Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Elektroauto: US-Studie untersucht winterliche Reichweitenverluste

Der VW -Konzern landet mit seinen Elektroautos in der Spitzengruppe und am Ende des Rankings.
/ Werner Pluta
110 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Jaguar I-Pace: nur drei Prozent weniger Recihweite im Winter (Bild: Dirk Kunde)
Jaguar I-Pace: nur drei Prozent weniger Recihweite im Winter Bild: Dirk Kunde

Wieder Winter, wieder Reichweiteneinbußen bei Elektroautos. Diese fallen aber bei einigen Modellen gar nicht so groß aus, wie eine aktuelle Studie ergeben hat. Der Volkswagen-Konzern ist an beiden Ende des Spektrums vertreten.

Auch in diesem Winter werden Elektroautofahrer wieder den Eindruck haben, sie müssten öfter zum Lader als in der warmen Jahreszeit. Tatsächlich ist die Reichweite bei niedrigeren Temperaturen geringer. Dafür sind zwei Faktoren verantwortlich.

Da ist die Heizung: Anders als bei einem Verbrenner liefert ein Elektromotor kaum Abwärme, die zum Heizen des Innenraums und des Akkus genutzt werden könnte. Also wird mit Strom aus dem Akku geheizt, was Reichweite kostet. Der andere Grund für den Reichweitenverlust liegt im Akku selbst: Bei Kälte laufen die physikalischen und chemischen Reaktionen langsamer ab, was zu einem Leistungsverlust führt.

Die Verluste sind unterschiedlich

Allerdings sind die Auswirkungen unterschiedlich, wie ein Test in Norwegen im vergangenen Winter ergab : So verzeichnete der BYD Tang nur Einbußen von elf Prozent, der Skoda Enyaq iV80 hingegen büßte knapp 32 Prozent ein.

Eine aktuelle Studie des US-Unternehmens Recurrent(öffnet im neuen Fenster) kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Auch hier zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreichweite.

Untersucht wurden 13 Modelle bei Temperaturen zwischen minus 1 und minus 6 Grad Celsius (20 bis 30 Grad Fahrenheit) und bei 21 Grad Celsius (70 Grad Fahrenheit). Recurrent hat ein Tool für die Reichweitenbewertung entwickelt, das von vielen Tausend Elektroautomobilisten genutzt wird.

Recurrent unterscheidet in der Studie zwischen geschätzter und verifizierter Winterreichweite. Erstere basiert auf On-Board-Telematik und bezieht Daten der Hersteller mit ein. Letztere stammt aus Erhebungen von Recurrent, bei der eine Kombination aus In-Board-Geräten und Echtzeit-Nutzungsdaten mit mehr als 35.000 Datenpunkten verwendet wurde.

Am besten haben in dem Ranking zwei Modelle der Oberklasse abgeschnitten: Beim Jaguar I-Pace lag der Verlust bei gerade mal drei Prozent, beim Audi E-Tron waren es acht Prozent. Beides sind geschätzte Werte.

Danach folgen die vier Teslas, die eng beieinanderliegen, aber schon deutlich größere Verluste aufweisen: Model X und Tesla Model Y verlieren im Winter 15 Prozent der Reichweite, das Tesla Model 3 17 Prozent und das Tesla Model S 19 Prozent. Das sind alles verifizierte Werte.

Ebenfalls 19 Prozent an Reichweite (geschätzt) verliert der Hyundai Kona . Beim Nissan Leaf sind nochmal zwei Prozent mehr Verlust (verifiziert). Die beiden nächsten Modelle in der Rangliste kommen aus Deutschland: Der VW e-Golf und der BMW i3 mit geschätzten 23 und 24 Prozent.

Nochmal schlechter als der e-Golf hat der VW ID.4 abgeschnitten, der im Winter 30 Prozent an Reichweite verliert. Gleichauf liegt der Ford Mustang Mach-E - beide Werte sind verifiziert. Am Ende der Rangliste steht der Chevy Bolt mit geschätzten 32 Prozent Verlust.


Relevante Themen