Elektroautos: Berlin überwacht Ladesäulen mit Parkplatzsensoren
Unberechtigt zugeparkte Ladesäulen sind ein Ärgernis für Fahrer von Elektroautos. Das will Berlin nun mithilfe von Sensoren besser kontrollieren.
Rund 220 öffentliche Ladepunkte werden in Berlin künftig durch Sensoren überwacht. Damit wolle das Land unter anderem den Überwachungsaufwand für eine Fehlbelegung der Parkplätze reduzieren, gab die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt am 25. Juli 2023 bekannt. Zum Einsatz kämen Sensoren der Firma Smart City Systems, teilte eine Sprecherin auf Anfrage von Golem.de mit.
Die Daten sollen jedoch nicht nur den Ordnungsämtern zur Verfügung gestellt werden. Dazu startete der Senat bereits im Jahr 2022 das Projekt E-Informationsplattform. Über die Plattform sollen demnach die Datenbackends von Sensorik- und Ladeinfrastrukturunternehmen im öffentlichen Raum angeschlossen und statische und dynamische Statusinformationen auf der landeseigenen Digitalen Plattform Stadtverkehr (DPS) zusammengeführt und über eine offene Schnittstelle als Open Data zur Verfügung gestellt werden.
Bislang können Elektroautofahrer in ihren Ladeapps oder Navigationssystemen nur erkennen, ob eine Ladesäule durch einen Ladevorgang belegt ist. Wird der Parkplatz durch einen Verbrenner blockiert, wird das nicht angezeigt. Ebenfalls ist häufig zu beobachten, dass zwar ein Elektroauto an der Ladesäule steht, jedoch kein Ladekabel eingesteckt ist. Der Mitteilung zufolge wird das System zunächst in Berlin-Mitte und in Kreuzberg getestet.
Einzelplatzsensoren nutzen Narrowband Iot
Die Firma Smart City System für die Fahrzeugerkennung auf Magnetfeld- und Radarsensorik. Der Bodensensor ist normalerweise mit einem Funkmodul ausgestattet (g+). Über ein Mobilfunk-Gateway in der Nähe werden die Daten an ein Rechenzentrum übertragen und dort ausgewertet. Die Belegungsdaten werden dann dem Parkplatzbetreiber zur Verfügung gestellt.
In Berlin funktioniere dies jedoch anders, sagte Geschäftsführer Stefan Eckart auf Anfrage von Golem.de. Die Sensoren nutzten dazu das sogenannte Narrowband IoT. Narrowband-IoT basiert auf einem Unterprofil des 4G-Standards. Durch einen Empfindlichkeitsgewinn von 20 Dezibel im Vergleich zum GSM-Standard sollen die Funksignale auch Gebäude und dickere Wände gut durchdringen können. Der Standard ist für geringe Datenraten von 20 bis maximal 250 KBit/s ausgelegt.
Darüber hinaus seien die Bodensensoren bei solchen einzelnen Parkplätzen noch zusätzlich mit Radar ausgestattet, sagte Eckart. Das sei wichtig, um Falscherkennungen zu vermeiden. Auf größeren Parkplätzen senden die Sensoren über ein proprietäres Lora-Protokoll auch solche Änderungen an das Backend, die durch Autos auf Nachbarparkplätzen hervorgerufen werden. Das soll die Erkennungsrate durch den Algorithmus verbessern.
Laut Eckart sollen die Stand-alone-Sensoren so selten wie möglich senden, um die Betriebsdauer von fünf Jahren beizubehalten. Denn die Radarsensorik verbraucht mehr Strom als reine Magnetfeldsensoren. Die Installationskosten pro Sensor sollen bei etwa 200 Euro liegen. Die Konnektivitätskosten seien jedoch höher als bei der Gateway-Variante, da jeder Sensor eine eigene Sim-Karte benötige.
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Dann müsste man ja die Parkplätze kontrollieren. Das passiert ja auch bei normalen...
Wobei ich die Einschränkung auf E-Fahrzeug sowieso fragwürdig finde. Mit Gleichheit hat...
Ziemlich inkonsequent. Aber der Golemforist weiss ja dann gibt es auch keine Kraftstoffe...