Elektromobilität: Alte Batterien sind eine strategische Rohstoffquelle
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung(öffnet im neuen Fenster) hat den Umgang mit alten Batterien aus Elektroautos in Ostasien analysiert. Insbesondere die Märkte in China, Südkorea und Japan sind deshalb interessant, weil Elektromobilität in der Region schon länger und intensiver genutzt wird als in Europa. Zudem findet dort ein Großteil der weltweiten Batterieherstellung statt.
China gilt darunter als das Land, das als Erstes mit einer nennenswerten Anzahl an ausgedienten Batterien konfrontiert ist. Die Batterie- und Autohersteller stehen dort in der Pflicht, eine Rückverfolgbarkeit der Batterien zu ermöglichen, sie zurückzunehmen und Altbatterien zu verwerten.
Das Recycling gilt in China als wichtige Quelle für benötigte Materialien und der ganze Industriezweig soll das Land wirtschaftlich stärken. Parallel dazu gibt es Probleme mit regional unterschiedlichen Vorgaben und informellen Recyclingstrukturen. Allerdings werden parallel große Recyclingkapazitäten aufgebaut, um dem entgegenzuwirken.
Südkorea will maximale Wertschöpfung
Noch mehr als China versucht Südkorea mit dem Recycling die Sicherheit bei der Rohstoffversorgung zu erhöhen. Ähnlich wie in der EU werden verpflichtende Recyclingmengen vorgeschrieben.
Außerdem gelten Altbatterien nicht als Abfall, sondern als zirkuläre Ressource. Es gibt verpflichtende Leistungsbewertungen der gebrauchten Batterien und Zertifikate für recycelte Materialien. Auch ein Markt für Sekundärbatterien soll entstehen, um ein vorzeitiges Recycling zu verhindern, wo auch gebrauchte Akkus eingesetzt werden können.
In Japan dagegen finden sich noch keine konkreten Programme oder Strategien zum Batterierecycling. Das Thema wird vor allem als Forschungsschwerpunkt betrachtet. Für den Zugang zum europäischen Markt wird sich gleichzeitig auf die Einführung eines Batteriepasses vorbereitet.
Saubere Regelung für Altbatterien notwendig
Das Forschungsteam schließt daraus, dass die Regelungen in der EU für die Rohstoffsicherheit und den Batterielebenszyklus bereits die ersten richtigen Schritte sind. Viel wichtiger sei es jedoch, nicht weiter Regulierungen zu ergänzen, sondern konkrete Vorgaben bei der Ausgestaltung des Recyclings und der Weiterverwendung von Batterien zu machen.
Aufgaben in Deutschland und der EU wären jetzt, eine klare Regelung für alte Batterien weg vom Status als Abfall zu schaffen und die digitale Rückverfolgbarkeit möglichst pragmatisch zu gestalten. Zudem sollte die Industrie in die Regulierung beim Recycling eingebunden werden, um einen wettbewerbsfähigen Markt zu schaffen. Außerdem sollte die Weiterverwendung von Altbatterien, zum Beispiel als Speicher im Stromnetz, möglichst einfach gestaltet werden.
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