Elektroautos: Wie viele Millionen Ladesäulen sollen es werden?

Mehrere Millionen öffentliche Ladepunkte sollen EU-weit bis 2030 erforderlich sein. Bislang hängt Deutschland mit dem Ausbau deutlich hinterher.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Für die Millionen Elektroautos sind bis 2030 auch viele Ladesäulen nötig.
Für die Millionen Elektroautos sind bis 2030 auch viele Ladesäulen nötig. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Für die Umstellung des Verkehrssektors auf klimaneutrale Elektromobilität ist ein deutlich schnellerer Ausbau der Ladeinfrastruktur erforderlich. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Europäischen Automobilhersteller-Verbands (Acea) sowie Verbänden der Energiewirtschaft. Ein bedarfsgerechter Ausbau bis 2030 erfordert demnach EU-weit 6,8 Millionen öffentliche Ladepunkte. Nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten sollten jedoch nur 2,9 Millionen Ladepunkte installiert sein.

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Wie viele öffentliche Ladepunkte für das künftige Ladenetz erforderlich sind, ist unter Experten umstritten. So hält die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag bis zum Jahr 2030 eine Million öffentliche Ladepunkte in Deutschland für erforderlich.

Dem widerspricht jedoch bislang die Energiewirtschaft. Auch die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) will die Ausbauziele nicht an einer konkreten Zahl festmachen, sondern dynamisch am Bedarf orientieren. Das heißt: Je mehr Schnelllader installiert werden, desto niedriger kann die Zahl der Ladepunkte ausfallen.

Zwei Ausbauszenarien

Die 72-seitige Acea-Studie (PDF) geht noch deutlich weiter als die Bundesregierung. Der Europäische Ladeinfrastruktur-Masterplan geht bei einem bedarfsgerechten Ausbau sogar von 2,074 Millionen öffentlichen Ladepunkten in Deutschland aus. Allerdings setzt dieses Konzept vor allem auf Wechselstromsäulen mit einem durchschnittlichen Auslastungsgrad von 5 Prozent.

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Der ökonomischere Ausbau sieht hingegen stärker ausgelastete Gleichstromsäulen vor. Dann wären EU-weit noch 2,9 Millionen öffentliche Ladepunkte erforderlich. Umgerechnet auf den deutschen Anteil wären das immer noch 870.000 Ladepunkte hierzulande.

Vor allem beim bedarfsgerechten Konzept müsste die Ausbaugeschwindigkeit deutlich erhöht werden. "Durchschnittlich müssten jede Woche 14.000 Ladepunkte zwischen 2021 und 2030 installiert werden", heißt es in der Studie. Beim nutzungsorientierten Ausbau wären es 6.000 pro Woche. Das sind immer noch dreimal so viele wie beim aktuellen Ausbautempo, das bei 2.000 Ladepunkten pro Woche liegt.

Deutschland abgeschlagen

Aktuell schneidet Deutschland dabei im EU-Vergleich ziemlich schlecht ab. So würden statt der erforderlichen 4.200 Ladepunkte nur 242 installiert, berichtet die Studie. Das entspricht einer Quote von 5,8 Prozent. Beim nutzungsorientierten Ausbau wären es mit 13,7 Prozent immer noch viel zu wenig. Länder wie Österreich, Ungarn oder Rumänien erreichen schon deutlich höhere Werte.

Darüber hinaus untersuchte die Studie noch die Frage, welche Ladeinfrastruktur an den europäischen Hauptverkehrsadern (Transeuropäische Netze/TEN-T) künftig erforderlich wäre. Auf der Rhein-Alpen-Route von den Niederlanden nach Genua sollten demnach 311 Schnellladepunkt je 100 km zur Verfügung stehen. Auf der östlichen Route von Skandinavien ans Mittelmeer, was in Deutschland der A 9 entspricht, wären es noch 264 Schnellladepunkte. EU-weit geht die Studie dabei von 85.000 Schnellladepunkten auf 47.000 km aus, was 184 Ladepunkten auf 100 km entspricht.

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Kommunikationsnetz viel teurer

Die Studie geht von Investitionskosten in Höhe von 172 Milliarden Euro aus, um bis 2030 sowohl die private als auch die öffentliche, bedarfsorientierte Infrastruktur zu errichten. Davon sollen wiederum 85 Milliarden Euro auf die öffentliche Infrastruktur entfallen, von diesem Betrag wiederum 59 Milliarden Euro auf den Bau von Schnellladern. Für den nutzungsorientierten Ausbau werden keine Zahlen genannt.

Die gesamten Investitionen, zu denen noch der Ausbau des Stromnetzes und der erneuerbaren Energien gehört, sollen sich demnach auf 280 Milliarden Euro belaufen. Bis 2050 sollen sich die Ausgaben auf 1.000 Milliarden Euro erhöhen.

Verglichen mit anderen Infrastrukturprojekten würden die Ausgaben jedoch nicht sehr groß ausfallen. So entsprächen die jährlichen 8 Milliarden Euro für öffentliche Ladepunkte nur 18 Prozent der Ausgaben, die für 5G oder Breitbandinternet in der EU ausgegeben würden, heißt es in der Studie. Die Ertüchtigung des Stromnetzes für die E-Mobilität mache nur 11 Prozent der jährlichen Investitionen in das Stromnetz aus.

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xSureface 30. Mär 2022 / Themenstart

Wieso? Die können dir deinen doch abstellen. Sollte dann für nen paar Säulen reichen.

Extrawurst 30. Mär 2022 / Themenstart

Und da soll mal einer sagen, wir Deutschen hätten keinen Humor :D

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