• IT-Karriere:
  • Services:

Elektroautos: Feuerwehrverband sieht E-Auto-Brände nicht kritisch

Was tun, wenn's brennt? Verschiedene Zwischenfälle haben in jüngster Zeit die Debatte um die Gefahren von brennenden Autobatterien angestoßen. Der Feuerwehrverband rät jedoch zur Ruhe und zu besserer Vorbereitung seitens der Einsatzkräfte.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Feuerwehrleute im Einsatz
Feuerwehrleute im Einsatz (Bild: Pixabay/Pixabay-Lizenz)

Die Feuerwehr bereitet sich auf Gefahren durch Brände von E-Auto-Batterien vor - rät aber zu Gelassenheit. "Wir haben es hier mit einer neuen Herausforderung zu tun, auf die die Einsatzkräfte vorbereitet werden müssen", sagte der Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Knorr, der Deutschen Presse-Agentur. "E-Autos brennen aber weder heftiger noch häufiger als Benziner oder Diesel, nur anders."

Stellenmarkt
  1. Beck IPC GmbH, Wetzlar
  2. Eurowings Aviation GmbH, Köln

Eine Empfehlung des Verbandes in Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Fachleuten kommt entsprechend zu dem Schluss, die herkömmlichen und bekannten Vorgehensweisen seien zur Brandbekämpfung von Lithium-Ionen-Akkus "grundsätzlich geeignet". Bei guten Fertigungsstandards und sachgerechter Handhabung seien die Akkus zudem als ausreichend sicher einzustufen.

Auch der ADAC hält das Risiko eines Brandes bei E-Autos für vergleichsweise gering. Die Fahrzeuge seien - wie auch Crashtests zeigen - bei einem Unfall genauso sicher wie herkömmliche Modelle. So schalte sich das Hochvoltsystem automatisch ab, wenn der Airbag ausgelöst wird.

Brandleistung eines E-Autos ist vergleichbar mit der eines Verbrenners

Knorr findet es jedoch wichtig, dass sich Feuerwehren bereits vor dem dennoch möglichen Einsatzfall mit der neuen Technologie befassen, um Unsicherheiten vorzubeugen. "Wenn ein E-Auto-Akku brennt, dann ist durchaus mit enormer Brandleistung zu rechnen - die ist bei einem Akku aber nicht geringer als bei einem aufgerissenen Tank", sagte Knorr.

Er erklärt es so: "Die Energie, die freigesetzt wird, ist ja unabhängig von der Technologie darauf ausgelegt, das Auto über eine längere Strecke in Bewegung zu setzen." Ausschlaggebend dafür, dass Autos, wenn sie in Brand geraten, heutzutage größere Hitze und Flammen entwickelten als noch vor Jahrzehnten, sei die deutliche Zunahme verbauter brennbarer Stoffe in den Karossen: mehr Dämmung, breitere Reifen. Andere Polster nähren heute viel größere Feuer als früher.

Anders als bei einem brennenden Treibstoff, dem die Einsatzkräfte meist durch Löschschaum den notwendigen Sauerstoff entziehen, ist Wasser das Löschmittel der Wahl bei Akkus. "Es reicht nicht, die sichtbaren Flammen zu ersticken", sagte Knorr.

Akkus müssen durch Löschen gekühlt werden

Die eigentliche Energie werde im Innern des Akkus freigesetzt, wo sich der Brand wie bei einem Dominoeffekt von Teilzelle zu Teilzelle fortsetze, "thermal runaway" nennt das der Experte. "Da hilft nur kühlen, kühlen, kühlen. Sie müssen dem Akku mehr Energie entziehen als er freisetzt, sonst kann er sich wieder entzünden." Damit das gelinge, sei in der Regel mehr Wasser nötig als gewöhnlich. "Wenn der Brand in einem Gebiet ohne Hydranten ist, etwa auf der Autobahn, könnte man gleich ein zweites Tanklöschfahrzeug mitschicken", empfahl Knorr. Auch reicht laut Fachempfehlung des Feuerwehrverbandes die reguläre Schutzausrüstung.

Der Gefahr, dass beim Einsatz von Wasser in elektrischen Anlagen Spannung auf die Einsatzkräfte überspringt, begegnet die Feuerwehr übrigens seit eh und je mit ihrem speziellen Wasserstrahl: "Der besteht aus einzelnen Tröpfchen, so dass der Strom bei Wahrung von gewissen Sicherheitsabständen nicht zurückfließen kann", erklärt Knorr. Selbst bei einer Hochspannungsleitung können die Feuerwehrleute so aus zehn Metern Entfernung mit Wasser löschen.

