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Elektroautos aus China: EU will Mindestpreise statt Strafzölle

Die Strafzölle für Elektroautos aus China sollen Mindestpreisen weichen. Die Hersteller müssen konkrete Angebote mit Investitionsplänen abgeben.
/ Friedhelm Greis
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Der BYD Dolphin ist sogar mit Strafzoll ein günstiges Elektroauto. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der BYD Dolphin ist sogar mit Strafzoll ein günstiges Elektroauto. Bild: Tobias Költzsch/Golem

Im Streit über den Import von Elektroautos aus China will die EU den Herstellern entgegenkommen. In einem am 12. Januar 2026 veröffentlichten Leitfaden(öffnet im neuen Fenster) schlägt die EU-Kommission vor, dass die Hersteller mithilfe von Preisverpflichtungen die 2024 eingeführten Sonderzölle umgehen können.

Der Leitfaden behandelt demnach verschiedene Aspekte, "die in einem möglichen Verpflichtungsangebot zu berücksichtigen sind, darunter der Mindestimportpreis, Vertriebskanäle, Querkompensationen und künftige Investitionen in der EU" . Jedes Angebot unterliege denselben rechtlichen Kriterien. Die Kommission werde "jede Einschätzung objektiv und fair nach dem Grundsatz der Nichtdiskriminierung und im Einklang mit den WTO-Regeln durchführen."

Strafzölle bis zu 35,3 Prozent

Die Strafzölle für Elektroautos aus China waren im November 2024 in Kraft getreten . Der Strafzoll variiert je nach Hersteller(öffnet im neuen Fenster) . Während Tesla mit 7,8 Prozent den niedrigsten Tarif verhandelte, zahlt BYD 17 Prozent. Für BMW liegt der Satz bei 20,7 Prozent. Den höchsten Satz von 35,3 Prozent zahlen Firmen wie SAIC oder SAIC Volkswagen, die bei den Ermittlungen nicht mit der EU kooperierten.

Die EU und China verhandelten bereits seit Frühjahr 2025 über eine mögliche Aufhebung der Strafzölle. Bei einem Treffen in Peking Ende März 2025 sollen EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und Chinas Handelsminister Wang Wentao entsprechende Gespräche geführt haben .

Das Mindestpreismodell soll europäische Hersteller vor zu niedrigen Preisen schützen. Gleichzeitig soll es verhindern, dass der chinesische Staat die inländischen Autohersteller stark subventioniert und mit Kampfpreisen die Märkte erobert.

Die chinesische Handelskammer für die Europäische Union (CCCEU) begrüßte den Vorschlag in einer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) . Die erzielten Fortschritte zeigten, dass beide Seiten in der Lage und bereit seien, Differenzen im Rahmen der Regeln der Welthandelsorganisation zu lösen, erklärte das Pekinger Handelsministerium. Auch die chinesische Handelskammer in Brüssel begrüßte das EU-Dokument und sprach von einer "sanften Landung" im Verfahren zu Elektrofahrzeugen. Das Ergebnis trage den Sorgen der Wirtschaft Rechnung und schaffe ein stabileres sowie besser planbares Umfeld für chinesische E-Auto-Hersteller und ihre Lieferketten in Europa.

Hersteller aus China reagierten unterschiedlich auf die Strafzölle. Anbieter wie BYD, MG oder Geely setzten vermehrt auf Plug-in-Hybride , die nicht unter die Strafzölle fielen. Zudem planten sie den Aufbau von Werken innerhalb der EU .


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