Abo
  • Services:

Anbieter verschenken Strom wegen fehlender Messung

Selbst der kürzlich auf der Autobahnraststätte Brohltal an der A 61 eröffnete hochmoderne DC-Schnelllader für 350 Kilowatt zum Neupreis von gut 100.000 Euro verfügt nicht über eine eichrechtskonforme Messeinrichtung. Daher berechnet der Betreiber Ionity den Kunden derzeit keinen Verbrauch. Ein Sprecher konnte auf Anfrage von Golem.de noch keinen genauen Zeitpunkt nennen, zu dem beispielsweise auf eine pauschale Abrechnung umgestellt werden könnte. Die Branche hofft darauf, dass bis zum Stichtag im kommenden Jahr solche Nachrüstmodule zur Verfügung stehen.

Stellenmarkt
  1. Universität Passau, Passau
  2. Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern

Ob dies der Fall sein wird, ist aber unklar. Nach Angaben der PTB befindet sich derzeit nur ein einziger Anbieter in einem Konformitätsbewertungsverfahren. Es würde ihn überraschen, "wenn das dieses Jahr etwas wird", sagte der zuständige Fachbereichsleiter Martin Kahmann auf Anfrage. Dabei gibt es durchaus geeignete Messgeräte auf dem Markt, die von der Größe her in eine Ladesäule eingebaut werden könnten. Infrage kämen beispielsweise Hall-Effekt- oder Fluxgate-Messwandler oder Shunt-Messgeräte, die über die Bandbreite des Ladestroms von 0 bis 1.000 Ampere und bei einer Spannung von bis zu 1.000 Volt die erforderliche Messgenauigkeit erzielen. Die Fehlergrenzen sind in der Messgeräterichtlinie der EU von 2014 im Abschnitt MI-003 festgelegt.

Bundesregierung hält an Vorgaben fest

Allerdings wurden diese Geräte bislang eher für interne Prüfzwecke und weniger für eichrechtskonforme Abrechnungen verwendet. Eine erforderliche Bewertung durch die PTB ist jedoch sehr aufwendig, da unter anderem nachgewiesen werden muss, dass die Geräte unter allen erforderlichen Bedingungen über die gesamte Eichgültigkeitsdauer (Eichfrist) von acht Jahren funktionieren. EGB entwickelt derzeit zusammen mit dem Bielefelder Messgerätehersteller Easymeter eichbare DC-Zähler. Einer davon direkt messend für Ladestationen von bis zu 50 Kilowatt Ladeleistung, dazu ein halb-indirekt messender für Leistungen bis 350 Kilowatt. Konkurrent ABB wollte "auf Grund laufender Vertragsverhandlungen" überhaupt keine Aussagen zum Thema Gleichstrommessung machen.

Angesichts der Probleme könnte die Bundesregierung die strengen Vorgaben des Eichrechts lockern, um die Hürden für die Einführung der Elektromobilität etwas zu senken. Schließlich haben sich Union und SPD im Koalitionsvertrag zur Förderung der Elektromobilität verpflichtet. Doch eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums verwies auf Anfrage von Golem.de auf die bestehenden Gesetze und Verordnungen sowie die Vorgaben des REA und der AGME. "Aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums sind daher gesetzliche Anpassungen aktuell nicht erforderlich", hieß es knapp.

