Wie viel Leistung ist erforderlich?

Projektleiter Ralph Holder verrät leider nicht, wie viel die komplette Installation der Tiefgarage inklusive Verlegung des Anschlusskabels gekostet hat. Allerdings dürften die Ausgaben im sechsstelligen Bereich liegen. Einen solchen Aufwand werden sich aber wohl nur wenige Mieter oder Wohnungseigentümer leisten können, wenn sie nach der geplanten Gesetzesänderung den Einbau von Lademöglichkeiten verlangen können.

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Dieser gesonderte Anschluss ist meist auch nicht notwendig. Denn Netze BW will bei dem Test herausfinden, wie viel Leistung tatsächlich abgerufen wird, wenn das Netz über genügend Kapazitäten verfügt. Dadurch will der Netzbetreiber besser einschätzen können, ob Leistungsreserven von Hausanschlüssen noch ausreichen oder Anschlüsse verstärkt werden müssen. Darüber hinaus hat der Netzbetreiber noch die Möglichkeit, die Absicherung des Anschlusses zu erhöhen oder mögliche Restkapazitäten auf Tiefgaragen zu verteilen. In den wenigsten Fälle dürfte es daher erforderlich sein, die Straße aufzureißen.

Da im Testprojekt Pura Vida die Wohnanlage über sechs separate Hausanschlüsse verfügt, war es nicht möglich, diese zu verbinden und als Stromquelle zu nutzen. Allerdings vermisst Netze BW die Hausanschlüsse, um später zurückrechnen zu können, ob deren Reserven für das Laden der Elektroautos gereicht hätten.

Positive Erfahrungen bislang

Die Erfahrungen der ersten beiden Monate sind laut Holder positiv: "Es wird sehr vorausschauend geladen. Wenn ein Bewohner weiß, er hat noch 100 Kilometer Restreichweite und fährt am nächsten Tag sieben Kilometer zur Arbeit, dann schließt keiner das Auto an. Sie wissen genau: Das mache ich am Ende der Woche, wenn ich dann eventuell nur noch 30 km Restreichweite habe. Diejenigen, die am nächsten Tag eine längere Tour planen, stecken ihr Auto abends kurz an die Ladeinfrastruktur an, und am nächsten Morgen ist der Akku voll."

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Nach Angaben Holders liegt die sogenannte Gleichzeitigkeitsrate bislang bei 0,2. Das bedeutet, dass von den knapp 500 kW, die sämtliche 11-kW-Anschlüsse gleichzeitig abrufen könnten, lediglich 100 kW in Anspruch genommen werden. Damit wäre der Tiefgaragenanschluss mit 124 kW ausreichend dimensioniert.

Bewohner zufrieden mit E-Mobilität

Projektteilnehmer Marc Stephan Krützfeldt findet es "sehr angenehm, ab und an in der trockenen und warmen Garage nur ein Kabel einzustecken". Nach Projektbeginn im Dezember hat sich seine Familie sogar ein zweites Elektroauto zugelegt. Dieses Fahrzeug soll auch nach dem Projektende weiter genutzt werden. Krützfeldt gefällt beim Elektroauto besonders "das spontane Ansprechverhalten, das Drehmoment und die Ruhe beim Fahren".

  • In einer Tiefgarage in Tamm testet der Netzbetreiber Netze BW das Laden von Elektroautos. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Jahr lang können die Bewohner 45 Elektroautos kostenlos nutzen und aufladen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Neben 21 BMW i3 sind 24 VW E-Golf im Einsatz. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Ladelösung stammt von der EnBW-Tochter Charge Here. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit Hilfe eines RFID-Chips können die Bewohner den Ladevorgang starten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das zentrale Lastmanagement regelt dann, welches Auto geladen werden kann. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Herzstück der Anlage sind drei Schaltschränke mit der Kommunikations- und Ladetechnik. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Vom Tiefgaragenanschluss (l.) gehen drei Kabel für bis zu 90 kW Ladeleistung zu den Unterverteilungen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mehrere Wochen lang hat Netze BW die Leitungen in der Tiefgarage verlegt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Von einer nahegelegenen Trafostation wurde ein Anschluss mit 124 kW in die Tiefgarage verlegt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Am Übergabepunkt vor der Wohnanlage kann die Feuerwehr im Notfall den Strom abschalten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Die Ladelösung stammt von der EnBW-Tochter Charge Here. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Möglicherweise kann Krützfeldt dann weiterhin die von Netze BW installierte Infrastruktur nutzen. Denn der Netzbetreiber hat der Wohnanlage angeboten, die Installation nach Projektende zu übernehmen.

Doch wäre ein solches Installationskonzept wie in Tamm auch sinnvoll für Eigentümergemeinschaften, die sukzessive eine Ladeinfrastruktur in ihrer Tiefgarage aufbauen wollen?

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 Elektroautos: Die elektrischste Tiefgarage DeutschlandsLastmanagement von Anfang an einplanen 
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berritorre 27. Feb 2020

Es ist aber ein kleiner Unterschied zwischen Verbrenner und EAuto wenn es darum geht wie...

Dreamwalker84 25. Feb 2020

Mit Verlaub, aber das ist doch vorne und hinten Käse: Es sind rund 45 Plätze...

norbertgriese 23. Feb 2020

Antwort auf den OP jogibaer 1. Die anderen werden nicht mitziehen. 2. Überlege, ob eine...

Invertiert 23. Feb 2020

Mit Feuerwehrspritzen problemlos löschbar, informieren statt nach Gefühl gehen.



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