Elektroautos: Benzinkosten derzeit 90 Prozent höher als Stromkosten
Die Stromkosten für Elektroautos sind nach Berechnungen des Portals Check24 derzeit erheblich günstiger als die Spritkosten eines herkömmlichen Benziners. Ausgehend vom jährlichen Durchschnittsverbrauch und durchschnittlichen Jahreskilometern bezifferte das Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) die jährlichen durchschnittlichen Benzinkosten am Donnerstag auf 1.385 Euro. Basis waren dabei die Durchschnittspreise im Juni 2021. Der Strom für die gleiche Fahrleistung eines Elektroautos würde demnach 730 Euro kosten, womit die Benzinkosten um 90 Prozent höher wären.
Die Benzinpreise sind nach einem Tief zu Beginn der Corona-Krise stark gestiegen. Grundlage der Schätzung sind Statistiken von Behörden und Verbänden und eigene Berechnungen des Münchner Unternehmens. Das Bundesverkehrsministerium beziffert den Durchschnittsverbrauch der Autos in Deutschland auf 7,8 Liter pro 100 Kilometer.
Den durchschnittlichen Stromverbrauch eines E-Autos schätzt Check24 auf Basis von ADAC-Daten und eigenen Berechnungen auf 20,7 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer (km). Die durchschnittliche Fahrleistung beziffert das Portal auf 11.387 km im Jahr, basierend auf Daten seiner Kfz-Versicherungskunden(öffnet im neuen Fenster) . Der durchschnittliche Strompreis liegt damit bei 31 Cent pro kWh, der Durchschnittspreis für einen Liter Benzin bei 1,56 Euro. Die jährliche Fahrleistung variiert je nach Bundesland jedoch stark.
Bundesregierung plant Preislimit
Die Berechnung von Check24 berücksichtigt aber nicht die deutlich höheren Stromkosten an Gleichstromschnellladern, die vor Langstreckenfahrten über die Autobahn genutzt werden. So entstanden auf einer 600 km langen Testfahrt mit einem Opel Mokka-e von Berlin nach Mainz Stromkosten in Höhe von 75 Euro. Das entspricht Kosten in Höhe von 12,50 Euro pro 100 km, während diese laut der Berechnung von Check24 sonst bei 6,42 Euro pro 100 km liegen.

Besonders teuer sind derzeit die Ionity-Lader mit 79 beziehungsweise 89 Cent pro kWh. Andere Anbieter wie EnBW sind mit 49 Cent pro kWh deutlich günstiger. Die Bundesregierung will bei ihrem geplanten Deutschlandnetz die Stromkosten auf 44 Cent pro kWh begrenzen . Damit wären Ladestopps auf Langstrecken nur unwesentlich teurer als das Laden an der heimischen Wallbox.
Die Stromkosten sind jedoch nur einer von vielen Faktoren, die in die Gesamtkosten für Nutzung und Unterhaltung eines Pkw einfließen. Zuletzt hat der ADAC die Gesamtkosten für Verbrenner und Elektroautos anhand verschiedener Modelle miteinander verglichen und festgestellt, dass einige Elektroautos trotz höherer Anschaffungskosten inzwischen günstiger abschneiden .
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