Elektromobilität: Auf dem E-Highway in Schleswig-Holstein ist der O-Lkw los

In Schleswig-Holstein ist auf der A1 erstmals ein Lkw gefahren, der Fahrstrom von einer Oberleitung bezogen hat. Damit ist das Pilotprojekt für Elektromobilität startklar. Der Regelbetrieb startet Anfang kommenden Jahres.

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E-Highway in Schleswig-Holstein: Über 250 Masten mussten nachgerüstet werden.
E-Highway in Schleswig-Holstein: Über 250 Masten mussten nachgerüstet werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Nach etwas längerer Bauzeit ist der E-Highway in Schleswig-Holstein einsatzbereit: Das hat eine knapp zweistündige Probefahrt auf der Autobahn ergeben Der Regelbetrieb auf dem rund fünf Kilometer langen Autobahnabschnitt zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck soll Anfang kommenden Jahres starten.

Der erste Oberleitungs-Lkw (O-Lkw) soll noch in diesem Monat an eine Spedition in Reinfeld bei Lübeck ausgeliefert werden. Er wird zunächst noch weitere Funktionstests durchführen. Zudem müssen Fahrer und Wartungspersonal geschult werden. Danach kann die Spedition die ersten Testfahrten mit und ohne Lasten durchführen.

Das Projekt läuft bis Ende des Jahres 2022. Die O-Lkw - ein zweiter soll in der ersten Hälfte des kommenden Jahres an die Spedition übergeben werden - werden im täglichen Pendelbetrieb auf der Teststrecke auf der A1 unterwegs sein.

Ziel des Projekts ist, den Straßenverkehr sauberer zu machen und Betriebskosten zu sparen. Die O-Lkw haben einen konventionellen Dieselantrieb sowie einen elektrischen Antrieb. Auf Strecken, die mit einer Oberleitung ausgestattet sind, fahren sie elektrisch und laden zudem ihren vergleichsweise kleinen Akku. Verlassen sie die Strecke mit Oberleitung, übernimmt zunächst der Akku. Ist dieser leer, schaltet das Fahrzeug um auf Dieselbetrieb. Vorteil gegenüber einem Akku-elektrischen Antriebsstrang soll eine größere Reichweite sein. Stammt der Strom aus erneuerbaren Energiequellen, könnte der Schadstoffausstoß der Lkw um 95 Prozent gesenkt werden.

Neben der Teststrecke in Schleswig-Holstein gibt noch zwei weitere in Deutschland: Der E-Highway in Hessen auf der Autobahn A5 zwischen den Anschlussstellen Langen/Mörfelden und Darmstadt/Weiterstadt ist Ende vergangenen Jahres fertiggestellt worden. Offizieller Start war im Mai dieses Jahres. Ein weiteres Projekt in Baden-Württemberg auf der Bundesstraße 462 bei Rastatt nahe Karlsruhe ist in Planung. Ein Pilotprojekt in Mittelschweden läuft seit 2016.

Ganz reibungslos verlaufen die E-Highway-Projekte nicht: So wurde im Spätsommer bekannt, dass es Lieferschwierigkeiten bei den O-Lkw gibt. In Schleswig-Holstein hatte es zudem technische Mängel an über 250 Masten gegeben. Sie mussten nachgerüstet werden. So hat sich der Projektstart, der für Mitte des Jahres geplant war, verzögert.

"Wir wollen den emissionsfreien Güterverkehr erreichen und dafür ist die Erprobung der Oberleitungstechnologie ein wichtiger Baustein. Ich bin zuversichtlich, dass uns dieses Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zur klimafreundlichen Mobilität und Logistik liefern wird", sagte Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen).

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KOTRET 12. Dez 2019

Da wird nichts umgelagert, die LKWs fahren jetzt auch schon und vom Schienenverkehr wird...

E-Mover 10. Dez 2019

Erstaunlich, dass ein mit Strom aus einem Kohlekraftwerk angetriebener E-LKW dann...

E-Mover 10. Dez 2019

Ja, auf der A5 ist das eine ganz normale Spur, für alle nutzbar.

Micha_T 09. Dez 2019

Ich meine mich zu erinnern das der halbe Ostblock Oberleitungen für alles mögliche nutzt...



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