Geeichter Stecker von Ubitricity

Es wundert angesichts der noch bestehenden Probleme mit eichrechtskonformen Ladesäulen nicht, dass Anbieter nach anderen Lösungen gesucht haben. Eine davon hat das Berliner Unternehmen Ubitricity entwickelt. Dessen Konzept basiert darauf, dass nicht die Säule, sondern der Kunde selbst für eine "eichrechtskonforme" Stromzählung sorgt. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn es in einer Tiefgarage Ladepunkte gibt, die keinem bestimmten Fahrzeug zugeordnet werden. Mit dem entsprechenden Ladekabel, in das ein geeichter Zähler integriert ist, kann das Auto dann den Strom beziehen, der direkt mit dem Stromanbieter abgerechnet wird. Das geht selbst dann, wenn es in der Garage keine Mobilfunkverbindung gibt. Hat das Kabel wieder Netz, verbindet es sich mit dem Backend und überträgt die Ladedaten. Dadurch, dass lediglich ein einzelner Kunde das Kabel mitsamt Vertrag nutzt, entfällt die aufwendige Speicherfunktion.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit: Straßenlaternen werden mit einer einfachen Steckdose ausgestattet, die mit dem Ladekabel freigeschaltet werden kann. Ein solcher Ladepunkt ist deutlich günstiger als eine Wallbox oder Ladesäule mit eigener Abrechnungsfunktion. Auf diese Weise hat Ubitricity in London schon ganze Straßenzüge ausgestattet. Nach dem Motto: Irgendeine Laterne wird schon in der Nähe sein, um das Ladekabel anschließen zu können.

 Erste Module werden geprüftLadeleistung an Laternen sehr begrenzt 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 54,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  2. 179€
  3. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  4. 16,99€

hrothgaar 11:47 / Themenstart

Solange, 1. Der Akkuwechsel um die 15.000¤ kostet, 2. ich für 300km 2 Tage brauche, 3...

Thomas8472 20. Jun 2018 / Themenstart

Bei all diesen Problemchen sollte man nicht vergessen, das man im Grunde mit Raten...

plutoniumsulfat 20. Jun 2018 / Themenstart

Geht bei Strom genauso.

Flasher 19. Jun 2018 / Themenstart

Gut aber, das sollte ja wesentlich einfacher zu lösen sein, als entsprechende Zähler zu...

ravn83 18. Jun 2018 / Themenstart

Wir halten uns also selber auf. Nur weil wir sagen, das es genau abgerechnet werden muss...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Detroit Become Human - Livestream

Detroit: Become Human hat unseren Chat und Livestreamer Michael Wieczorek überzeugt. Immer wieder und wieder wollten wir wissen, wie es in dem spannenden Sci-Fi-Krimi in unserer(?) Zukunft weitergeht.

Detroit Become Human - Livestream Video aufrufen
Volocopter 2X: Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf
Volocopter 2X
Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf

Cebit 2018 Der Volocopter ist fertig - bleibt in Hannover aber noch am Boden. Im zweisitzigen Fluggerät stecken jede Menge Ideen, die autonomes Fliegen als Ergänzung zu anderen Nahverkehrsmitteln möglich machen soll. Golem.de hat Platz genommen und mit den Entwicklern gesprochen.
Von Nico Ernst

  1. Ingolstadt Flugtaxis sollen in Deutschland erprobt werden
  2. Urban Air Mobility Airbus gründet neuen Geschäftsbereich für Lufttaxis
  3. Cityairbus Mit Siemens soll das Lufttaxi abheben

CD Projekt Red: So spielt sich Cyberpunk 2077
CD Projekt Red
So spielt sich Cyberpunk 2077

E3 2018 Hacker statt Hexer, Ich-Sicht statt Dritte-Person-Perspektive und Auto statt Pferd: Die Witcher-Entwickler haben ihr neues Großprojekt Cyberpunk 2077 im Detail vorgestellt.
Von Peter Steinlechner


    K-Byte: Byton fährt ein irres Tempo
    K-Byte
    Byton fährt ein irres Tempo

    Das Startup Byton zeigt zur Eröffnung der Elektronikmesse CES Asia in Shanghai das Modell K-Byte. Die elektrische Limousine basiert auf der Plattform des SUV, der vor fünf Monaten auf der CES in Las Vegas vorgestellt wurde. Unter deutscher Führung nimmt der Elektroautohersteller in China mächtig Fahrt auf.
    Ein Bericht von Dirk Kunde

    1. KYMCO Elektroroller mit Tauschakku-Infrastruktur
    2. Elektromobilität Niu stellt zwei neue Elektromotorroller vor
    3. 22Motor Flow Elektroroller soll vor Schlaglöchern warnen

      •  /