Ein weiteres Problem der brennenden Akkus liegt darin, dass sich auch gelöschte Speicher bis zu 24 Stunden lang wieder entzünden können. "Man kann nicht in die Akkus hineinblicken", sagte Knorr. Es könne daher sinnvoll sein, die Batterie in ein Wasserbad zu legen, um auf Nummer sicher zu gehen. So geschehen zum Beispiel kürzlich im Kreis Düren: Mit einem Kran hatte die Feuerwehr das gesamte E-Auto in einen mit Wasser gefüllten Container gesetzt.

Wassercontainer gegen Wiederauffachen des Feuers

Wie bei einigen anderen Feuerwehren im Land wolle man solche Container künftig standardmäßig vorhalten, sagte ein Sprecher der dortigen Kreisfeuerwehr. Erst im Juni hatte die Dortmunder Polizei ein gelöschtes Elektroauto sicherheitshalber in ein improvisiertes Wasserbad gesetzt.

Der Feuerwehrverband hält solche Einsatztechniken aber zunächst nicht für zwingend: Die fachgerechte Lagerung liege in der Regel in der Verantwortung der Entsorger, die das Auto bergen und abschleppen, sagte Knorr.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-79%) 5,99€
  2. (-72%) 8,50€
  3. 4,32€

E-Mover 04. Dez 2019 / Themenstart

Selten so einen Blödsinn gelesen. Deshalb brennen auch täglich tausende E-Autos, oder...

E-Mover 04. Dez 2019 / Themenstart

Grundsätzlich eine andere Problematik und Ersticken geht nicht, das ist korrekt. Unsinn...

NeoChronos 03. Dez 2019 / Themenstart

Gibts denn nur eine Sorte Pulver? Und wenn der Akku kontrolliert ausglimmt, ist das...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Tolino Vision 5 HD und Epos 2 im Hands On

Tolino zeigt mit Vision 5 HD und Epos 2 zwei neue Oberklasse-E-Book-Reader. Der Epos 2 kann durch ein besonders dünnes Display begeistern.

Tolino Vision 5 HD und Epos 2 im Hands On Video aufrufen
Videoüberwachung: Kameras sind überall, aber nicht überall erlaubt
Videoüberwachung
Kameras sind überall, aber nicht überall erlaubt

Dass Überwachungskameras nicht legal eingesetzt werden, ist keine Seltenheit. Ob aus Nichtwissen oder mit Absicht: Werden Privatsphäre oder Datenschutz verletzt, gehören die Kameras weg. Doch dazu müssen sie erst mal entdeckt, als legal oder illegal ausgemacht und gemeldet werden.
Von Harald Büring

  1. Nach Attentat Datenschutzbeauftragter kritisiert Hintertüren in Messengern
  2. Australien IT-Sicherheitskonferenz Cybercon lädt Sprecher aus
  3. Spionagesoftware Staatsanwaltschaft ermittelt nach Anzeige gegen Finfisher

Smarter Akku-Lautsprecher im Praxistest: Bose zeigt Sonos, wie es geht
Smarter Akku-Lautsprecher im Praxistest
Bose zeigt Sonos, wie es geht

Der Portable Home Speaker ist Boses erster smarter Lautsprecher mit Akkubetrieb. Aus dem kompakten Gehäuse wird ein toller Klang und eine lange Akkulaufzeit geholt. Er kann anders als der Sonos Move sinnvoll als smarter Lautsprecher verwendet werden. Ganz ohne Schwächen ist er aber nicht.
Ein Praxistest von Ingo Pakalski

  1. ANC-Kopfhörer Bose macht die Noise Cancelling Headphones 700 besser
  2. Anti-Schnarch-Kopfhörer Bose stellt Sleepbuds wegen Qualitätsmängeln ein
  3. Noise Cancelling Headphones 700 im Test Boses bester ANC-Kopfhörer sticht Sony vielfach aus

Jobs: Spielebranche sucht Entwickler (m/w/d)
Jobs
Spielebranche sucht Entwickler (m/w/d)

Die Hälfte aller Gamer ist weiblich. An der Entwicklung von Spielen sind aber nach wie vor deutlich weniger Frauen beteiligt.
Von Daniel Ziegener

  1. Medizinsoftware Forscher finden "rassistische Vorurteile" in Algorithmus
  2. Mordhau Toxische Spieler und Filter für Frauenhasser

    •  /