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Elektroautos: Deutschland rollt ohne Strom

Die deutsche Autoindustrie wäre gern weltweit führender Anbieter von Elektroautos. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Forscher fürchten um die hiesige Branche.

Artikel von Matthias Breitinger/Zeit Online veröffentlicht am
Stromtankstelle in Berlin
Stromtankstelle in Berlin (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Wie will ein deutscher Autohersteller überzeugend Elektrofahrzeuge massenhaft verkaufen, wenn die Antriebstechnik und die damit ausgerüsteten Modelle auf dem Heimatmarkt verschmäht werden? Darum hat die 2010 von der Bundesregierung aufgesetzte Nationale Plattform Elektromobilität, die in der Industrie, Wissenschaft und mit staatlichen Stellen gemeinsam den Elektroantrieb zum Durchbruch bringen wollte, nicht nur das Ziel ausgegeben, Deutschland müsse Leitanbieter werden - es müsse auch zum Leitmarkt aufsteigen. Dieser Ansatz klingt erst mal überzeugend.

Inhalt:
  1. Elektroautos: Deutschland rollt ohne Strom
  2. Chinesen fahren chinesische Elektroautos

Von beidem ist die Bundesrepublik jedoch weit entfernt. Das meistverkaufte Elektroauto der Welt kommt nicht aus Wolfsburg, München oder Stuttgart, sondern aus Japan - der Nissan Leaf -, und der wichtigste Markt für Elektroautos liegt mittlerweile in China, wie das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach in einer neuen Studie herausgefunden hat. In der Volksrepublik hat sich binnen eines Jahres der Absatz von Elektroautos - reine Batterieautos und Plugin-Hybride - verdreifacht, auf 189.000 im Jahr 2015.

China führt bei den Elektroautos

Dort wirken sich vor allem ordnungspolitische Instrumente aus. Neben Kaufprämien profitierten elektrisch angetriebene Fahrzeuge in Städten wie Schanghai und Peking von bevorzugten Zulassungsbedingungen. Das mache Elektroautos für viele Kunden zu einer interessanten Mobilitätsalternative, schreibt CAM-Direktor Stefan Bratzel in der Analyse. Damit liegt China nun deutlich vor dem bisherigen Leitmarkt USA. Dort wurden 2015 weniger E-Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr, vor allem der Absatz von Plugin-Hybridautos ging um fast ein Viertel zurück.

Größter Markt für Elektroautos in Europa ist Großbritannien, vor Frankreich und Norwegen. Die drei Länder zahlen beim Kauf eines Stromers eine Prämie. In Deutschland unterstützt der Staat bisher Elektroauto-Käufer nur mit einer zeitlich befristeten Befreiung von der Kfz-Steuer, und die Dauer war zum 1. Januar 2016 von zehn auf fünf Jahre halbiert worden.

Deutschland wird eigenem Anspruch nicht gerecht

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"Deutschland wird bislang dem Anspruch als Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität nicht gerecht", urteilt Bratzel. Zwar stieg der Absatz von Elektroautos 2015 zum Vorjahr um 80 Prozent auf 23.500; davon sind rund 12.300 reine Elektrofahrzeuge. Allerdings sind darin auch taktische Neuzulassungen etwa des koreanischen Autoherstellers Kia enthalten, der einen Großteil der Fahrzeuge hier zuließ und dann nach Norwegen weiterverkaufte. Zum Vergleich: Insgesamt wurden laut den offiziellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes im vergangenen Jahr insgesamt 3,21 Millionen Autos in Deutschland neu zugelassen.

Insgesamt dominieren Autos mit Benzin- und Dieselmotor weiterhin den deutschen Neuwagenmarkt mit einem Anteil von über 98 Prozent. Elektroautos machen gerade einmal 0,7 Prozent aus, der Rest entfällt etwa auf Pkw, die mit Erdgas fahren. Zugelassen werden E-Autos in Deutschland zudem nur in geringem Maße von Privatpersonen, hauptsächlich von Unternehmen und Behörden.

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Chinesen fahren chinesische Elektroautos 
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xp900 01. Feb 2018

Auch ich bin kein Freund von SUV, leider sind mir EU-Ermutigung doch etwas suspekt...

xp900 01. Feb 2018

Es gibt in Verbindung mit Stromspeichern und Heizungen Tarife mit denen man die...

xp900 31. Jan 2018

Das mit dem Fliegen klappt leider nicht da der Wasserstoff zum einem hochkomprimiert...

xp900 31. Jan 2018

Wenn die Städte den ÖPNV durch Innenstadtdurchfahrungsgebühren "Maut" kostenfrei zur...

xp900 31. Jan 2018

Ich denke hier sind nicht die Herstellugskosten des Methanol ausschlaggebend. Da...


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