Elektroautos: Trump will Batterieproduktion statt E-Autos fördern

Unter der US-Regierung von Präsident Donald Trump soll die Förderung der Elektromobilität neu ausgerichtet werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf ein Dokument des Teams, das die Übernahme der Regierungsgeschäfte nach dem 20. Januar 2025 vorbereitet. Während die Anschaffung von Elektroautos und der Ausbau der Ladeinfraktur nicht mehr mit Milliarden US-Dollar gefördert werde, solle die Abhängigkeit von China bei Autos, Bauteilen und Batteriematerialien verringert werden.
Das Übergangsteam fordert demnach, die verbleibenden Mittel für den Bau von Ladestationen zurückzufordern und das Geld auf die Verarbeitung von Batterierohstoffen und die "Lieferkette für die nationale Verteidigung und die kritische Infrastruktur" zu verlagern. Die aktuelle US-Regierung unter Joe Biden hatte für den Ausbau der Ladeinfrastruktur 7,5 Milliarden US-Dollar vorgesehen.
Darüber hinaus sollen bisherige Umweltauflagen für die Autoindustrie wieder rückgängig gemacht werden. Das betrifft beispielsweise die zulässigen Emissionswerte und den Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen.
Schnellerer Bau von Fabriken geplant
Die Vorschläge zielen konkret darauf ab, die Einfuhr von Komponenten der Elektroautoproduktion wie Batterien, kritischen Rohstoffen und Ladekomponenten durch Zölle zu reduzieren. Dabei könne sich die US-Regierung auf eine Bedrohung der nationalen Sicherheit berufen.
Der Bau staatlich finanzierter Projekte zur Produktion von Batteriezellen oder deren Recycling solle durch den Verzicht auf Umweltverträglichkeitsprüfungen beschleunigt werden. Während der Export von Batterie-Know-how an feindliche Staaten eingeschränkt werden solle, schlägt das Team eine Exportförderung für Batterien vor, die in den USA gefertigt wurden.
Zölle als Druckmittel für ausländische Märkte
Zudem sollten Zölle als Druckmittel genutzt werden, um ausländische Märkte für US-Autoexporte, einschließlich E-Autos, zu öffnen. In Ländern wie Indien sind derzeit hohe Zölle auf Fahrzeuge fällig, die nicht dort produziert werden. Daher ist Tesla bislang nicht in Indien vertreten.
Wie bereits berichtet, sollen US-Bundesbehörden nicht mehr zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen verpflichtet werden. Das betrifft beispielsweise die US Postal Services(öffnet im neuen Fenster) . Das US-Verteidigungsministerium solle Programme zum Kauf oder zur Entwicklung elektrischer Militärfahrzeuge stoppen.
Es ist davon auszugehen, dass Tesla-Chef Elon Musk bei den Plänen mitreden möchte. Musk gilt seit dem Wahlsieg als einer der wichtigsten Trump-Berater und weicht kaum von dessen Seite. Der US-Elektroautohersteller nahm inzwischen in Texas seine erste Fabrik zur Lithium-Produktion in Betrieb(öffnet im neuen Fenster) . Das dürfte sicherlich im Interesse Trumps liegen, die Abhängigkeit der USA von asiatischen Batterielieferanten zu verringern.