwickele sich die Auslastung aber "generell sehr gut". Zahlen nannte EnBW aus Karlsruhe nicht und begründete diese mit dem Wettbewerb.
Der zweitgrößte Betreiber nach Ladepunkten, Eon, teilte mit: "Wir sehen grundsätzlich eine zunehmende Nutzung der öffentlichen Ladeinfrastruktur." Der Essener Energiekonzern erklärte die Entwicklung vor allem mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos.
EWE nannte konkrete Zahlen: "Unsere Ladepunkte sind durchschnittlich 30 Prozent mehr ausgelastet als im letzten Jahr." Der Oldenburger Energieversorger begründete die Zunahme mit den steigenden Zulassungen von Elektroautos und dem Anstieg der Ölpreise.
Der Anbieter Aral aus Bochum teilte für den Energiekonzern BP mit, dass die Auslastung der Schnellladesäulen zunehme. "Grund für den kontinuierlichen Zuwachs ist sicherlich der Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland mit einem deutlichen Anstieg der Neuzulassungen", hieß es.
Wenige Ladepunkte sind gleichzeitig belegt
Dem E-Mobilitätsmonitor des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge(öffnet im neuen Fenster) waren im Jahr 2025 im Schnitt zwölf Prozent der öffentlichen Ladepunkte gleichzeitig belegt. Der BDEW bilanzierte im April 2026: "Die geringe zeitgleiche Belegung zeigt, dass der Ausbau des Ladeangebots weiter deutlich vor dem Hochlauf der vollelektrischen Pkw liegt."
Die Einschätzungen der Ladenetzbetreiber decken sich mit Erfahrungen von Golem. Vor allem während der Hauptreisezeit im Juli und August waren die Ladesäulen entlang von Autobahnen stark frequentiert. Selbst größere Stationen mit zwölf Schnellladern waren häufig komplett belegt. Daher könnte die durchschnittliche Auslastung im Jahr 2026 höher ausfallen.
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