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Elektroauto: Wenn versenkbare Türgriffe zum Todesrisiko werden

Versenkbare Türgriffe können im Notfall Auto-Insassen einschließen. Ein Fall aus Deutschland zeigt, wie ernst das Problem ist.
/ Andreas Donath
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Versenkbarer Türgriff bei einer S-Klasse (Bild: Mercedes-Benz)
Versenkbarer Türgriff bei einer S-Klasse Bild: Mercedes-Benz

Ein Tesla verunglückt in Schwerte und fängt Feuer. Ein Ersthelfer versucht, die Insassen zu befreien, doch die Türen lassen sich nicht öffnen. Als die Feuerwehr die Flammen gelöscht hat, findet sie drei tote Menschen im Fahrzeug: einen 43-jährigen Mann und zwei neunjährige Kinder, berichtet der Spiegel(öffnet im neuen Fenster). Ein viertes Kind konnte sich selbst befreien. Ein Gutachten bestätigte später den Verdacht der Retter: Die versenkten Türgriffe sind im Notfall nicht ausgefahren und haben die Insassen so eingeschlossen.

Feuerwehrmann Daniel Bösch, der vor Ort war, teilte dem Spiegel mit, dass die Flammen beim Eintreffen der Mannschaft bereits zu hoch gewesen seien und diese sich auf das Löschen konzentrieren musste. Erst danach seien die drei reglosen Menschen im Fahrzeug gefunden worden.

Behörden verweisen auf geltende Vorschriften

Weder politisch noch regulatorisch habe das Thema bislang eine Reaktion ausgelöst, so der Spiegel. Das Kraftfahrt-Bundesamt verwies auf die Typgenehmigung durch niederländische Behörden und darauf, dass das Fahrzeug alle geltenden gesetzlichen Anforderungen erfülle. Einen Rückruf gibt es weder für Tesla noch für andere Hersteller.

Versenkbare Türgriffe sind kein Tesla-Alleinstellungsmerkmal, sondern ein Designmerkmal mehrerer moderner Elektrofahrzeuge. Bündig in die Karosserie integriert verbessern sie die Aerodynamik und erzeugen eine glattere Optik. Kritiker argumentieren, dass dieses Design bei einem Unfall, besonders bei Brand oder elektrischem Ausfall, das Öffnen der Türen verhindern kann. Einige Hersteller haben manuelle Notlösungen integriert. Mercedes etwa hat eine Anleitung veröffentlicht, wie sich eine Tür im Notfall per Kreditkarte und mechanischer Entriegelung öffnen lässt.

Ob die bestehenden Sicherheitsstandards solche Versagensfälle überhaupt abdecken, ist ungeklärt. Die geltenden Vorschriften entstanden größtenteils, bevor versenkbare Griffe verbreitet waren. Eine spezifische Anforderung, dass Türgriffe nach einem Aufprall weiterhin funktionieren müssen, existiert nicht.

China macht Druck, Europa beobachtet

Diese Regulierungslücke könnte nicht mehr lange bestehen. China hat angekündigt, versenkbare Türgriffe an Neufahrzeugen ab 2027 weitgehend zu verbieten. Anlass war ein Unfall im Oktober 2025, bei dem ein chinesisches Elektrofahrzeug nach einem Crash Feuer fing und ein Fahrer nicht gerettet werden konnte, weil die Türen blockierten.

Ob Europa oder andere Regulierungsbehörden nachziehen, ist offen.


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