Elektrofahrzeuge: Massive Arbeitsverstöße auf BYD-Baustelle in Brasilien
Wie die South China Morning Post berichtet(öffnet im neuen Fenster) , haben die brasilianischen Behörden auf der Baustelle der Elektrofahrzeugfabrik von BYD im Bundesstaat Bahia sehr schlechte Arbeitsbedingungen für chinesische Arbeiter aufgedeckt.
Die Behörden entdeckten auf der Baustelle in Camacari in der brasilianischen Provinz Bahia 163 chinesische Staatsangehörige, die unter Bedingungen arbeiteten, die sie als Sklaverei-ähnlich bezeichneten. Die Arbeiter, die in China von einem Subunternehmen angeworben worden waren, waren laut Behörden überlangen Arbeitszeiten und unzureichenden Lebensbedingungen ausgesetzt.
Die Staatsanwaltschaft gab dem Bericht nach bekannt, dass die Arbeiter eine Erlaubnis einholen mussten, bevor sie ihre Unterkünfte verlassen durften; die Pässe von 107 Personen wurden von ihrem Arbeitgeber beschlagnahmt. Diese Praxis in Kombination mit verlängerten Arbeitszeiten, die sich oft über sieben aufeinanderfolgende Tage erstreckten, verstößt gegen die brasilianischen Arbeitsvorschriften.
Sicherheitsbedenken und rechtliche Auswirkungen
Die Arbeitsinspektorin Liane Durao betonte gegenüber der Zeitung die Schwere der Situation und wies darauf hin, dass auf der Baustelle die Mindeststandards für Sicherheit nicht eingehalten worden seien. Nach brasilianischem Recht umfassen Sklaverei-ähnliche Bedingungen verschiedene Verstöße, darunter Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, gefährliche Arbeitsbedingungen und Umstände, die die Menschenwürde verletzen.
Als Reaktion auf diese Ergebnisse stellte BYD die Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Jinjiang Construction Brazil ein. Alexandre Baldy, Senior Vice President von BYD Brasil, gab eine Erklärung ab, die brasilianische Gesetzgebung und die Rechte der Arbeitnehmer künftig zu respektieren. Zudem sollen die betroffenen Arbeitnehmer in Hotels untergebracht worden sein.
Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen und die Behörden müssen noch die endgültigen Strafen festlegen. BYD behauptet, in den vergangenen Wochen interne Überprüfungen der Arbeitsbedingungen durchgeführt und zuvor von seinem Bauunternehmer Verbesserungen gefordert zu haben.
Das betreffende Bauprojekt soll als neue Produktionsstätte für Elektrofahrzeuge von BYD dienen, die 2025 in Betrieb genommen werden soll.
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