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Elon Musk, der Zampano

Anfang Oktober 2017 quartierte Musk sich in der Gigafactory ein, um die Produktion selbst zu überwachen - nicht ohne das publikumswirksam auf den Social-Media-Kanälen zu inszenieren, inklusive Grillabenden auf dem Dach der Fabrik.

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Aber ist Elon Musk ein Genie oder ein Blender, ein Tausendsassa oder ein Schlawiner? Der Chef ist der Dreh- und Angelpunkt des Unternehmens. Seine charismatische Persönlichkeit hat sicher einen bedeutenden Anteil am Erfolg des kalifornischen Elektroautoherstellers. Aber er versteht es auch, sich selbst zu zelebrieren - und verspricht manchmal mehr, als er dann halten kann, wie etwa bei den Produktionszahlen des Model 3.

Seine Anhänger verehren ihn wie Apple-Fans einst Steve Jobs. Einige würden sich vor lauter Begeisterung glatt das Tesla-Logo auf die Stirn tätowieren lassen, sagte ein Informant dem Spiegel. Mit seinem bei Kunden so erfolgreichen Model 3 hat Tesla die traditionsreichen Automobilkonzerne in puncto Elektromobilität aufgerüttelt. Viele in der Branche mögen den Newcomer zunächst belächelt oder nicht ernst genommen haben. Jetzt lächelt keiner mehr - zumindest keiner, der ernst genommen werden will.

Und Tesla ist nicht Musks einziger Spielplatz: Er leitet auch das Raumfahrtunternehmen SpaceX, das in diesem Jahr Marktführer im Bereich Raumfahrt ist und die ganze Branche durcheinandergewirbelt hat: SpaceX schoss in diesem Jahr 18 Mal eine Rakete ins All, so oft wie kein anderer staatlicher oder privater Akteur in der Raumfahrt.

Zwei solche Unternehmen zu leiten, sollte eigentlich ausreichend Arbeit sein - zumal Musk nicht dazu neigt, Aufgaben zu delegieren. Er behält die Fäden lieber in der Hand. Doch er kommt immer wieder mit neuen Projekten an.

Elon Musk erfindet Verkehrsmittel der Zukunft

2013 stellte er ein Konzept für den Hyperloop vor, ein neuartiges Verkehrsmittel, das in einer Röhre mit einem starken Unterdruck verkehren soll. Ohne Reibung und Luftwiderstand soll der Hyperloop Geschwindigkeiten von 1.200 Kilometern pro Stunde erreichen.

Damals hatte Musk noch ein Einsehen und lehnte die Umsetzung ab: Er sei mit Tesla und SpaceX beschäftigt genug, beschied er. Anfang dieses Jahres hatte er die nächste Idee für ein Verkehrsmittel der Zukunft: Weil ihn Staus nerven, kam er auf die Idee, ein unterirdisches Transportnetz für Autos aufzubauen. Die Fahrzeuge sollen per Fahrstuhl in den Untergrund transportiert und von einem elektrisch angetriebenen Transportwagen mit hoher Geschwindigkeit ans Ziel gebracht werden. Dort hebt ein Aufzug das Auto wieder an die Oberfläche.

Gleich wurde das Unternehmen The Boring Company gegründet und eine Tunnelbohrmaschine angeschafft, um unter dem Gelände von SpaceX die ersten Grabungstests zu unternehmen. Ein Prototyp des Transportvehikels wurde im Mai vorgeführt, der erste Autofahrstuhl im Juli.

Musk plant ein Tunnelsystem unter Los Angeles

Die ersten Genehmigungen für Grabungen unter öffentlichem Grund in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Maryland gab es im Herbst. Im heimischen Kalifornien will The Boring Company zunächst den Tunnel unter dem eigenen Firmengelände erweitern. Musk plant aber schon ein ganzes Tunnelsystem unter Los Angeles. In Maryland wird ab Januar gebuddelt.

Nicht einmal vom Hyperloop lässt Musk die Finger: SpaceX veranstaltet seit 2015 Hyperloop-Pod-Wettbewerbe und hat dafür sogar eigens eine Röhre gebaut. Beim ersten und beim zweiten Wettbewerb war das Team der Technischen Universität München erfolgreich. Musk sicherte sich gleich die Rechte am Konzept von der Kapsel. Er könnte es brauchen: Er plant einen Hyperloop von New York nach Washington.

Was noch? Musk will mit The Boring Company an einer Ausschreibung für den Bau und Betrieb eines oberirdisches Nahverkehrssystems in Chicago teilnehmen. Tesla hat diverse große Netzspeicher eingerichtet - in Kalifornien, auf einer der Hawaii-Inseln sowie im vom Wirbelsturm verwüsteten Puerto Rico.

Alle diese Aktivitäten werden von den Medien seit Jahren mit einer Mischung aus Skepsis und Bewunderung begleitet. Als die Produktionsprobleme von Teslas Model 3 in der zweiten Jahreshälfte 2017 den Tausendsassa Musk und sein Unternehmen zu beuteln begannen, mischte sich eine Portion Häme in die Berichterstattung.

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ingmar.boos 08. Jan 2018

Meiner Ansicht nach sind die Probleme, die alleine infrastrukturell durch Fahrzeuge mit E...

Phunny 06. Jan 2018

"Die Ideen von Musk sind teilweise schon 60 Jahre alt und lange vorgedacht." und keiner...

Lasse Bierstrom 02. Jan 2018

Genau, einfach klotzen statt kleckern! Immer diese Bedenkenträger, die Amis zeigen wie...

SanderK 02. Jan 2018

Eine gute Frage :-) Wobei die Antwort zu offensichtlich ist.

devarni 02. Jan 2018

Für einen Tesla in der heutigen Art, also ein Model S? Ja vielleicht. Aber bis dahin...


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