Elektromobilität: Audi steigert Reichweite des E-Tron um 25 Kilometer

Mit besserer Hard- und Software soll die Reichweite des Audi E-Tron zulegen. Doch der größte Teil des Zugewinns für das Elektroauto hat einen anderen Grund.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Audi E-Tron soll künftig mit einer Akkuladung 25 Kilometer weiter kommen.
Der Audi E-Tron soll künftig mit einer Akkuladung 25 Kilometer weiter kommen. (Bild: Audi)

Der Autohersteller Audi will die Reichweite des Elektro-SUV E-Tron 55 quattro um rund 25 Kilometer steigern. Erreicht werde dies mit einem effizienteren Antrieb und einem verbesserten Temperaturmanagement, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Ingolstadt mit. Den größten Anteil an der Reichweitsteigerung von 411 auf 436 Kilometer nach dem WLTP-Prüfzyklus hat jedoch eine Erhöhung des Batterienutzungsgrades (SoC-Hub). Während bislang von den 95 Kilowattstunden (kWh) an Akkukapazität nur 83,6 kWh genutzt wurden, sollen es künftig 86,5 kWh sein. Das erhöht die Reichweite rechnerisch um 14 Kilometer.

Der Mitteilung zufolge sollen durch eine neue Radbremse die sogenannten Restbremsverluste verringert werden. Zudem werde das Antriebssystem effizienter, weil im normalen Fahrbetrieb der Frontmotor nahezu vollständig abgekoppelt und stromlos geschaltet werde. Dadurch verringerten sich die sogenannten Schleppverluste des Asynchronmotors. Ein verbessertes Thermomanagement führe dazu, dass die Pumpe der Kühlflüssigkeit weniger Leistung benötige. Darüber hinaus vergrößerte Audi die Schubrekuperation. Das erhöht zwar nicht die Effizienz, soll aber ein stärkeres "One-Pedal-Feeling" erzeugen.

Im Vergleich mit anderen Elektroautos wie dem Tesla Model 3 oder dem Hyundai Kona Elektro schneidet der E-Tron bei der Reichweite nicht besonders gut ab. So verwendet das Model 3 beispielsweise mit dem permanenterregten Synchronmotor einen effizienteren Antrieb als der E-Tron mit seinen beiden Asynchronmotoren. Zudem hat der Tesla als Limousine einen besseren cw-Wert und wiegt bis zu 900 Kilo weniger.

Tests auf Autobahnen bei der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h haben beim E-Tron einen recht hohen Durchschnittsverbrauch von fast 30 kWh pro 100 Kilometern gezeigt. Das ergab bei der bisher nutzbaren Kapazität von 83,6 kWh eine theoretische Reichweite von etwa 280 Kilometern. Diese dürfte nun auf 300 Kilometer gesteigert werden.

Ladekurve verändert sich

Der bislang geringere Batterienutzungsgrad des Audi von 88 Prozent ermöglicht zwar ein schnelleres Laden, reduziert aber im Gegenzug die Reichweite. Die Erhöhung des Soc-Hub auf 91 Prozent hat demnach auch zur Folge, dass die Ladekurve gegen Ende des Ladevorgangs stärker sinkt. Bislang zeichnet sich der E-Tron dadurch aus, dass er recht lange mit der maximalen Ladeleistung von 150 Kilowatt geladen werden kann. Selbst bei einer fast vollen Batterie mit 95 Prozent Kapazität lud der E-Tron noch mit 67 Kilowatt, wie Golem.de auf einem Langstreckentest feststellte.

Laut Audi lassen sich bereits verkaufte Modelle nicht mit dem Update nachrüsten. Der Einstiegspreis von 80.900 Euro beim E-Tron 55 quattro bleibe aber unverändert. Für europäische Kunden sei die neue Variante ab sofort bestellbar. Der vor kurzem vorgestellte E-Tron Sportback verfügt ebenfalls über die genannten Verbesserungen. Dank einer bessereren Aerodynamik ist dessen Reichweite um zehn Kilometer nach WLTP größer.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Dwalinn 02. Dez 2019

Ne ich meine schon Brutto also das was der Akku theoretisch machen könnte wenn es keine...

berritorre 02. Dez 2019

Kann man, an den richtigen Ecken (und ausserhalb der grossen Zentren sowieso). Hier wird...

pre3 30. Nov 2019

Nö, mit "jeder" meine ich jeden, der Eins und Eins zusammenzählen kann. Siehe eben...

thinksimple 30. Nov 2019

Nö. Aber das macht jeder so. Von daher ist das nix überragend neues oder Tesla-eigenes...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Truppenversuch
Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter

Beim Truppenversuch der modifizierten Hololens 2 für die US-Armee hat sich herausgestellt, dass die Soldaten an Kampfkraft einbüßen und die Brillen ablehnen.

Truppenversuch: Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter
Artikel
  1. Nutzertest: Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz
    Nutzertest
    Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz

    Ein Kunde hat seine Hardware aufgerüstet, dennoch bekommt er statt 1 GBit/s nur 950 MBit/s im Download. Deutsche Glasfaser forscht nach.

  2. Deutschlandticket: 49-Euro-Ticket kommt erst zum 1. Mai
    Deutschlandticket
    49-Euro-Ticket kommt erst zum 1. Mai

    Fahrgäste können ab dem 1. Mai 2023 für 49 Euro im Monat das Deutschlandticket bundesweit nutzen. Dazu kommt ein bundesweites Jobticket zu einem günstigeren Preis.

  3. Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz: Fünf All-in-One-Messenger im Vergleichstest
    Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz
    Fünf All-in-One-Messenger im Vergleichstest

    Ständiges Wechseln zwischen Messenger-Apps ist lästig. All-in-One-Messenger versprechen, dieses Problem zu lösen. Wir haben fünf von ihnen getestet und große Unterschiede bei Bedienbarkeit und Datenschutz festgestellt.
    Ein Test von Leo Dessani

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • XFX RX 7900 XTX 1.199€ • WSV bei MM • Razer Viper V2 Pro 119,99€ • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€, MSI RTX 4090 1.889€ • Epos Sennheiser Game One -55% • RAM/Graka-Preisrutsch • Razer Gaming-Stuhl -41% • 3D-Drucker 249€ • Kingston SSD 1TB 49€ • Asus RTX 4080 1.399€[Werbung]
    •  /