Elektroauto: Tödlicher Xiaomi-SU7-Unfall

Am vergangenen Wochenende hat sich ein schwerer Verkehrsunfall mit dem neuen Elektrosportwagen Xiaomi SU7 ereignet. Das Fahrzeug kollidierte auf einer Schnellstraße nahe Shanghai mit einer Mauer und geriet in Brand. Bei dem Unglück kamen drei Menschen ums Leben, wie der Hersteller mittlerweile bestätigte. Das berichtet das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .
Xiaomi, das erst seit etwas mehr als einem Jahr im Automobilsektor tätig ist, untersucht derzeit die genauen Umstände des Unfalls. Laut einer Mitteilung von Xiaomi war der Sportwagen zum Zeitpunkt des Unfalls mit 116 km/h im NOA-Modus (Navigate on Autopilot) unterwegs. Das Fahrassistenzsystem erkannte offenbar ein Hindernis im Baustellenbereich und leitete eine Bremsung ein.
Der Fahrer hatte zu diesem Zeitpunkt die Hände nicht am Lenkrad, übernahm dann aber die manuelle Kontrolle. Kurz darauf prallte das Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 97 km/h gegen die Mauer.
"Wir sprechen den Angehörigen unser tiefstes Beileid aus" , erklärte Xiaomi laut Handelsblatt in einer Stellungnahme auf der Plattform Weibo. Das Unternehmen leitete nach eigenen Angaben eine Untersuchung des Vorfalls ein. Die Xiaomi-Aktie verlor am Dienstag mehr als fünf Prozent an Wert und verzeichnete in den vergangenen fünf Tagen einen Rückgang von über zwölf Prozent.
Auto ging in Flammen auf
Das Fahrzeug soll nach dem Aufprall sofort in Flammen aufgegangen sein. Die chinesischen Batteriehersteller distanzierten sich umgehend: CATL teilte mit, dass in dem Unglücksfahrzeug keine ihrer Batterien verbaut war, während BYD auf ausstehende Informationen von Xiaomi verwies.
Der Unfall könnte große Auswirkungen auf die Pläne des Technologiekonzerns haben: Erst vergangene Woche hatte Xiaomi durch eine Aktienemission rund 5,5 Milliarden US-Dollar für den Ausbau seiner E-Auto-Aktivitäten eingenommen.
Der Smartphone-Hersteller wurde in kurzer Zeit zum Autobauer und hob laut Handelsblatt sein Verkaufsziel für 2025 auf 350.000 Fahrzeuge an.
Das Fahrassistenzsystem des SU7 ist ein zentrales Verkaufsargument. Es kann selbstständig beschleunigen, lenken und bremsen. Dennoch gilt in China die Regelung, dass Fahrer das Lenkrad nicht loslassen dürfen, auch wenn die Technik die Steuerung übernimmt.