Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Elektroauto: Unsere Lieblingsautos 2025

2025 haben wir zahlreiche Elektroautos getestet – klein, groß, preiswert, teuer. Hier stellen unsere Autoren ihren absoluten Favoriten vor.
/ Tobias Költzsch und Friedhelm Greis
31 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der Kia EV6 - eines unserer Lieblingsautos 2025 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Der Kia EV6 - eines unserer Lieblingsautos 2025 Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

2025 war ein gutes Jahr für Elektroautos: Die Reichweiten wurden länger, die Ladepausen kürzer und die Autos endlich auch kleiner und günstiger. Golem hat mehr als 20 Fahrzeuge getestet oder Probe gefahren – darunter waren auffällig viele Kleinwagen und Elektroautos aus China.

Einen einzelnen objektiven Gewinner aus all diesen Fahrzeugen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zu ermitteln, ist unmöglich. Also versuchen wir es subjektiv: Unsere beiden Autoren Friedhelm Greis und Tobias Költzsch präsentieren entsprechend ihren jeweiligen persönlichen Favoriten.

Tobias Költzsch:

Nach langem Hin- und Herüberlegen fällt meine Wahl des Elektroautos 2025 auf den EV6 von Kia. Der EV6 stammt ursprünglich bereits aus dem Jahr 2022, in diesem Jahr konnte ich aber das aktuelle Facelift-Modell testen, bei dem Kia eine Reihe von Kritikpunkten unseres früheren Tests beseitigt hat.

Das Fahrzeug lässt bis auf einen mitunter etwas hohen Verbrauch eigentlich keine Wünsche offen: Mit 84 kWh ist der Akku ausreichend groß für die Langstrecke, mit einer Ladeleistung von 258 kW lädt der EV6 in meinem Test zudem regelmäßig von 10 auf 80 Prozent in unter 20 Minuten.

Ich bin auf der Autobahn in meinem Test bei Tempo 150/160 mit Spitzen bis 190 km/h auf eine Reichweite von 307 km gekommen. Dadurch eignet sich der EV6 hervorragend für die Langstrecke, obwohl etwa der DS No. 8 eine größere Reichweite hat. Der EV6 lädt aber schneller, weshalb ein höheres Tempo zwar zu mehr Ladestopps führt, diese aber immer noch recht kurz sind.

Verbrauch ist nur durchschnittlich, dafür lädt der EV6 schnell

In der Stadt hat sich der EV6 bei mir zwischen 14 und 15 kWh/100 km eingependelt. Das ist nicht sonderlich wenig, allerdings wiegt der Wagen auch einiges – meine Testversion über 2,2 Tonnen. Trotzdem manövriert sich das Fahrzeug gut, auch in engeren Straßen.

Sowohl vorne als auch auf der Rückbank ist im EV6 reichlich Platz. In der von mir getesteten GT-Line-Version gibt es einstellbare Lordosestützen und – im Sommer besonders praktisch – eine Sitzlüftung. Der Kofferraum ist mit 490 Litern nicht so groß wie beim DS No. 8, dennoch lässt sich einiges an Gepäck unterbringen.

Ich gebe aber zu, dass es bei vierköpfigen Familien mit Kindern eng werden könnte. Mit umgeklappten Rücksitzen lassen sich sogar zwei volle Grünschnittsäcke transportieren – auch wenn das vielleicht ein eher persönliches Maß ist.

Der EV6 fährt sich sehr angenehm, was neben der guten Federung und den komfortablen Sitzen auch an Kias Autobahnassistenten liegt.

Gutes Infotainmentsystem beim EV6

Der Autobahnassistent hält die Spur sehr gut, auch in Baustellen, und hält auch den Abstand ein, wenn vor mir ein Auto einschert. Perfekt ist der Assistent aber nicht – Kia hat es bis heute nicht geschafft, dass die automatischen Geschwindigkeitsreduzierungen nicht erst nach dem Schild eingestellt werden, das das neue Tempolimit anzeigt.

