Bundesanstalt sieht Gefahren durch Rauchgase

Brandschutz ist prinzipiell eine Angelegenheit der Bundesländer und in den Bauordnungen geregelt. Laut Aschenbrenner könnte aber auch die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) in Berlin entsprechende Tests durchführen. Dort hat man das Thema in der Tat schon auf dem Schirm. "Besonders gefährlich ist die Entwicklung der toxischen Rauchgase wie Fluorwasserstoff und Kohlenmonoxid sowie explosiven Rauchgase. Beides in Räumen ohne ausreichende Durchlüftung ist ein großes Problem. Das Thema Rauchgasanalytik ist eines, mit dem sich die BAM intensiv beschäftigt", sagte die zuständige BAM-Expertin Anita Schmidt auf Anfrage von Golem.de. Die Anstalt habe bereits Autobatterien untersucht und bereite weitere Untersuchungen vor. "Hierzu haben wir einen Prüfstand auf dem Testgelände Technische Sicherheit TTS", sagte Schmidt.

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Die Ergebnisse der Tests sollten nach Ansicht Aschenbrenners in Bauordnungen, in Vorschriften zum Betrieb von Garagen, aber auch in Anweisungen für die Feuerwehr umgesetzt werden. Der Gesetzgeber wiederum müsse prüfen, ob es notwendig sei, auch bei der Zulassung von Fahrzeugen einzugreifen. "Man könnte auch drüber diskutieren, ob die Batterien eine Stelle haben müssen, die von außen erreichbar ist, um einen Löschangriff in die Batterie zu starten", sagt Aschenbrenner. Mittlerweile gebe es beispielsweise kleine Löschlanzen oder Löschnägel, die man in die Batterie einschlagen könne. "Es gibt auch Hochdrucktechniken, die in der Lage sind, den Batteriekörper zu durchstoßen", sagt der VFDB-Präsident.

Was sind die Konsequenzen?

Sollten Elektroautos daher vorsichtshalber nicht in Tiefgaragen oder großen Parkhäusern geparkt werden, solange deren Brandverhalten nicht richtig erforscht ist? Der Feuerwehr-Verband sieht dazu keinen Anlass. Auch das Laden sei unproblematisch. "Zertifizierte Ladeeinrichtungen auf Einstellplätzen in Garagen können aus heutiger Sicht auch in Tiefgaragen als notwendige Bestandteile des Betriebs und Abstellen von Fahrzeugen akzeptiert werden", heißt es in den Empfehlungen.

Aschenbrenner ist da vorsichtiger. Aus den Brandversuchen könnte sich ergeben, dass Anpassungen bei Tiefgaragen vorgenommen werden müssen. Schließlich könnten die Elektroautos nicht alle draußen parken. Die Alternative wäre: "Man kommt zu dem Schluss, dass eine schnelle Anpassung nicht möglich ist und schließt die Fahrzeuge von der Benutzung der Tiefgarage zunächst einmal aus."

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Ein solches Verbot dürfte der Verbreitung von Elektroautos nicht gerade förderlich sein. Dabei hat die Bundesregierung gerade erst am Dienstag ihren Gesetzesentwurf vorgelegt, der einen Anspruch von Wohnungseigentümern und Mietern auf eine Ladestelle in gemeinschaftlich genutzten Tiefgaragen vorsieht. Bis dieser Anspruch tatsächlich umgesetzt werden kann, dürfte es in den meisten Fällen noch bis ins Jahr 2021 dauern. Bis dahin sollte die Zeit genutzt werden, um noch möglichst viele Brandschutztests vorzunehmen.

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 Mehr Forschung zu Brandverhalten gefordert
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sw2090 27. Jan 2020

Ich glaube nicht das die FW da so unfähig sind. Das Problem ist da eher die Brandlast...

bofhl 22. Jan 2020

Interessant! Versuchen Sie mal folgendes: Ein Rohr (stellt die Abgasanlage dar...

HarHart 19. Jan 2020

Also da steht folgendes: Zuletzt gab es mehrere spektakuläre Großbrände in Parkhäusern...

h.janocha 18. Jan 2020

Lieber Klaus Wagner, einfach mal selber das machen was Sie anderen empfehlen, nämlich...

Eheran 18. Jan 2020

Moment mal, statt *100 einmal vertippen und /100 zu rechnen ist kein Verbrechen. Wie kann...



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