Elektroautos: Mehr als 7.000 neue Ladepunkte in einem Jahr

Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte für Elektroautos ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Nun fordert die Energiewirtschaft gesetzliche Erleichterungen für Mieter und Wohnungseigentümer.

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Ionity hat im vergangenen Jahr zahlreiche Ladesäulen aufgestellt.
Ionity hat im vergangenen Jahr zahlreiche Ladesäulen aufgestellt. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland ist innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte gestiegen. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) waren 20.650 Ladepunkte Ende Juli 2019 verfügbar. Vor einem Jahr lag deren Zahl bei 13.500. "Vor allem die Energiewirtschaft hat hier ordentlich Tempo gemacht - sie betreibt drei Viertel aller öffentlichen Ladepunkte", sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Der Anteil der Schnellladestationen mit mehr als 50 Kilowatt Ladeleistung liege bei rund 12 Prozent.

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Nach Auffassung des BDEW reicht das bundesweite Angebot öffentlicher Ladepunkte derzeit "vollkommen aus". Dabei bezieht sich der Verband auf das Verhältnis zwischen zugelassenen Pkw mit Elektroantrieb und Ladepunkten. Laut ADAC verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt Anfang 2019 83.175 batterieelektrische Pkw und 66.997 Plug-in-Hybride. Damit kommt derzeit ein öffentlicher Ladepunkt auf 7,3 Elektroautos.

Lücken bei Langstreckenfahrten

Nicht ganz praxisnah ist die Einschätzung hingegen, was das Angebot von Schnellladesäulen entlang der Autobahnen betrifft. Hier gibt es noch deutliche Versorgungslücken. Das Ladenetzwerk Ionity, an dem mehrere Autohersteller beteiligt sind, hat von den geplanten 100 Ladestationen erst etwas mehr als 30 in Deutschland eröffnet. In Städten gibt es wiederum das Problem, dass die Ladesäulen häufig von Verbrennern blockiert werden. Zudem belegen in Städten wie Berlin zunehmend Car-Sharing-Dienste wie Sharenow oder We Share die öffentlichen Ladepunkte.

Beim Ausbau privater Ladeinfrastruktur besteht nach Ansicht des BDEW jedoch noch "dringender Handlungsbedarf". Denn etwa 85 Prozent der Ladevorgänge fänden zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. Kapferer forderte: "Das Bundesjustizministerium muss endlich Fakten schaffen, damit es jedem Mieter und Wohnungseigentümer möglich ist, Ladeinfrastruktur einzubauen, wenn er die Finanzierung sicherstellt. Eine entsprechende Änderung des Miet- und Wohnungseigentumsrechts kostet keinen Cent, würde die Elektromobilität aber einen großen Schritt nach vorne bringen."

Gesetzentwurf vorgelegt

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Die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg haben Anfang August einen Gesetzentwurf dazu in den Bundesrat eingebracht. Das Bundesjustizministerium will hingegen an seinem Zeitplan festhalten und in den kommenden Wochen die Ergebnisse einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu der Problematik vorstellen. Bis Ende dieses Jahres könnte dann ein Referentenentwurf vorgelegt werden. Doch es könnte auch bis zum nächsten Jahr dauern.

In den kommenden Wochen will der BDEW zudem sein jährliches Städteranking der Ladeinfrastruktur veröffentlichen. Im vergangenen Jahr hatte Hamburg mit 785 öffentlich zugänglichen Ladepunkten vorn gelegen.

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