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Elektroautos: Wissing plant Förderung von Wallboxen mit Solarstrom

Mit 900 Millionen Euro will die Regierung noch in diesem Jahr den Aufbau der privaten Ladeinfrastruktur fördern. Das betrifft auch die Eigenstromversorgung.
/ Friedhelm Greis
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Die Installation von Wallboxen soll wieder gefördert werden. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Die Installation von Wallboxen soll wieder gefördert werden. Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Die Bundesregierung will den Aufbau der privaten Ladeinfrastruktur mit zwei neuen Förderprogrammen unterstützen. Dazu wolle man "die Kombination aus Fotovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Ladestation in selbst genutzten Wohngebäuden fördern" , sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing auf der Ladeinfrastrukturkonferenz 2023(öffnet im neuen Fenster) am 29. Juni 2023 in Berlin.

Voraussetzung dafür sei, "dass ein Elektroauto vorhanden oder bestellt ist" , sagte der FDP-Politiker und fügte hinzu: "Die Förderung wird im Herbst starten, und wir stellen dafür eine halbe Milliarde Euro an Fördermitteln bereit." Laut Wissing hat die Förderung der Eigenstromversorgung neben den CO 2 -Einsparungen auch den Vorteil, dass das Stromnetz geschont wird. Inwieweit von dem Programm neben Eigenheimen auch Mehrfamilienhäuser profitieren können, ist unklar. Offen ist auch noch die einzelne Förderhöhe.

Schnelllader für Fahrzeugflotten

Darüber hinaus will das Ministerium noch in diesem Sommer einen Förderaufruf für das Errichten von Schnellladeinfrastruktur für Unternehmen mit eigenen Fahrzeugflotten veröffentlichen. Das betreffe unter anderem "Taxiunternehmen, Mietwagenanbieter oder Lieferdienste, aber auch kleinere Unternehmen wie Pflegedienste oder Handwerksbetriebe" , sagte der Minister, "eben all jene, die darauf angewiesen sind, dass ihre Fahrzeuge in kürzester Zeit wieder einsatzbereit sind" .

Diese Förderung sei wichtig, da zwei Drittel aller Neuwagen von Unternehmen zugelassen würden, sagte Wissing. Dem Ministerium zufolge(öffnet im neuen Fenster) ist für das Programm ein Volumen von bis zu 400 Millionen Euro vorgesehen.

Entsprechende Überlegungen waren bereits im Masterplan Ladeinfrastruktur II enthalten, den Wissing im Oktober 2022 vorgestellt hatte . Demnach sollte die Regierung bis Anfang 2023 prüfen, "wie die Nutzung selbst erzeugten erneuerbaren Stroms für das eigene Elektrofahrzeug bzw. die eigene Elektrofahrzeug-Flotte beim Ausbau privater Ladeinfrastruktur am wirksamsten ermöglicht werden kann" . Dabei sollen "bestehende bzw. neue Maßnahmen zum weiteren Ausbau von PV-Anlagen (inkl. Speicher) berücksichtigt" werden.

Einem Bericht der Tagesschau(öffnet im neuen Fenster) zufolge rechnet das Verkehrsministerium mit einer hohen fünfstelligen Zahl an Anträgen privater Haushalte. Finanziert werden soll das Programm über den Klima- und Transformationsfonds (KTF), einem Sondervermögen in Höhe von rund 35 Milliarden Euro. Abgewickelt werden sollen die Anträge, wie bereits bei früheren Programmen, über die staatliche Förderbank KfW. Wie hoch die Förderung individuell ausfalle, wolle das Ministerium zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.

Die Bundesregierung hatte von November 2020 bis Oktober 2022 bereits die Anschaffung von Wallboxen gefördert . Dabei wurden 689.980 von 974.449 beantragten Ladepunkten mit je 900 Euro bezuschusst. Von den ursprünglich vorgesehenen 800 Millionen Euro des Programms wurden 180 Millionen Euro nicht ausgezahlt.


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