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Mehr Forschung zu Brandverhalten gefordert

Denn Aschenbrenner bemängelt, dass noch gar nicht genügend erforscht ist, wie sich Elektroautos bei Bränden in Tiefgaragen verhalten. "Wir haben in den vergangenen Jahren häufig festgestellt, dass neue Technologien, neue Baustoffe, neue Verfahren eingeführt werden, aber die Sicherheitsaspekte häufig gar nicht in allen Facetten vorher beleuchtet werden. Oft hat das zur Folge, dass Gefahren erst im praktischen Umgang erkannt werden", kritisiert der VFDB-Präsident. Ein Beispiel seien die kürzlich erst genehmigten elektrischen Tretroller. Hier hätten die ersten Erfahrungen mit Bränden gezeigt, dass der Gesetzgeber bei den Vorschriften dringend nachbessern muss.

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Entsprechende Versuche müssten daher auch mit Elektroautos gemacht werden. "Wir wissen aber jetzt schon durch die Brände im Freien, dass sie sehr brandintensiv und löschmittelintensiv sind. Das heißt: Man muss sich zum Beispiel auch fragen, wo das ganze Löschwasser bleibt. Kann es aufgefangen werden, kann das alles an Ort und Stelle ablaufen? Das alles sind nur einige der noch unbeantworteten Fragen", erläutert Aschenbrenner. Nach seiner Einschätzung sind die Brandlasten deutlich höher als bei einem Fahrzeug mit herkömmlichem Antrieb, die freiwerdende Energie sei deutlich größer. Daher stelle sich die Frage: "Wie wirkt sich das auf den Beton aus, die Statik, die Konstruktion?"

Tests mit kleinen Elektroautos

Die Empfehlungen des Deutschen Feuerwehr-Verbands sehen das jedoch anders. "Von zertifizierten Elektrofahrzeugen gehen weitgehend vergleichbare Gefahren aus, wie von Fahrzeugen mit anderen Antriebsarten (Kraftstoff, Gas)", heißt es darin. Dabei verweist das Papier auf eine Studie des französischen Instituts Ineris (PDF), für die das Brandverhalten von zwei Elektroautos mit einem Verbrenner verglichen wurde. Diese Untersuchung stammt allerdings schon aus dem Jahr 2014 und nutzte Elektroautos mit einer Akkukapazität von 16,5 und 23,5 Kilowattstunden (kWh). Modelle wie das Tesla Model S, der Porsche Taycan oder der Audi E-Tron verfügen jedoch über vier- bis sechsmal so große Batterien.

Um mögliche zusätzliche Gefahren durch Elektroautos in Tiefgaragen einschätzen zu können, müsste die Feuerwehr vor allem wissen, wie sich die Autos bei einem brennenden Nachbarauto verhalten. Ebenso wie bei Verbrennern ist davon auszugehen, dass sie bei genügend großer Hitze Feuer fangen. Entscheidend für die entstehende Brandlast dürfte jedoch sein, ob zusätzlich zu den Kunststoffen und anderen brennbaren Materialien der Akku in Brand gerät und ein "thermal runaway" einsetzt. Bei einem ausgebrannten Tesla in Tirol, dessen schleppende Entsorgung eine wahre Medienhysterie ausgelöst hatte, war die Batterie beispielsweise nicht in Brand geraten.

Gefahren durch Elektrizität prüfen

Neben der Frage, ob die Feuerwehr genügend Wasser zum Kühlen und Löschen hat und wie dieses wieder abfließen kann, müssen auch die Gefahren durch den elektrischen Strom berücksichtigt werden. "Es beginnt bei einem solchen Brand natürlich damit, dass man erst einmal erkennen muss, dass es sich um ein E-Auto handelt. Das bedeutet dann: Es gibt zwei Gefahrenschwerpunkte - die Elektroversorgung an sich und die spannungsführenden Teile", sagt Aschenbrenner.

Was passiert beispielsweise, wenn das Elektroauto beim Brand noch an einer Wallbox hängt? Aschenbrenner verweist dazu auf Erfahrungen mit Bränden von Fotovoltaik-Anlagen. Damit die Feuerwehrleute nicht durch Stromschläge gefährdet sind, wurden inzwischen Brandfallabschaltungen entwickelt. Um die verschiedenen Szenarien zu bewerten, müssten nun Versuche unternommen werden. "Dabei werden Brandlasten, Brandverhalten und Ausbreitungsverhalten ermittelt. Und schließlich wird untersucht, wie die Maßnahmen des Brandschutzes in Tiefgaragen, die im Moment etabliert sind, mit den unterschiedlichen Szenarien zusammenpassen", sagt Aschenbrenner und fügt hinzu: "Alles in allem gibt es einen bunten Reigen an Fragen, die eigentlich schon früher hätten beantwortet werden müssen. Da die Fahrzeuge aber schon in erheblicher Zahl in Betrieb sind, müssen die Fragen jetzt möglichst schnell angegangen werden."

Doch wer ist dafür zuständig?

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 Großbrände mit Hunderten zerstörten AutosBundesanstalt sieht Gefahren durch Rauchgase 
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sw2090 27. Jan 2020

Ich glaube nicht das die FW da so unfähig sind. Das Problem ist da eher die Brandlast...

bofhl 22. Jan 2020

Interessant! Versuchen Sie mal folgendes: Ein Rohr (stellt die Abgasanlage dar...

HarHart 19. Jan 2020

Also da steht folgendes: Zuletzt gab es mehrere spektakuläre Großbrände in Parkhäusern...

h.janocha 18. Jan 2020

Lieber Klaus Wagner, einfach mal selber das machen was Sie anderen empfehlen, nämlich...

Eheran 18. Jan 2020

Moment mal, statt *100 einmal vertippen und /100 zu rechnen ist kein Verbrechen. Wie kann...


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