Elektroautos: Rund 360 Einwendungen gegen Teslas Gigafactory

Es geht um Wasser, Verkehr und Naturschutz: Nicht nur Bewohner aus der Umgebung haben etwas gegen die Pläne für Teslas Gigafactory in Grünheide .

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Bürger protestieren gegen den Bau der Gigafactory in Grünheide.
Bürger protestieren gegen den Bau der Gigafactory in Grünheide. (Bild: Pawel Kopczynski/Reuters)

Genau 361 Kritiker haben sich offiziell gegen die geplante Elektroautofabrik des US-Herstellers Tesla in Brandenburg gewendet. Dabei gehe es vor allem um die Themen Wasser, Wald, Verkehr und Naturschutz, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums Brandenburg am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Potsdam. Vom 6. Januar bis 5. Februar 2020 lagen der Genehmigungsantrag für die Fabrik und die dazugehörigen Unterlagen an vier öffentlichen Stellen aus. Auch im Internet wurden die Unterlagen veröffentlicht. Einwendungen waren bis zum 5. März möglich. Tesla will vom kommenden Jahr an in Grünheide bei Berlin bis zu 500.000 Elektrofahrzeuge im Jahr bauen.

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Die Einwendungen von Bürgern oder Verbänden sollen am 18. März öffentlich erörtert werden. Danach werden sie laut Ministerium noch einmal von der zuständigen Genehmigungsbehörde geprüft. Zu fast zwei Dritteln kamen den Angaben zufolge die Einwendungen aus Grünheide und Umgebung, zu knapp einem Drittel aus dem übrigen Brandenburg und Berlin. Nur wenige stammten demnach aus anderen Bundesländern oder dem Ausland.

Wann der erste Spatenstich erfolgt, ist offen. Die endgültigen Genehmigungen sollen im Sommer vorliegen. Tesla kann auf eigenes Risiko aber früher mit dem Bau beginnen. Ein Waldstück ist schon gerodet. Eilanträge von zwei Verbänden gegen die Rodungen waren vor Gericht gescheitert.

Sorge um Grundwasserspiegel

In den vergangenen Wochen hat es mehrfach Proteste und Demonstrationen gegen den geplanten Bau der Fabrik gegeben. Viele Bewohner fürchten, dass Tesla für die Wasserversorgung eigene Brunnen bohren könnte und dadurch der Grundwasserspiegel weiter sinkt. Auch der zuständige Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) hatte Mitte Januar erklärt (PDF): "Gegenwärtig kann weder die Trinkwasserversorgung noch die Schmutzwasserentsorgung in dem von Tesla gewünschten Zeitrahmen gewährleistet werden."

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Diese Bedenken will die Landesregierung aber inzwischen ausgeräumt haben. Zudem kündigte Tesla an, den Wasserverbrauch auf 238 Kubikmeter pro Stunde zu senken. Das soll beispielsweise durch Wiederverwertung von Abwasser und durch andere Kühlsysteme geschehen. In der Umweltverträglichkeitsprüfung (PDF, S. 29) ging Tesla noch von einem Wasserbedarf in Höhe von 372 Kubikmetern pro Stunde aus.

Dem inzwischen gerodeten Kiefernwald wurde allerdings auch in der Bevölkerung nur eine geringe ökologische Bedeutung beigemessen. Die etwa 60 Jahre alte Monokultur galt als "erntereif". Zudem hat sich Tesla verpflichtet, die dreifache Fläche mit ökologisch wertvollerem Mischwald aufzuforsten. Grundsätzlich begrüßt sogar Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die Ansiedlung des Tesla-Werks in Grünheide, "weil auf jeden Fall Elektroautos klimafreundlicher sind als Autos mit Verbrennungsmotor". Dennoch müssten alle Naturschutzauflagen erfüllt werden.

  • In dem Wald bei Grünheide will Tesla seine Gigafactory 4 bauen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ende Januar 2020 musste das Gelände zunächst von Weltkriegsmunition geräumt werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Wald gilt als erntereifer Kiefernforst. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Bäume sind etwa 60 Jahre alt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Bahnstrecke führt durch das Tesla-Gelände zu einem Güterverkehrszentrum. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Nur ein Teil des Waldes soll zunächst gerodet werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Fabrik soll auf der Karte links unten zwischen Autobahn, Bahnstrecke und Güterverkehrszentrum entstehen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Viele Bürger Grünheides wollen nicht, dass hier ein so großes Rad gedreht werden soll. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Am Rathaus hängt rechts am Eingang eine Bekanntmachung zu den Tesla-Plänen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Tesla hat eigens ein Bürgerbüro bis Anfang Februar 2020 eingerichtet. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Noch ist es tagsüber sehr ruhig in dem Ort. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wasseridylle an einem Fließ zwischen Peetzsee und Werlsee (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die größte Attraktion des Ortes dürfte bald die Gigafactory werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Nur wenige Bürger nutzten die Gelegenheit zu mehr Informationen in dem Bürgerbüro. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Dort gab es vor allem Hinweise zu den Umweltmaßnahmen wegen des Fabrikbaus. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Erste Pläne zeigen, wo neue Bäume als Ausgleichsmaßnahmen für die Rodung gepflanzt werden sollen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
In dem Wald bei Grünheide will Tesla seine Gigafactory 4 bauen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Darüber hinaus befürchten Anwohner, dass der Verkehr durch Lkw und Mitarbeiterfahrzeuge in der Gegend stark zunehmen könnte. Das Fabrikgelände liegt direkt an der Autobahn 10 und unweit des Bahnhofs Fangschleuse. Zudem durchquert eine Stichstrecke der Bahn das Gelände.

Im November 2019 hatte Tesla-Chef Elon Musk bekanntgegeben, dass er seine Gigafactory Berlin in Grünheide in Brandenburg bauen will. Die ersten Kontakte zwischen der Brandenburger Landesregierung und dem US-Elektroautobauer Tesla zu einer möglichen Fabrik gab es schon im Juli 2018, wie am Montag bekanntwurde.

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FaLLoC 07. Mai 2020

Auch wenn mein erstes Posting vielleicht etwas polemisch gewesen sein mag, ich verstehe...

win.ini 11. Mär 2020

Danke für die Erklärung! Das habe ich ebenfalls nicht gewusst. Meine letzte "Reportage...

derdiedas 10. Mär 2020

Sind es Anwohner? Sind es Lehrer, Beamte und Rentner die keinen Bezug zu den Interessen...

AllDayPiano 10. Mär 2020

Ich glaub ehrlichgesagt nicht, dass es so laut wird. Das ist so weitläufig, das...



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