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Elektroautos: EY-Studie erwartet fast 50 Milliarden Euro Steuerausfälle

Geringere Einnahmen bei der Mineralölsteuer könnten bis 2030 zu großen Steuerausfällen führen. Die Analyse geht von hohen Zulassungszahlen bei E-Autos aus.
/ Friedhelm Greis
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Der Hochlauf der Elektromobilität führt zu niedriegeren Einnahmen bei der Mineralölsteuer. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der Hochlauf der Elektromobilität führt zu niedriegeren Einnahmen bei der Mineralölsteuer. Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Dem Fiskus könnten durch den Hochlauf der Elektromobilität in den kommenden Jahren Steuereinnahmen in Höhe von fast 50 Milliarden Euro entgehen. Das geht aus einer Analyse der Unternehmensberatung EY hervor, die Golem.de vorliegt.

Die kumulierten Ausfälle ergeben sich bis zum Jahr 2030 demnach durch geringere Einnahmen bei der Mineralölsteuer sowie Steuervergünstigungen für elektrische Dienstwagen. Dies werde durch höhere Einnahmen bei der Stromsteuer nur in geringem Maße kompensiert.

Der Analyse liegen drei Szenarien des Markthochlaufs zugrunde. Das "pessimistische Szenario" geht von einem Bestand von 11,9 Millionen vollelektrischen Autos zu Ende des Jahres 2030 aus. Hinzu sollen dann noch 1,5 Millionen Plug-in-Hybride kommen.

Das Referenzszenario erwartet sogar 13,2 Millionen Elektroautos und 1,6 Millionen Plug-in-Hybride. Im optimistischen Falle könnten bis Ende 2030 sogar 14,5 Millionen Elektroautos neben 1,8 Millionen Plug-in-Hybriden auf deutschen Straßen unterwegs sein.

Selbst für das "pessimistische Szenario" erscheinen diese Zahlen sehr hoch gegriffen, denn zu Beginn des Jahres lag der Bestand erst bei 1,4 Millionen. Branchenexperten gingen im Herbst 2023 davon aus , dass bis 2030 mit einem Bestand von 7 bis 8 Millionen Stromern zu rechnen ist.

Die Unternehmensberater sehen jedoch "fünf Haupttreiber" für das Wachstum im Bereich E-Mobilität: Vorteile bei Gesamtbetriebskosten, eine Verbesserung der Reichweiten, regulatorische Vorgaben der EU und Deutschlands, ein höheres Bewusstsein für Nachhaltigkeit beim Autokauf und die Elektrifizierungsziele der Hersteller.

Unter Annahme des Referenzszenarios erwartet die Studie zusätzliche Einnahmen bei Umsatz- und Stromsteuer in Höhe von 15,1 Milliarden Euro. Dem stünden jedoch niedrige Einnahmen bei der Mineralölsteuer in Höhe von 51,1 Milliarden Euro sowie Einkommenssteuervorteile für Elektrodienstwagen in Höhe von 11,8 Milliarden Euro gegenüber, heißt es weiter. Dadurch ergäben sich in Summe Investitionskosten von 47,8 Milliarden Euro für den Staat.

Wie lassen sich die Ausfälle kompensieren?

Nach Einschätzung von EY sollte die Regierung die Wirkungen verschiedener möglicher Steuerreformen hinsichtlich der Auswirkung auf die E-Mobilität prüfen. Positiv könnte sich dabei eine Erhöhung der Mineralölsteuer auswirken. Das sei auch europarechtlich möglich.

Eine höhere Stromsteuer könne hingegen dazu führen, die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen aufgrund des sinkenden Vorteils bei den Betriebskosten zu untergraben. Hilfreich für den Hochlauf der E-Mobilität könne hingegen eine höhere Kfz-Steuer für Verbrenner sein. Eine Laufleistungssteuer empfehlen die Berater aufgrund der hohen Komplexität jedoch nicht.


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