Elektroautos: Frankreich knüpft Kaufprämie an Umweltkriterien

Die französische Regierung macht die Kaufprämie für Elektroautos künftig von ökologischen Bedingungen bei Produktion und Transport abhängig. Die neue Umweltbewertung (score environnemental) werde insbesondere auf dem CO2-Fußabdruck der Fahrzeugproduktion basieren, teilte das Wirtschaftsministerium am 20. September 2023 mit(öffnet im neuen Fenster) . Die Umweltbehörde Ademe werde dazu eine "objektive und wissenschaftliche Methode" erstellen, die internationalen Standards entspreche.
Der Mitteilung zufolge legt die Behörde auf Basis der Herstellerangaben bis Dezember fest, welche Fahrzeuge künftig für den Umweltbonus infrage kommen. Bislang war dieser nur an das Gewicht (maximal 2,4 Tonnen) und den Preis des Fahrzeugs (maximal 47.000 Euro) geknüpft, was weiterhin gilt. Mit dem neuen Konzept soll der CO2-Fußabdruck Frankreichs um durchschnittlich 800.000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr sinken.
Zu den Kriterien, die den Öko-Score bestimmen, zählen demnach die verwendete Materialien bei der Produktion (Stahl, Eisenmetalle, Aluminium, etc.), die Umweltauswirkungen des Montagewerks und dessen Energieverbrauch, die Art und Technik der Batterie sowie die Umweltauswirkungen des Autotransports.
Hohes CO2-Äquivalent für Deutschland
Die umfangreichen Kriterien(öffnet im neuen Fenster) berücksichtigen dabei auch die durchschnittlichen CO2-Emissionen bei der Stromproduktion in dem jeweiligen Land. Dabei schneidet Deutschland mit einem Kilogramm CO2-Äquivalent von 0,83 deutlich schlechter ab als Frankreich, das wegen des hohen Atomstromanteils mit einem Faktor von 0,58 den zweitbesten Wert erhält. China und Südkorea schneiden mit 1,60 beziehungsweise 1,43 deutlich schlechter ab. Die USA liegen mit 1,05 im Mittelfeld. Der Wert betrifft Zwischenverarbeitungen und die Montage des Fahrzeugs ohne die Batterie.
Der Seetransport schlägt generell mit einem Kilogramm CO2-Äquivalent von 0,101 pro Tonnenkilometer zu Buche. Der Eisenbahntransport beispielsweise von Deutschland nach Frankreich wird dagegen nur mit 0,023 pro Tonnenkilometer bewertet.
Nach Einschätzung französischer Medien dient die neue Berechnung nicht nur dem Umweltschutz, sondern verfolgt auch protektionistische Ziele. "Mit dieser Formel möchte der Staat in Frankreich und Europa produzierte Modelle fördern und Fahrzeuge made in China behindern, ohne dabei internationale Handelsregeln zu verletzen" , schreibt Automobile-propre.com(öffnet im neuen Fenster) .
Eine vergleichbare Politik verfolgen auch die USA mit dem Inflationsbekämpfungsgesetz (IRA). Dieses macht die steuerliche Förderung von Elektroautos von den Produktionsstandorten wichtiger Komponenten wie der Batterie abhängig .



