Elektrofahrzeuge: Tesla plant kabelloses Ladegerät
Tesla hat bestätigt, eine induktive Ladestation für seine Elektrofahrzeuge zu entwickeln.
Tesla will künftig kabellos laden. Das bestätigte Tesla-Chefdesigner Franz von Holzhausen in einem Interview mit Jay Leno. Auf die Frage nach den Lademöglichkeiten für den neuen Cybertruck sagte von Holzhausen: "Wir arbeiten an induktivem Laden. Dann brauchst du gar nichts mehr einzustecken. Du fährst einfach über das Pad in deiner Garage und schon wird geladen.". Damit ist offenbar der Cybertruck gemeint.
Während Tesla in der Vergangenheit kein Interesse an der kabellosen Ladetechnologie gezeigt hatte, änderte sich das, als das Unternehmen vor einigen Monaten ein Bild einer kabellosen Ladestation für zu Hause veröffentlichte. Damals gab es nur wenige Details und außer dem Foto keine offizielle Stellungnahme. Es gab auch eine Übernahme eines Start-ups für kabelloses Laden, dessen Mitarbeiter bei Tesla integriert wurden.
Die Vorteile des kabellosen Ladegeräts liegen in erster Linie in der Bequemlichkeit, da das manuelle Anschließen des Fahrzeugs entfällt.
In der Vergangenheit hatte sich Tesla mit automatisierten Roboterarmen befasst, die den Einsteckvorgang anstelle der kabellosen Technologie übernehmen. Dies war für selbstfahrende Fahrzeuge gedacht, die selbstständig parken und laden können. Die Technik wurde jedoch bislang nicht umgesetzt.
Die Installation und der Kauf von kabellosen Ladegeräten wird für Fahrzeugbesitzer, die sich für diese Technologie interessieren, wahrscheinlich teurer werden als eine klassische Wallbox. Für die Autos wird außerdem ein spezieller induktiver Empfänger benötigt, der den Anschaffungspreis erhöht.
Die Idee, E-Autos kabellos zu laden, ist nicht neu. Volvo startete 2022 in Göteborg, Schweden, ein Projekt, bei dem elektrische Volvo-Taxis über einen Zeitraum von drei Jahren auf ihre Fähigkeit hin getestet werden, im täglichen Einsatz kabellos geladen zu werden. Eine Flotte des Modells Volvo XC40 Recharge wird an speziell ausgestatteten Stationen die Möglichkeit haben, ohne physische Verbindung aufzuladen. Diese Taxis sind darauf ausgelegt, mehr als zwölf Stunden täglich im Einsatz zu sein und jährlich etwa 100.000 Kilometer zu fahren.
Für das kabellose Laden nutzt Volvo die Technologie von Momentum Dynamics, wobei die Autos einfach über eine im Boden eingelassene Ladestation gefahren werden müssen, um den Ladevorgang automatisch zu starten. Die Autos werden dabei über ein 360-Grad-Kamerasystem präzise positioniert und können mit einer Leistung von über 40 kW kabellos geladen werden. Dieser Versuch folgt auf ähnliche Entwicklungen von Mercedes, Audi und BMW, wobei BMW ein kabelloses Ladesystem für einen seiner Hybriden mit einer Ladegeschwindigkeit von 3,2 Kilowatt angeboten hat, das die Batterie innerhalb von 3,5 Stunden aufladen kann. Trotz dieser Innovationen hat sich die kabellose Ladetechnologie noch nicht umfassend durchgesetzt.