Ansonsten empfinde ich Kias Infotainment als eines der besten und übersichtlichsten auf dem Markt. Man findet schnell, was man sucht, und dazu kommen noch die von vielen so heiß geliebten physischen Bedienelemente. Das Navigationssystem ist übersichtlich und bietet eine Filterung nach Ladeleistung und nach Ladeanbieter. Android Auto und Apple Carplay sind auch drahtlos möglich.

Flotter Sportmodus und gute Rekuperationseinstellungen

Im Sportmodus beschleunigt der EV6 nochmal schneller als eh schon im Normalmodus. Die Rekuperation lässt sich in vier Stufen einstellen, die maximale Stufe kann ich immer durch ein Ziehen an der linken Schaltwippe aktivieren – praktisch beim Bergabfahren, das so komplett auf Rekuperation erfolgen kann und den Akku wieder lädt. Es sind diese Kleinigkeiten, die den EV6 für mich im Alltag zu einem solch runden Auto machen.

Insgesamt ist der EV6 für mich das "rundeste" Auto, das ich 2025 getestet habe. Es gab Elektroautos mit längerer Reichweite und besserem Verbrauch (DS No. 8), mit edlerem Interieur (Mazda 6e) oder auch wesentlich besserem Preisleistungsverhältnis (Leapmotor C10, Mazda 6e). Bei diesen Modellen gab es aber immer irgendeinen Kritikpunkt, der mich im Alltag nerven würde – anders als beim EV6.

Wem der EV6 in der von mir getesteten GT-Line-Version mit Extras wie dem Parkassistenten und Sitzheizungen zu teuer ist, und wem 168 statt 239 kW reichen, kann den EV6 bereits ab 49.990 Euro kaufen. Dann gibt es immer noch den 84-kWh-Akku und schnelles Laden, aber einige Extras weniger.

Friedhelm Greis:

Ich bin eigentlich kein Freund von Lieblingslisten. Wozu braucht man eine Lieblingsfarbe oder eine Lieblingssorte Eis? Auf eine Waffel passen schließlich auch mehrere Kugeln leckerer Sorten. Das Gleiche gilt mutatis mutandis für Fortbewegungsmittel.

Mein Lieblingsfortbewegungsmittel in der Stadt ist das Fahrrad, aber ein Auto ist bisweilen beim Transport von Cocktailmixern (g+) oder zur Fahrt in den Urlaub ganz praktisch. Wenn Freunde fragen, welches Elektroauto ich ihnen für die Anschaffung empfehlen würde, lautet meine Antwort daher: Es kommt darauf an, wofür du es brauchst und wie viel Geld du hast.

Das Gleiche gilt daher auch für mein "Lieblingsauto" 2025.

Qual der Wahl zwischen CLA und BMW iX3

Getestet habe ich das Tesla Model Y Juniper, den Xpeng G6, den Audi A6 E-Tron Avant, den Mercedes-Benz CLA, den Ford Capri und den BMW iX3.

Alle Fahrzeuge haben sich als praxistaugliche E-Autos herausgestellt. Spektakulär war die Mitfahrt im AMG GT XX, beeindruckend zudem die überwachten autonomen Fahrten im Tesla Model 3 und im Mercedes CLA.

Mit dem Mercedes CLA und dem BMW iX3 haben zwei deutsche Hersteller in diesem Jahr neue Maßstäbe gesetzt. Beide haben besondere Vorzüge und kaum Schwächen.

Sparsamer CLA mit hoher Reichweite

Der CLA beeindruckt mit einem niedrigen Verbrauch, großer Reichweite, hoher Ladeleistung und viel Fahrspaß. Das Infotainmentsystem ist auf dem neuesten Stand und integriert mehrere KI-Modelle und Suchmaschinen. Zuletzt bestätigte das US-Testinstitut Edmunds den geringen Durchschnittsverbrauch von weniger als 15 Kilowattstunden (kWh) pro 100 km, was eine realistische Reichweite von fast 600 km ergibt.

