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Elektroautos: GWM schließt Europazentrale in München

Der chinesische Hersteller Great Wall Motor hat seine Expansionspläne eingedampft. Für Kunden und Händler ändere sich jedoch vorerst nichts.
/ Friedhelm Greis
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Der Ora 03 ist das erste Elektroauto von GWM auf dem deutschen Markt. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der Ora 03 ist das erste Elektroauto von GWM auf dem deutschen Markt. Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Der chinesische Autohersteller Great Wall Motor (GWM) schließt seine Europazentrale in München zum 1. August 2024. Sämtliche Mitarbeiter würden entlassen, teilte das Unternehmen 28. Mai 2024 auf Anfrage von Golem.de mit und bestätigte damit einen Bericht von Elektroauto-News.de(öffnet im neuen Fenster) . Darüber hinaus werde das europäische Ersatzteillager von GWM von Nürnberg nach Amsterdam verlegt und dessen Größe verdoppelt.

GWM bietet in Deutschland unter anderem das Elektroauto Ora 03 an, das ursprünglich unter dem Namen Funky Cat vom Schweizer Importeur Emil Frey vermarktet wurde. Einem Frey-Sprecher zufolge ändert sich durch die Schließung der Europazentrale jedoch nichts für Kunden und die Händler. Das betreffe sowohl die Garantie als auch Ersatzteilversorgung und das Händlernetz.

"Die neuen Modelle, die angekündigt worden sind, kommen natürlich weiterhin nach Deutschland. Auch die Planung hinsichtlich des weiteren Wachstums, weiterer Modelle und weiterer Märkte bleibt weiterhin bestehen" , sagte Frey-Sprecher Jörg Machalitzky auf Anfrage von Golem.de. Die Änderung habe mit der Markenpräsenz nichts zu tun.

Vor rund einem Monat reduzierte GWM seine Expansionsziele(öffnet im neuen Fenster) . So soll das Ziel von jährlich einer Million verkaufter Autos im Ausland nicht schon im Jahr 2025, sondern erst im Jahr 2030 erreicht werden.

Ora Funky Cat Probe gefahren
Ora Funky Cat Probe gefahren (03:29)

Berichte über schlechte Arbeitsatmosphäre

In dem Statement versicherte GWM, "großen Wert auf die geschäftliche Autonomie der bestehenden Vertriebspartner" zu legen. Man wolle "die Verantwortung für die geschäftliche Unterstützung unserer bestehenden europäischen Vertriebspartner und Kunden übernehmen" .

Im Januar 2024 gab es Berichte über ein schlechtes Betriebsklima in der Europazentrale von GWM . Mehrere derzeitige und ehemalige Führungskräfte sowie Geschäftspartner berichteten damals übereinstimmend von rüden Umgangsformen, fehlender Wertschätzung und einem Klima des Misstrauens. Auf Bewertungsportalen im Internet sei von einer "toxischen" Arbeitsatmosphäre und "Management by Terror" die Rede. GWM wies die Vorwürfe damals zurück.


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