1.600 Roboter mehr als vorher
Sicher habe es etwas anfangs Skepsis oder Widerwillen gegeben, erzählt Heiko Rösch, Leiter des Karosseriebaus. "Aber das hat nicht lange angedauert." Entsprechend habe der Konzern auch viel Mühe darauf verwendet, die Belegschaft auf diesem Change-Prozess mitzunehmen, sagt Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik & Logistik bei VW Sachsen. "Nur der überzeugte Mitarbeiter geht auch diesen Weg gemeinsam mit uns, der vor uns liegt."
Das scheint gelungen: Die Skepsis sei gewichen, die Mitarbeiter wollten den Umstieg auf Elektromobilität mitmachen, sagt Rösch. Doch sie machen sich auch Sorgen: Immer wieder ist die Rede davon, dass in der Branche Arbeitsplätze wegfallen, weil Elektrofahrzeuge technisch weniger aufwendig sind als Verbrenner. Die zunehmende Automatisierung tut ein Übriges.
Beides ist auch in Zwickau ein Thema: Künftig werden 1.600 Roboter mehr als vorher die Autos montieren. Arbeitsgänge wie die Teile von Hand in die Anlage einzulegen oder das Cockpit zu montieren, fallen weg. Das heißt aber nicht, dass an den Linien keine Menschen mehr arbeiten. Manche Arbeiten lassen sich nicht automatisieren. So wird es beim Cockpit auch künftig nicht ohne Menschen gehen. Zwar wird das Cockpit automatisch eingebaut. Doch Kabelverbindungen kann ein Roboter nicht stecken. Das bleibt auch in Zukunft Aufgabe der menschlichen Mitarbeiter.
Aber die werden weniger: Im Karosseriebau des Golf etwa stehen 25 Mitarbeiter an der Anlage. Bei den Elektroautos werden es nur noch neun sein. "Das liegt an diesem System" erklärt Rösch am Beispiel der Seitenteilproduktion. "Es gibt hier niemanden mehr, der ein Teil einlegen muss." In Zukunft werde es so sein, dass aus der Logistik der Auftrag kommen werde, eine bestimmte Anzahl ID.3, SUVs und Seats zu produzieren.
Die benötigten Teile werden in Behältern an die Anlage angeliefert. Die würden dann "im Chaosprinzip" einsortiert, sagt Rösch. Sprich: Der Behälter hat keinen festen Standort, sondern wird abgestellt, wo Platz ist. Die Anlage merkt sich, wo er steht. "Wenn wir sagen: Wir wollen ID produzieren, wir wollen SUV produzieren, ruft die Anlage die Paletten ab, die sie braucht, und stellt sie wieder zurück."
Doch die Arbeit wird nicht weniger - der Einsparung durch Automatisierung steht etwa eine höhere Komplexität durch eine größere Modellvielfalt gegenüber. Außerdem sollen pro Tag mehr Autos hergestellt werden als bislang. "Wir werden keinen einsparen", betont Rösch. Tatsächlich hat VW den 8.000 Beschäftigten von VW Sachsen eine Arbeitsplatzgarantie bis 2029 gegeben. "Wir werden aber einen Wechsel haben. Früher hatten wir viel mehr Einleger und Menschen, die mit der Hand am Produkt etwas getan haben. Wir brauchen jetzt viel mehr, die Anlagen bedienen können." Das gleiche sich aus: Im Karosseriebau würden künftig 100 weniger am Produkt arbeiten, dafür würden 100 weitere Anlagenbediener benötigt.
Deshalb hat VW ein großes Programm aufgelegt, um die Mitarbeiter umzuschulen. Wer sich daran beteilige, durchlaufe eine verkürzte Ausbildung zum Mechatroniker sowie anschließend eine Schulung für die Arbeit mit den Robotern. "Ansonsten wäre es gar nicht möglich gewesen, so viele Anlagenbediener zu finden", sagt Rösch.
Knapp zehn Prozent der in Betracht kommenden Mitarbeiter hätten sich dazu entschlossen. Darunter seien durchaus einige gewesen, die die 50 schon überschritten hätten - sehr zu Röschs Überraschung: "Das ist schon beeindruckend. Ich habe nicht damit gerechnet. Ich habe eher an die Jüngeren gedacht. Es war so die Mittelklasse, die dann sagt: 'Ich mach mal was Neues.'"
Das war jedoch nicht ganz einfach.
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Es waere mal ein Anfang, wenn es nicht jedes Jahr mehr wird. Ansonsten sind Ziele...
Stimmt doch überhaupt nicht. SUVs haben deutlich weniger Platz innen. Sind einfach bloss...
Weil der Staat die Einnahmen aus der Mineralölsteuer benötigt. Wenn die wegfallen, muss...
40km pro Strecke sind zu wenig für einen Diesel? Eieiei..