Beeindruckend war zudem die Mitfahrt in einem selbstfahrenden CLA durch München. Das autonome Fahren macht große Fortschritte, wobei es für das überwachte Fahren derzeit keine Regulierung auf EU-Ebene gibt. Tesla strebt daher eine Sondergenehmigung für Europa an.

Mercedes-Benz CLA Probe gefahren
Mercedes-Benz CLA Probe gefahren (06:15)

Mit der Einstiegsplattform MMA ist Mercedes ein guter Wurf gelungen. Inzwischen gibt es mit dem CLA Shooting Brake und dem vollelektrischen GLB zwei weitere Modelle auf der Plattform, die im Gegensatz zur Limousine eher für einen Familienurlaub taugen. Zudem beseitigte Mercedes Defizite, indem die neuen Modelle wieder mehr haptische Bedienelemente haben und einen 400-Volt-Lader anbieten.

Die Wahl des CLA zum Lieblingsauto ließe sich somit durchaus rechtfertigen. Wenn es nicht den neuen iX3 von BMW gäbe.

Neue Klasse mit innovativer Panoramaleiste

Denn auch die Münchner haben in diesem Jahr eine neue Plattform gestartet, die sogenannte Neue Klasse.

Der iX3 übertrumpft den CLA sogar noch bei Reichweite und Ladeleistung. Das liegt vor allem an der sehr großen Batterie, die 108,5 kWh Strom speichert. Zudem hat BMW ein neues Anzeigekonzept entwickelt, das das gewohnte Fahrerdisplay in den unteren Bereich der Windschutzscheibe verlagert. Da die Panoramaleiste mehr als einen Meter breit ist, lassen sich viele Informationen ablesen, ohne den Blick vom Fahrgeschehen abwenden zu müssen.

Das Gesamtpaket mit Elektroantrieb, Assistenzsystemen und Fahrkomfort ist beim iX3 ebenfalls gelungen. So verfügt das SUV über einen Autobahnassistenten mit Freihandfunktion, was auf langen Strecken komfortabel ist. Zwar gab es auf meiner Testfahrt Probleme mit der Aufmerksamkeitserkennung, doch BMW hat noch einige Monate Zeit, das bei Fahrern mit bestimmten Brillengläsern in den Griff zu bekommen.

CLA noch mit günstigerem Einstiegsmodell

Die Entscheidung zwischen einem CLA oder einem iX3 ist daher eine Geschmacksfrage, wobei der CLA mit 85-kWh-Akku rund 10.000 Euro günstiger ist, da es den iX3 bislang nur als Allrad gibt. Zudem gibt es den CLA schon mit LFP-Akku zum Einstiegspreis von 47.000 Euro. BMW plant jedoch günstigere Modelle auf Basis der neuen Plattform.

BMW iX3 Probe gefahren
BMW iX3 Probe gefahren (06:06)

Größere Modellauswahl im nächsten Jahr

Das heißt: Wenn 2025 schon ein gutes Elektroauto-Jahr war, wird 2026 noch besser. Denn im kommenden Jahr sind Autos wie der iX3 oder der GLB dann auch lieferbar, zudem kommen weitere Einstiegsmodelle wie der VW ID.Polo auf den Markt. Von möglichen Topmodellen wie dem AMG GT oder einem BMW M3 ganz zu schweigen.

Große Fragezeichen gibt es aber weiterhin bei Tesla. Zwar hat uns das neue Model Y als Elektroauto überzeugt. Doch solange Firmenchef Elon Musk durch die Weltpolitik irrlichtert und keine neuen Elektroauto-Modelle auf den Markt bringt, wird auch 2026 kein Lieblingsauto von Tesla kommen.


Relevante Themen